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Potentielle Probleme bei der Bauabnahme

(Von Jasmin Taher) Endlich ist das langersehnte Eigenheim fertig. Nur noch die Bauabnahme, dann kann das Wunschhaus bezogen werden. Doch aufgepasst: Die Bauabnahme ist extrem wichtig, weil sie später Nerven und Geldbeutel schont! Nachfolgend die wichtigsten Tipps.

Die Bauabnahme ist die finale Abnahme und Kontrolle eines fertiggestellten Bauwerks.

Der Bauherr bescheinigt bei der Bauabnahme den Erstellern des Hauses, dass die Arbeiten korrekt durchgeführt wurden und keine Mängel am Gebäude beziehungsweise den Werk- und Bauteilen erkennbar sind.

Bei der Bauabnahme wird ein Abnahmeprotokoll erstellt. Für unerfahrene Bauherren birgt eine solche Bauabnahme viele Risiken. Werden Mängel bei der Bauabnahme nicht erkannt und somit nicht reklamiert und im Abnahmeprotokoll notiert, können sie später zumeist nicht nachgemeldet werden.

Potentielle Probleme bei der Bauabnahme
Bauabnahme: Fachwissen ist extrem wichtig!

Darauf müssen Sie achten!

  • Mögliche Probleme bei der Bauabnahme können durch Zeitdruck oder einen falsch gesetzten Inspektionszeitpunkt entstehen.
  • Wenn Ihnen nicht genügend Zeit für die Prüfung des neu erbauten Hauses oder der Wohnung bleibt, ist eine sorgfältige Inspektion der Wohnräume sowie aller Nebenräume, des Kellers, der Garage oder der Stellplätze nicht möglich.
  • Zudem sollte das Abnahmeprotokoll ordentlich geführt und geprüft werden, was zusätzliche Zeit in Anspruch nimmt.
  • Für die gesamte finale Inspektion inklusive Begehung und Kontrolle des Abnahmeprotokolls sollten bei einem Einfamilienhaus mindestens drei Stunden einkalkuliert werden, bei einer Wohnung inklusive Gemeinschaftseigentum mindestens zwei Stunden.
  • Zudem ist der Zeitpunkt der Begehung des Gebäudes wichtig, da manche Mängel nur bei Tageslicht festgestellt werden können. So sieht man Kratzer oder Unebenheiten in Glas oder glatten Oberflächen nur im Hellen.
  • Eine Bauabnahme in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden ist also nicht zu empfehlen. Zusätzlich ist es auch bei Tageslicht ratsam, eine leistungsstarke Taschenlampe mitzunehmen.

Eine detaillierte Erfassung der Mängel ist empfehlenswert

Die Auflistung der Mängel – auch von bereits bekannten Mängeln – sollte möglichst detailliert und gut verständlich formuliert sein. Die aus der Liste resultierenden Mängelrügen an die ausführenden Unternehmer müssen sorgfältig verfasst sein. Bei der Bauabnahme sollte auch protokolliert werden, wie der aktuelle Status von bereits bekannten und gemeldeten Mängeln ist. Am besten gleich nach der Abnahme sollten Sie den Handwerkern etwaige Mängelrügen zukommen lassen.

Üblicherweise laufen Garantie- und Rüge- und Mängelfristen für Handwerksleistungen ab dem Zeitpunkt der Bauabnahme.

Es können jedoch im Werkvertrag abweichende Fristen vereinbart werden.

Und vergessen Sie nicht, nach der Abnahme das Protokoll auch vom Architekten oder Bauleiter unterzeichnen zu lassen.

Ein Berater für die Bauabnahme

Die Bauabnahme ist für Bauherren der wichtigste Moment im Bauprojekt. Das gesamte Bauwerk soll auf Schäden geprüft werden. Wird ein augenfälliger Schaden bei der Gebäudebegehung festgestellt und nicht umgehend gerügt, gilt das Gebäude mit diesem Schaden als abgenommen. Der somit genehmigte Schaden kann später nicht mehr reklamiert werden.

Um dies zu vermeiden, sollten Sie sich für die Bauabnahme einen unabhängigen Bauberater an die Seite holen.

Im Gegensatz zu Bauherren, die zumeist nur einmal in ihrem Leben bauen und nur einmal einen Bau abnehmen, nehmen Bauherrenberater regelmässig an Bauabnahmen teil. Sie bringen Fachwissen und langjährige Branchenerfahrung mit und bieten den Service an, Bauherren bei der Bauabnahme zu unterstützen. Bauberater wissen, wie Arbeiten fachgerecht ausgeführt sein sollten, wo Baumängel versteckt sein können und worauf sie bei der Bauinspektion achten müssen.

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