6 Nov

Soziale Aussenseiter und Helfer

Sozialarbeiter und Sozialpädagogen helfen in verschiedenen Bereichen und übernehmen pädagogische, konzeptionelle und organisatorische Aufgaben. Der Beruf als Sozialpädagoge im Überblick (von Jasmin Taher).

Nachdem unser Sohn in einem grossartigen Kindergarten mit wunderbaren SozialarbeiterInnen, ErzieherInnen und PraktikantInnen eine unbeschwerte Kindergarten- und Vorschulzeit verbringen durfte, wurde er in diesem Jahr eingeschult. Seine Klassenkameraden an der öffentlichen Primarschule in unserem Quartier stammen aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten. Da gibt es Mädchen und Buben aus gebildeten Akademikerfamilien ebenso wie einen Jungen mit drogenabhängigen, arbeitslosen Eltern. Da gibt es Kinder, die von 7:30 bis 17:00 Uhr im Hort betreut werden und Kinder, deren Mütter sich als Hausfrauen in Vollzeit um die schulischen, körperlichen und sozialen Bedürfnisse ihrer Kleinen kümmern.

Obwohl es kleine Menschen sind, sieht man sofort die Unterschiede in der sozialen Kompetenz der Schulanfänger, erkennt auch bereits soziale Aussenseiter. Da gibt es Kinder, die sich nicht verbal zur Wehr setzen können sondern stattdessen auf die Stärke ihrer Fäuste setzen, da gibt es Aufschneider, Lügner und Mobbing-Opfer und da gibt es Kinder, die sich liebevoll helfend um die anderen kümmern.

Handeln statt zusehen

Betrachtet man in der grossen Pause auf dem Schulhof das Miteinander der Kleinen, erkennt man deutliche Unterschiede in deren Umgang miteinander. Die einen spielen harmonisch zusammen, die anderen tendieren dazu, schnell mit Mitschülern in Streit zu geraten. Und wenn von den Kindern zwei in Streit geraten, dann gibt es diejenigen, die neugierig gaffend zusehen und die anderen, die couragiert in den Streit eingreifen und dabei helfen wollen, ihn rasch beizulegen.

Wer braucht die Hilfe eines Sozialpädagogen?

Viele Menschen in unserem Umfeld haben sozialen Probleme. Sie brauchen Hilfe, damit sie sich (wieder) als vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft fühlen und im sozialen Alltag sowie im Umgang mit anderen bestehen können, beispielsweise:

  • Kinder oder Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien
  • Menschen, die straffällig geworden sind
  • Menschen, die Opfer von Straftaten geworden sind
  • Schüler, die Probleme in der Schule oder mit den Mitschülern haben
  • Langzeitarbeitslose
  • Drogenabhängige
  • Obdachlose
  • Flüchtlinge

Sozialpädagogen: Soziale Aussenseiter und Helfer

Welche Aufgaben erfüllen Sozialpädagogen und Sozialarbeiter?

Sozialarbeiter und Sozialpädagogen helfen in verschiedenen Bereichen und übernehmen pädagogische, konzeptionelle und organisatorische Aufgaben.

Schulsozialarbeiter kümmern sich um die Probleme von Schülern. Im Strafvollzug und in der Rehabilitation arbeiten Sozialarbeiter, um straffällige Menschen wieder in die Gesellschaft zu integrieren und weitere Straftaten zu verhindern. In der Opferberatung betreuen Sozialpädagogen Opfer von Straftaten, Gewalt- und Sexualdelikten. Job-Coaches kümmern sich um Arbeitslose, zeigen ihnen neue Perspektiven auf und motivieren sie. In Kinder- und Jugendheimen werden Kinder oder Jugendliche ohne Familie oder aus sozial benachteiligten Familien von Sozialarbeiteren betreut. Oft wohnen die Sozialpädagogen auch als Betreuer in stationären Wohngruppen und kümmern sich dort um ihre Schützlinge. Auch ambulante oder temporäre Angebote werden von ihnen betreut, so arbeiten sie in Familien- und Suchberatungsstellen, bei ambulanten sozialen Diensten oder als Streetworker und in Obdachloseneinrichtungen.

Welche Kompetenzen braucht ein Sozialpädagoge?

Als Sozialarbeiter oder Sozialpädagoge sollte man integer und seriös sein, in der Lage, auf Menschen zuzugehen und einzugehen. Man sollte über eine solide soziale Kompetenz verfügen und keine Angst vor engem persönlichem Kontakt haben. Man sollte mit Nähe distanziert umgehen können, die Probleme der anderen nicht zu nah an sich rankommen lassen.

Man muss klare Grenzen setzen und anderen Menschen Orientierung geben können. Und man braucht eine hohe Frustrationstoleranz.

Denn bei der Arbeit mit anderen Menschen gelingen viele Dinge nicht, dessen muss man sich im Vorfeld bewusst sein. Auch wenn man als Sozialpädagoge helfen möchte; gewisse Menschen wollen sich nicht helfen lassen.

Eingreifen statt daneben stehen

Kürzlich schimpfte ich mit erhobener Stimme mit meiner Tochter, da mischt sich mein Sohn ein und sagt in seiner ruhigen, bedächtigen Art zu mir: «Mama, sprich bitte leise. Ich mag nicht, wenn du schreist.»

Links und Quellen:

10 Jan

Fernsehwerbung für Kinder

Die No-Billag-Initiative bewegt! So auch meine Kollegin und Mutter von zwei Kleinkindern Jasmin Taher. Sie hat sich aus der Sicht einer Mutter mit der Initiative auseinandergesetzt. Nachfolgend Ihr Fazit.

Können Sie sich vorstellen, dass direkt vor und nach dem «Guetnachtgschichtli» ein Werbeblock läuft (jeweils um 17:30 Uhr auf SRF 1 oder Online auf SRF.ch)? Ich meine mit Werbung diese Produktempfehlungen für die kleinen Zuschauer, damit sie möglichst früh lernen, was sie unbedingt beim nächsten Einkauf haben müssen? So unbedingt, dass Sie beim nächsten Einkauf an der Kasse entweder den Ich-will-aber-Schreikrampf Ihrer Dreijährigen aushalten oder eine Diskussion mit Ihrem Fünfjährigen führen müssen? Wenn Ihnen das nichts ausmacht, dann brauchen Sie ab hier nicht weiterlesen. Dann können Sie Ihre Kinder getrost vor das Kinderprogramm von Super RTL oder anderen Privatsendern setzen, wo sie von mehr oder weniger pädagogisch wertvollen Sendungen (und perfekt auf das junge Publikum abgestimmter Werbung) berieselt werden können.

Ich – Mutter von zwei Kindern – möchte das aber nicht! Ich möchte nicht, dass unsere Kinder vor dem TV einfach nur ruhig gestellt werden. Ich möchte nicht, dass sie Werbung ansehen. Und ich möchte, dass sie – wenn sie fernsehen oder Radio hören dürfen – dabei etwas lernen können.

Glücklicherweise gibt es die Mitarbeiter der Kinderredaktionen von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), die mit «Zambo» ein in Radio, TV und Internet ein schönes multimediales Kinderprogramm bieten.

Steht unser Schweizer Kinderprogramm vor dem Aus?

«Zambo» läuft täglich live von 19 bis 20 Uhr auf Radio SRF 1. Das Programm ist speziell auf unsere Schweizer Kinder zugeschnitten. Die Moderatorinnen und Moderatoren sprechen Mundart und die Kinder, die in der Sendung zu Wort kommen, selbstverständlich auch. Das TV-Programm von «Zambo» wurde im Jahr 2016 eingestellt, weil es die Zielgruppe nicht erreicht hat. (Die Fernsehzuschauer hatten ein Durchschnittsalter von 53 Jahren.) Dafür wurde jedoch das Angebot im Netz deutlich ausgebaut. In der «Zambo Community» – einem der sichersten Kinderangebote im Netz – bekommen Kinder und Jugendliche bis 15 Jahren die Chance ihr Programm in Radio und Fernsehen online mitzugestalten.

Übrigens wird auch das «Guetenachtgschichtli» wird von der Zambo-Redaktion produziert.

Jetzt frage ich Sie: Glauben Sie, dass unsere Kinder noch von diesen kostenlosen Angeboten profitieren können, wenn wir, die erwachsenen Wahlberechtigten, die Billag-Gebühren abschaffen? Ich denke, nein. Zumindest nicht in diesem sicheren, geschützten Rahmen. Auf der Online-Präsenz von «Zambo» finden Sie kein einziges Werbebanner. Sollten wir für «No-Billag» stimmen, wäre sicherlich unser schweizerisches Kinderprogramm dann weder im Radio, TV oder Internet werbefrei möglich. Und falls es nicht komplett eingestellt werden müsste, würde auf jeden Fall die Qualität des Programms leiden.

Links:

14 Apr

Osteopathie tut gut!

Mein kleiner Sohn ist, seitdem er ein Säugling war, regelmässig in osteopathischer Behandlung. Am Ende einer Behandlung gab er – als er noch nicht sprechen konnte – seiner Osteopathin aus eigenem Antrieb einen dicken Kuss. Wir haben das als eindeutiges Zeichen genommen, dass es ihm gut tut. Auch ich kann aus eigener Erfahrung sage: Osteopathie hilft und tut gut!

Osteopathie ist eine ganzheitliche Behandlungsmethode

Osteopathie ist eine ganzheitliche Behandlungsmethode

Die osteopathische Behandlung ist eine manuelle Therapie, die der Behandler mit blossen Händen durchführt. Das grundlegende Konzept der Osteopathie geht auf den US-amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still zurück. Still prägte im Jahr 1885 auch den Begriff osteopathy (engl. für Osteopathie; von altgriech. osteon (Knochen) und pathos (Leiden)). Still betrachtete den Körper als ganzheitliche Funktionseinheit. Eine Störung in einem Bereich wirkt sich auch auf andere Bereiche aus. Still definierte die im Jahr 1874 die folgenden Grundprinzipien der Osteopathie:

  • Der Körper ist eine funktionelle Einheit.
  • Form und Funktion von Gewebestrukturen und Organen stehen miteinander in wechselseitiger Beziehung. Die Veränderung einer Struktur hat eine Veränderung der Funktion zur Folge und umgekehrt.
  • Der Körper besitzt die Fähigkeit zur Selbstregulation. Eine osteopathische Behandlung aktiviert diese Selbstheilungskräfte.

Für wen ist eine osteopathische Behandlung zu empfehlen?

Für jeden.

Bei Säuglingen können es die Belastungen durch Schwangerschaft und Geburt sein, die von den Babys ohne Hilfe von aussen nicht behoben werden können. Zu den Problemen, die mit Osteopathie behandelt werden können, gehören z. B.:

  • übermässiges Schreien
  • Verdauungsbeschwerden
  • Schlafstörungen
  • KiSS-Syndrom (Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung, die im Säuglings- und Kleinkindalter zu Haltungsproblemen führen kann und im weiteren Verlauf für Verhaltensstörungen verantwortlich sein soll)

Bei Kindern und Jugendlichen können zu Anfang kleine Probleme später weitreichende Folgen haben. Bei den folgenden Beschwerden kann die osteopathische Behandlung sinnvoll sein:

  • chronische Infektionen der Ohren oder der Nebenhöhlen
  • Bronchitis oder Asthma
  • Allergien
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • orthopädische und kieferorthopädische Probleme
  • Lernstörungen, Verhaltensprobleme und Lese- Rechtschreibschwäche
  • Hyperaktivität

Bei Erwachsenen reagiert der Körper, sobald er Störungen nicht mehr ausgleichen kann, häufig mit Schmerz. Vor allem Probleme des Bewegungsapparats, Beschwerden in Nacken, Rücken, Knie- und Fuss, oder nach Operationen, Verletzungen und Unfällen können durch eine osteopathische Behandlung gemildert oder gar vollständig beseitigt werden. Ferner hilft die Osteopathie auch gut bei Verdauungsproblemen sowie Kopf-, Hals- ,Nasen- und Ohrenbeschwerden.

Bei Senioren treten altersbedingt häufig Veränderungen des Bewegungsapparats auf. Die daraus resultierenden Veränderungen können durch osteopathische Behandlung nicht rückgängig gemacht werden. Man kann jedoch die Symptome lindern. Beispielsweise bei den folgenden Beschwerden, kann die Osteopathie helfen:

  • Arthrose
  • Verkürzungen von Bändern, Muskeln und Sehnen
  • Osteoporose

Osteopathie in der Schweiz

Seit Januar 2013 ist der Titel «Osteopath/Osteopathin» geschützt. Nur Kandidaten, die die theoretische und praktische GDK-Prüfung erfolgreich absolviert haben, dürfen sich so nennen.

Inzwischen ist mein Sohn fast drei Jahre alt. Wir gehen regelmässig alle vier bis sechs Wochen zum Osteopathen. Und während er sonst nicht gerne ruhig sitzen bleibt, geniesst er die sanfte, osteopathische Behandlung und begibt sich für deren gesamte Dauer ruhig und entspannt in die heilenden Hände seiner Osteopathin.

Quellen

10 Mrz

Neugier treibt an und hemmt die Einschätzung von Gefahren

Dass Kinder von Natur aus neugierig sind, ist ein Geschenk. Neugier treibt schliesslich voran und ermöglicht Ausdauer. Leben entdecken. Verstehen, wie was abläuft. Spielerisch und begleitet. Schritt für Schritt. Neugier ist ein Geschenk, von dem die Menschheit schon viel profitiert hat.

Neugier treibt an und gestaltet Leben
Neugier treibt an und gestaltet Leben

Der Lohn der Neugierde

Es liegt auf der Hand. Neugierige Menschen treiben Entwicklungen voran. Was wären wir heute ohne Thomas Alva Edison, der mit viel Ausdauer die Glühbirne erfunden hatte. Was wären wir ohne die Gebrüder Wright, die hartnäckig das Ziel verfolgten, ein Flugzeug zu bauen, das fliegen kann … Sir Ernest Shackleton, der mit seiner Mannschaft und dem Schiff Endurance zwei Jahre lang im Packeis gefangen war. Mit Überzeugung und Ausdauer konnte er seine ganze Mannschaft retten. Zu Beginn seiner Reise war die Neugierde. Etwas erreichen können. Unbekanntes Land (Durchquerung des Südpols). Shackleton wurde durch sein Wagnis zu einer der grössten Führerpersönlichkeiten.

Die Gefahren

Es wäre nicht korrekt, jetzt nur vom Erfolg zu sprechen. Neugierde kann auch schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. So hat manch einer seine Neugierde mit dem Leben bezahlt. Ich möchte an all die Extremsportler erinnern, an Menschen, die sich bewusst Gefahren ausgesetzt haben. Das ist bei Kindern anders. Diese können Gefahren noch nicht richtig einschätzen. Kürzlich beobachtete ich eine Mutter, die ihr Kleinkind gerade noch davor zurückhalten konnte, auf die Strasse zu rennen. Sie erklärte ihm, dass hier Autos vorbeifahren und es gefährlich sei. Das Kind hatte etwas entdeckt, was es sich näher ansehen wollte. Ob es wohl verstanden hat, was Autos sind und was «gefährlich» bedeutet?

Kinderspielgeräte wollen entdeckt werden, lösen Neugier aus.

Fallschutzplatten

Für den Abschluss meines Blogs wähle ich bewusst das Bild von Fallschutzplatten. Das sind weiche Platten, die man auf Kinderspielplätzen einsetzt. Diese werden eingesetzt, wo ein Kind von einem Spielgerät herunter fallen könnte. Die Webseite des Kinderspielplatz-Experten Oeko-Handels.ch schreibt, dass diese Fallschutzplatten bei Fallhöhen von bis zu 3 Metern geeignet sind. Die Platten aus Gummifasern sind zweischichtig aufgebaut: Aus verdichteter, hoch belastbarer Nutzschicht und weicher, Fallschutz gewährender Basisschicht. Warum ist ein Fallschutz wichtig und warum erwähne ich ihn als Beispiel im Zusammenhang mit Neugierde? Kinderspielplätze sind wichtige Bereiche beim Ausleben von Neugierde. Es können Fantasien entwickelt, Spiele gespielt und Neues entdeckt werden. Was da steht, was es auslöst, steigert die Faszination und reduziert so die Sicht für Gefahren.

Fallschutz ist daher eine «not wendige» (Not wird abgewendet) Sicherheit. Denn wer fällt, fällt weicher. Bricht keine oder weniger Knochen. Das bedeutet, die Erfahrung bei einem Unfall ist nicht allzu negativ. Das Kind ist so fähig, trotz Sturz weiter zu machen. Weiter zu erforschen. Es lernt, Rückschläge wegzustecken. Sie als zum Leben dazugehörend zu betrachten. Fallschutz mag vordergründig ein Randthema sein. Eines, dem man später nicht mehr danach fragt. Nur wissen wir längst, dass Erfahrungen in der Kindheit sehr prägend sind. In unseren ersten Jahren definieren wir unseren Lebensstil. Entscheiden früh, was wir als gut und was als schlecht erleben. An dieser Tatsache gemessen, sind Fallschutzplatten und Spielplätze gut investiertes Geld. Sie können im entscheidenden Moment enorm wichtig sein. Stehen ein für die Sicherheit und dafür, dass gestürzte Kinder weiter entdecken und erforschen wollen. Später, in weiteren entscheidenden Momenten, können Ideen entwickelt und umgesetzt werden. Weil die Neugier in der Kindheit erhalten blieb …

Tipps aus dem WWW für Sie ausgesucht

13 Aug

Ein Garten für die ganze Familie

Der Garten wird je nach Bedürfnissen gestaltet. Ich (Andreas Räber) mit meinen drei schon fast erwachsenen Kindern, muss auf weniger Gefahrenzonen achten als Familien mit Kleinkindern. Gartenplanung, Gartengestaltung hängt also stark von den Bedürfnissen der Zielgruppe ab. Hier die Einschätzung von Jasmin Taher, wie ein Garten aus ihrer Sicht aussehen müsste.

Ein Garten ist ein Rückzugsort, eine Freizeit-Oase, ein Quell der Erholung und ein bisschen Urlaub direkt vor der Haustür (oder zumindest in der Nähe). Vor allem für Kinder bedeutet Garten naturnahe Freiheit, ungestümes Toben, Spiel und Spass.

Gartenbau und Gartengestaltung als Grundlage für einen kinderfreundlichen Garten
Garten für Kinder: Raum für Spiel, Spass, Erholung und körperliche Entwicklung

Für die Eltern, die sich ums Giessen, Rasenmähen, Pflanzen, Ernten und die Eindämmung von Schädlingen kümmern müssen, ist der Spiel- und Spass-Faktor ungleich geringer, die Erholung ist jedoch trotz der scheinbar nicht enden wollenden, gärtnerischen Aufgaben auch für den Rest der Familie gegeben.

Wie sieht ein kindgerechter Garten aus?*

Bei der Gestaltung eines kindgerechten Gartens sollten Sie beispielsweise auf die folgenden Dinge achten:

  • Ist ausreichend freie Rasenfläche zum Spielen gegeben?
  • Sind die gesetzten Pflanzen und Blumen ungiftig? Könnten sie im Notfall auch bedenkenlos von hungrigen Kindermäulern verspeist werden?
  • Gibt es eventuelle Unfallrisiken (s. u.)?
  • Muss der Teich wirklich sein (s. u.)?

Gibt es eventuelle Unfallrisiken?*

  • Sind Holzstapel gut gesichert, so dass das Holz, sollten die Kinder versuchen daran hochzuklettern, nicht zusammenstürzt?
  • Wurden Stolperfallen (Wurzeln, Absätze, Stufen, Löcher im Boden) möglichst entfernt?
  • Liegt der Gartengrill abseits der Laufwege und ist er gut gesichert, so dass die Kinder sich beim Toben nicht zufällig verbrennen können?
Gartenbau und Gartenplanung vereinen die Bedürfnisse von Mensch und Pflanzen
Garten so gestalten, dass möglichst wenig Unfälle passieren können.

Muss der Teich wirklich sein?

  • Falls Wasserflächen im Garten (Teich, Wasserlauf o. ä.) wirklich gewünscht sind, sind diese gut gesichert, so dass die Kinder nicht hereinfallen und ertrinken können?
  • Ertrinken ist bei Kindern – nach Verkehrsunfällen – die zweithäufigste Todesursache bei Unfällen. Bitte bedenken Sie hier, dass Wasser eine magische Anziehungskraft auf Kinder ausübt, und dass Kinder auch in flachem Wasser, hier reicht schon eine 20 Zentimeter tiefe Pfütze, ertrinken können.
  • Falls Sie ein Planschbecken oder einen Swimmingpool im Garten auf- oder einbauen, sollten Sie darauf achten, dass Sie die Kinder beim Baden ununterbrochen beaufsichtigen. Als Alternative zum Schwimm- oder Planschbecken gibt es übrigens zahlreiche andere Wasserspiele, die sich im Sommer zum Abkühlen eignen.

Der private Spielplatz im Garten

Beim Bau eines Spielplatzes mit Rutsche, Schaukel, Wippe und Sandkasten im Garten können sich viele Gefahrenstellen einschleichen. Minimieren Sie deshalb das Risiko und überlassen Sie die Planung und den Bau der Spielplatzecke einem professionellen Gartenbauer (siehe unten), der über vielfältige Erfahrung in diesem Bereich verfügt und legen Sie Wert auf den Einsatz zertifizierter Spielgeräte.

Bauen Sie ein Schlaraffenland!

Erdbeeren, Johannisbeeren, Trauben, Äpfel und Nüsse sind nicht nur gesund und schmackhaft, Kinder lernen durch den Anbau der Leckereien im heimischen Garten, wie der Kreislauf der Natur, wie Säen, Bewässern, Wachsen, Reifen und letztlich auch das Ernten funktionieren.

Vielleicht finden Sie ja in Ihrem Garten auch Platz für ein kleines Beet, in dem Sie gemeinsam mit Ihren Kindern Karotten, Radiesli, Salat, ein paar Kartoffeln oder Mais anbauen können.

Aber setzen Sie bitte im heimischen Garten keine Pestizide zur Schädlingsbekämpfung ein. Greifen Sie lieber auf Hausmittelchen zurück oder lassen Sie «die anderen» ernten.

*             Anmerkung der Redaktion:

Die aufgeführten Fragen stellen keine vollständige Liste dar, sondern sollen nur als Denkansatz für Ihre eigene Gartengestaltung dienen.

Tipps, das könnte Sie auch noch interessieren:

13 Mai

Kinderspielplätze contra digitale Welt

Die digitale Welt hat es mit sich gebracht, dass Kinder mehr vor dem Computer sitzen als früher. Doch was ist früher? Was war dann genau? Ehrlicherweise muss man sagen, dass der PC ja auch erst Ende der 1970Ger Jahre aufgekommen ist. Daher kannten wir in Sachen Bildschirm ja nur den Fernseher. Waren die Diskussionen in der Familie damals anders? Nein! Die Anziehungskraft des Bildschirms war ebenso gross und löste in der Familie immer wieder Spannungen aus. Da sitzen und sich unterhalten lassen, dieser Anreiz war verlockend.

Kinderspielplätze: Grundschule für Bewegung, für Empathie und für die eigene aktive Lebensgestaltung
Kinderspielplätze: Grundschule für Bewegung, für Empathie und für die eigene aktive Lebensgestaltung

Wir sind visuell orientiert.

Laut Facebook werden pro Minute 300‘000 Bilder in dieses Social Network hochgeladen. Frage ich junge Leute, was sie an Facebook reizt, werden vor allem lustige Bilder und Videos erwähnt. 20Min.ch berichtete im Mai 2014: Laut einer Studie kann Facebook die Gemütslage der Benutzer verschlechtern. Oft verspürt man Unzufriedenheit, wenn man auf Facebook war. Da ist das latente Gefühl, Zeit nicht sinnvoll genutzt zu haben. Das ist offenbar der Preis für die Suche nach Ablenkung und nach Unterhaltung. «We love to entertain you» so lautet der Slogan vom TV-Sender ProSieben. Nur dass wir heute aus meiner Sicht einfach zu viele Möglichkeiten der Unterhaltung haben. Das zeigt das Beispiel YouTube. Besucher verbringen laut globometer.com im Durchschnitt täglich 15 bis 25 Minuten auf der Website. Jede Minute werden 35 Stunden Video werden hochgeladen. Und wer bitte soll sich das alles ansehen?

Der Nachteil an diesen Medien ist die fehlende körperliche Bewegung des Benutzers. Natürlich könnte man einfach sagen, diese Medien halten uns davor ab, aktiv zu. Doch diese Aussage stimmt nur beschränkt und ist abhängig von der Persönlichkeit des Benutzers. Wer eher passiv ist, wird eher Mühe haben. Medien ermöglichen auch neue Ideen zum Spielen im Freien. Wo und wie wird die Persönlichkeit den überhaupt geprägt?

Kinderspielplätze helfen, aktiv Ideen zu gestalten und umzusetzen.

Wir werden in unserer Kindheit geprägt. Von den Geschwistern, von den Eltern, von Freunden u. a. «Ein Kind wird durch ein ganzes Dorf erzogen.» lautet ein bekannter Spruch. Diese Erziehung hat einen Einfluss auf unsere Handlungen. Der Kinderspielplatz bietet enorme Möglichkeiten eigene Fantasien zu entwickeln und mit Freunden umzusetzen. Die Kreativität wird gefördert, ebenso das soziale Verhalten. Ein Kinderspielplatz ist so etwas wie die Grundschule für Bewegung, für Empathie und für die eigene aktive Lebensgestaltung. Beziehungen pflegen. Umgang mit Frust. Relaxen. Kreativ tätig sein. Neues entdecken. 1 zu 1 Konfrontation mit dem Gegenüber. Lösungsansätze suchen. Kompromisse lernen. Die Sicht das anderen erkennen.

Fazit: Was ist gut, was ist schlecht?

Gute Frage! Wir leben in dieser extrem digitalisierten Welt. Das Kind einfach mit Verboten zu belegen, nimmt ihm die Möglichkeit, den Umgang mit Ablenkungen zu üben. Der Mensch ist nun mal bequem. Das Kind soll sinnvolle Alternativen wie den Kinderspielplatz kennenlernen. Es muss erkennen können, was frische Luft und echte Freundschaft für Werte sind. Digitale Welt verhindern, steigert nur deren Anreiz. Kommt dazu, sind die Kids mal erwachsen und aus dem heimischen Nest ausgeflogen, dass Verbote auch nichts mehr nützen. Was dann zählt, ist die Erfahrung, das Entdecken anderer sinnvoller Beschäftigungen. Beziehungen pflegen. Relaxen. Kreativ tätig sein. Neues entdecken. Umgang mit Frust. 1 zu 1 Konfrontation mit dem Gegenüber. Lösungsansätze suchen. Kompromisse lernen. Die Sicht das anderen erkennen. Das erlernen sie zum Beispiel auf dem Spielplatz.

Ob gut oder schlecht ist also die falsche Frage. Sie ist auch nicht wichtig. Denn es geht letztendlich um das Ziel, dem Umgang mit dem Leben zu erlernen.

Weiterführende Links zum Thema Kinder

10 Sep

Familienbegleitung: Wenn’s daheim mal wieder explodiert

Eine fiktive und doch lebensnahe Situtation:

Bruno springt stets mitten im Streit auf, rennt wutschnaubend aus dem Haus, knallt mit der Türe, setzt sich auf sein Motorrad und braust davon. Alexandra ruft ihm hinterher, dass er bitte nicht schon wieder abhauen soll. Als er weg ist, setzt sich hernach gefrustet mit einer Packung Schoggi aufs Sofa, greift zum Telefon und heult sich bei ihrer Freundin aus.

Familienbegleitung: Aufdecken von Reizpunkten in der Familie. Fördern von neuen Sichtweisen.

Solche Situationen gibt es häufig. Manchmal sind Menschen in ihren althergebrachten Verhaltensweisen gefangen. Kommt ein Streit oder ein Problem auf, verfallen sie immer wieder in die gleichen Schemata, ohne ihre Konflikte selbstständig lösen zu können.

Alexandra muss lernen, Bruno nach einer solchen Wegrenn-Aktion keine Vorwürfe zu machen. Statt zu sagen «Du rennst IMMER vor unseren Problemen weg.», sollte sie versuchen, nur die gestrige Situation zu betrachten und zu lösen. «Bruno, es ist gut, dass Du gegangen bist, um zur Ruhe zu kommen. Aber jetzt sollten wir nochmals darüber reden.»

Häufig liegt die Ursache für solche Verhaltensweisen in der Kindheit

Der kleine Bruno hat kein optimales Muster gelernt, um Streit zu lösen. Er fühlt sich persönlich angegriffen. Er reagiert auch als Erwachsener noch wie ein verletztes Kind. Auch als Kind ist er immer wieder weggerannt, hat sich zurückgezogen, wollte alleine sein und schmollen.

Kindererziehung ist kein Kinderspiel

Was leicht erscheint, ist bei genauer Betrachtung gar nicht so einfach. Häufig zeigen Kinder ihren Geschwistern und Eltern gegenüber sehr starke Aggressionen. Sie werfen den Familienmitgliedern Beschimpfungen an den Kopf oder in schlimmen Fällen auch Gegenstände. Oft liegt es daran, dass sie eben dieses Verhalten von ihren Eltern vorgelebt wird.

Der kleine Luca, 8 Jahre alt, und seine grosse Schwester Anna, 9 Jahre alt, und die kleine Schwester Alina, 6 Jahre alt, spielen nur selten in Frieden. Meist kommt es nach wenigen Minuten schon zum Streit, bei dem es häufig zu Handgreiflichkeiten kommt.

Die Kinder sind nicht in der Lage, Meinungsverschiedenheiten in normalem Ton verbal zu lösen. Sie haben es einfach noch nicht anders gelernt.

Je früher man solche Verhaltensweisen aufbricht, desto weniger brennen sich die Muster ein. Häufig schaffen es die Menschen nicht, zu reflektieren. In diesem Fall benötigt man Hilfe von aussen. Je eher, desto besser. Ganz wichtig: Es ist keine Schande, sich externe, professionelle Hilfe zu holen.

Familienbegleitung: Der Blick von aussen erweitert den Horizont

Der Familientherapeut begleitet Familien mit dem Ziel, miteinander Lösungen für ihre Probleme zu finden. Dabei bezieht der Pädagoge keine Stellung, er involviert sich nicht in die Konflikte. Er versucht vielmehr den Familienmitgliedern den Blick für ihre Probleme zu öffnen. Im offenen Gespräch, werden die Familienmitglieder gemeinsam motiviert, Lösungen für ihre Meinungsverschiedenheiten zu finden. Dabei gibt der Therapeut Hilfestellungen und Tipps.

Anleitung zur Selbstreflexion

Die Familien lernen bei der Familienbegleitung aus den althergebrachten Strukturen auszubrechen und neue Wege zu lernen. Die betreuten Menschen werden sensibilisiert,

Durch gezielte Fragen bringt der Pädagoge während der Familienbegleitung die Konfliktparteien dazu, ihre Situation zu reflektieren. Durch die Übung unter Anleitung sollen die Familienmitglieder lernen, ihre Probleme auch ohne Begleitung zu erkennen. Ausserdem werden bei der Begleitung alternative Wege zur Lösung der familiären Schwierigkeiten erlernt, so dass die Familien in die Lage versetzt werden, künftige Probleme selbstständig zu lösen.

Beispiel für sozialpädagogische Familienbegleitung (SPF) siehe:

5 Jul

Ein Spiel mit Folgen

Wie schütze mein Kind vor schweren Unfällen?

Das Spiel im Allgemeinen, aber vor allem dasjenige draussen auf dem Spielplatz ist für die koordinative Entwicklung eines jungen Menschen zentral und eigentlich durch nichts zu ersetzen. Beim Klettern, Schaukeln, Springen und Balancieren lernen Kinder das Zusammenspiel ihrer Kräfte mit den Gesetzen der Schwerkraft kennen. Das Spiel stärkt das Selbstbewusstsein und zeigt gleichzeitig die Grenzen der eigenen Kräfte auf. Unmittelbare Zusammenhänge werden erkannt, Fähigkeiten erlernt und soziale Kontakte geknüpft.

Doch ob auf Rutschbahn, Kletterfelsen, Balancierteller oder Schaukel: Verletzungen gehören zum Spiel mit dazu. Ganz vermeiden kann (und sollte) man sie nicht – doch das Gefahrenpotenzial der Spielumgebung lässt sich eindämmen.

Gefahrenzone Spielplatz: Die meisten Verletzungen geschehen durch Stürze

Der Grossteil der Unfälle mit Kindern geschehen draussen. Lediglich 6 % ereignen sich in Turnräumen und Sporthallen, 4 % auf Wegen und nur 3 % auf Ausflügen. Der klassische Unfall im Kindergartenalter ist der Sturzunfall (70 %). Kinder stürzen sowohl an Gegenständen (34 %) als auch von einem Spiel- oder Klettergerät herunter (20 %). In der Schweiz werden jährlich rund 5’000 Unfälle auf Kinderspielplätzen gemeldet. Die meisten davon hätten mit entsprechenden planerischen Massnahmen verhindert werden können.

Die Frage stellt sich also: Wie kann ich mein Kind vor schwereren Verletzungen schützen, ohne ihm wichtige Lernprozesse zu versagen? Worauf muss im Vorfeld geachtet werden, wenn ich eine Rutsche, Kletterwand oder Schaukel im Garten installiere?

Das Problem liegt in der Härte der Böden

Untersuchungen haben ergeben, dass die Böden vieler Spielplätze in der Schweiz zu hart sind. Etliche gar lebensgefährlich hart. So kann ein Sturz von der Schaukel mit dem Kopf auf den Boden im schlimmsten Fall einen Schädelbruch zur Folge haben.

Eine Fallschutzplatte kann dies verhindern. Sie gewährt Elastizität und Falldämpfung, isoliert hervorragend gegen Schall und weist eine lange Lebenserwartung auf. Sie ist einfach zu verlegen, bequem zu reinigen und gar nicht so teuer.

Kinder sollten frei spielen und sich austoben können. Auch Unfälle gehören dazu und sind für die kognitive Entwicklung wichtig. Nicht deren Vermeidung sondern die Eindämmung der Verletzungsgefahr liegt in der Verantwortung der Eltern, Erzieher und Abwarte. Mit einem elastischen Boden unter dem Spielgerät erreichen Sie mit wenig Aufwand ein vernünftiges Sicherheitsniveau – und können Ihre Kinder guten Gewissens spielen lassen.

 

7 Feb

Ein Spielturm im Haus

Als ich vor einigen Jahren bei einem Arbeitskollegen zu Besuch war, erklärte er mir, dass seine Kinder dort spielen möchten, wo sich die Eltern aufhalten. Obwohl die Kids eher grosse Spielzimmer hatten, suchten sie die Nähe zu den Eltern. Es geht um das Zusammensein, um Geborgenheit und Sicherheit.

Wetterunabhängige Spielgeräte

Kürzlich bin ich bei einem Anbieter für Spielgeräte auf einen sogenannten Indoor-Spielturm gestossen. gestossen. Die Idee finde ich gut, insbesondere für Kleinkinder. Wenn es regnet, geht niemand gerne nach draussen. Daher ist dieser Indoor-Spielturm eine originelle Lösung, um trotzdem die Bewegung zu fördern. Allerdings müsste die Nutzung schon gut organisiert sein. Steht er zur freien Verfügung, wird er relativ schnell seinen Reiz verlieren. Darf er genutzt werden, wenn das Morgenprogramm (Zähne putzen, Gesicht waschen etc.)  gemacht ist, wird er zu einem wetterunabhängigen Motivationsfaktor.

Indoor Spielturm von Hags - Oeko Handels AG

Indoor Spielturm von Hags  (Oeko Handels AG)

Die Vorteile eines Spielturms

Welche Argumente sprechen für einen Spielturm? Viel Kinderspielgeräte scheiden im Vornherein aus, weil die nach Sicherheitsnorm benötigten Freiräume fehlen. Hier bildet der Spielturm eine echte Alternative. Sein Vorteil: Durch seine mehrgeschossige Konstruktion kann auch die dritte Dimension (Höhe) als Spielfläche verwendet werden. Wer in die Höhe baut, muss Sicherheit gewährleisten. Diese lässt sich mit einem zusätzlichen, weichen Bodenbelag realisieren. Ein weiterer Vorteil: man kann eine Rutsche anbringen, was Kinder heiss lieben.

13 Jun

Spielgeräte und Spielplätze ändern sich

Spielen mit Schulfreunden vor 30 Jahren: Wir suchten den nächsten Spielplatz auf und vergnügten uns auf Spielgeräten wie Balanciertellern, Holzspielgeräten, Kletterbäumen. Etwas später wurden dann Sportplatz und Tischtennistisch beliebter. Diese Spiele  förderten unsere körperliche Bewegung und halfen, Stress abbauen.

Spielgeräte fördern die körperliche Entwicklung eines Kindes
Foto © Miredi – Fotolia.com – Spielgeräte fördern die körperliche Entwicklung eines Kindes

Spielgeräte Konkurrenz aus dem Internet

Szenenwechsel. Bei den ganz kleinen Kids mag das heute noch ähnlich sein, wie im ersten Abschnitt  beschrieben. Doch die Outdoor Spielgräte haben Konkurrenz bekommen. Konkurrenz, die ebenfalls bewegt. Aber leider nicht körperlich. Smartphones und Tabletts ermöglichen von überall her und zu jeder Zeit, mobil ins Internet zu gehen, dort zu gamen. Dies fasziniert und bindet manchen Jugendlichen. Begleitet wird dies oft von lauter Musik über Kopfhörer. Sind so Stressabbau und Erholung möglich? Dauernd «on» sein, lesen, was Kollegen, die man täglich in der Schule sieht, ins Facebook schreiben – Förderung oder Kräfteverschleiss?

Statt mehr Beziehungen mehr Einsamkeit

In der Ausgabe vom 10. Mai schreibt der Tagesanzeiger im Artikel «Einsam, von Freunden umzingelt», dass Facebook Beziehungen simuliert, die keine seien. Studien würden zeigen: «Je häufiger sich Menschen mit virtuellen Kontakten umgeben, desto mehr bleiben sie alleine zurück.» Als Facebook in den USA populär wurde, massierte sich zugleich die Vereinsamung der Bürgerinnen und Bürger, schreibt der Tagi weiter. In den USA seien heute 27 Prozent der Haushalte Einpersonenhaushalte; vor 60 Jahren wären es erst 10 Prozent gewesen.

Das sind Zahlen. Man kann sie ernst nehmen und sich, bzw. sein eigenes Umfeld oder Internetverhalten kritisch hinterfragen. Einsamer fühle ich mich nicht. Nur ich habe auch einige Offline-Freunde. Während ich früher mehr Zeit für mich selbst hatte, fordern die neuen Medien mehr Zeit des Einzelnen. Das merkt man deutlich, wenn man mit dem Zug unterwegs ist und zahlreichen Telefongesprächen zu hören oder beim «Smseln» zusehen kann. Die Privatsphäre geht immer mehr verloren. Was früher offline war, kann heute innert kurzer Zeit online sein. Zudem werde ich den Eindruck nicht los, dass junge Menschen oft statt direkt, via SMS oder Facebook kommunizieren. Die Art und Weise wirkt manchmal auch aggressiv. Das ist beim direkten Kontakt anders.

Das Smartphone ersetzt traditionelle Spielgeräte

Kurzvideo: Klick auf Bild – Das Smartphone als «Kinderspielgerät»

Während auf dem Spielplatz Beziehungen auf- und Aggressionen abgebaut werden, läuft man  Gefahr, bei Facebook und anderen Onlineangeboten trotz zahlreicheren Kontakten weniger tragende Beziehung zu erleben. Aggressionen werden nicht ab-, sondern eher aufgebaut. Ich möchte meine Einschätzung nicht verallgemeinern. Internet hat viel Gutes gebracht – ob wir damit immer sinnvoll umgehen können, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Weitere Linktipps zum Thema Kinder:

tearfund.ch: Armut von Kindern bekämpfen