13 Mai

Kinderspielplätze contra digitale Welt

Die digitale Welt hat es mit sich gebracht, dass Kinder mehr vor dem Computer sitzen als früher. Doch was ist früher? Was war dann genau? Ehrlicherweise muss man sagen, dass der PC ja auch erst Ende der 1970Ger Jahre aufgekommen ist. Daher kannten wir in Sachen Bildschirm ja nur den Fernseher. Waren die Diskussionen in der Familie damals anders? Nein! Die Anziehungskraft des Bildschirms war ebenso gross und löste in der Familie immer wieder Spannungen aus. Da sitzen und sich unterhalten lassen, dieser Anreiz war verlockend.

Kinderspielplätze: Grundschule für Bewegung, für Empathie und für die eigene aktive Lebensgestaltung
Kinderspielplätze: Grundschule für Bewegung, für Empathie und für die eigene aktive Lebensgestaltung

Wir sind visuell orientiert.

Laut Facebook werden pro Minute 300‘000 Bilder in dieses Social Network hochgeladen. Frage ich junge Leute, was sie an Facebook reizt, werden vor allem lustige Bilder und Videos erwähnt. 20Min.ch berichtete im Mai 2014: Laut einer Studie kann Facebook die Gemütslage der Benutzer verschlechtern. Oft verspürt man Unzufriedenheit, wenn man auf Facebook war. Da ist das latente Gefühl, Zeit nicht sinnvoll genutzt zu haben. Das ist offenbar der Preis für die Suche nach Ablenkung und nach Unterhaltung. «We love to entertain you» so lautet der Slogan vom TV-Sender ProSieben. Nur dass wir heute aus meiner Sicht einfach zu viele Möglichkeiten der Unterhaltung haben. Das zeigt das Beispiel YouTube. Besucher verbringen laut globometer.com im Durchschnitt täglich 15 bis 25 Minuten auf der Website. Jede Minute werden 35 Stunden Video werden hochgeladen. Und wer bitte soll sich das alles ansehen?

Der Nachteil an diesen Medien ist die fehlende körperliche Bewegung des Benutzers. Natürlich könnte man einfach sagen, diese Medien halten uns davor ab, aktiv zu. Doch diese Aussage stimmt nur beschränkt und ist abhängig von der Persönlichkeit des Benutzers. Wer eher passiv ist, wird eher Mühe haben. Medien ermöglichen auch neue Ideen zum Spielen im Freien. Wo und wie wird die Persönlichkeit den überhaupt geprägt?

Kinderspielplätze helfen, aktiv Ideen zu gestalten und umzusetzen.

Wir werden in unserer Kindheit geprägt. Von den Geschwistern, von den Eltern, von Freunden u. a. «Ein Kind wird durch ein ganzes Dorf erzogen.» lautet ein bekannter Spruch. Diese Erziehung hat einen Einfluss auf unsere Handlungen. Der Kinderspielplatz bietet enorme Möglichkeiten eigene Fantasien zu entwickeln und mit Freunden umzusetzen. Die Kreativität wird gefördert, ebenso das soziale Verhalten. Ein Kinderspielplatz ist so etwas wie die Grundschule für Bewegung, für Empathie und für die eigene aktive Lebensgestaltung. Beziehungen pflegen. Umgang mit Frust. Relaxen. Kreativ tätig sein. Neues entdecken. 1 zu 1 Konfrontation mit dem Gegenüber. Lösungsansätze suchen. Kompromisse lernen. Die Sicht das anderen erkennen.

Fazit: Was ist gut, was ist schlecht?

Gute Frage! Wir leben in dieser extrem digitalisierten Welt. Das Kind einfach mit Verboten zu belegen, nimmt ihm die Möglichkeit, den Umgang mit Ablenkungen zu üben. Der Mensch ist nun mal bequem. Das Kind soll sinnvolle Alternativen wie den Kinderspielplatz kennenlernen. Es muss erkennen können, was frische Luft und echte Freundschaft für Werte sind. Digitale Welt verhindern, steigert nur deren Anreiz. Kommt dazu, sind die Kids mal erwachsen und aus dem heimischen Nest ausgeflogen, dass Verbote auch nichts mehr nützen. Was dann zählt, ist die Erfahrung, das Entdecken anderer sinnvoller Beschäftigungen. Beziehungen pflegen. Relaxen. Kreativ tätig sein. Neues entdecken. Umgang mit Frust. 1 zu 1 Konfrontation mit dem Gegenüber. Lösungsansätze suchen. Kompromisse lernen. Die Sicht das anderen erkennen. Das erlernen sie zum Beispiel auf dem Spielplatz.

Ob gut oder schlecht ist also die falsche Frage. Sie ist auch nicht wichtig. Denn es geht letztendlich um das Ziel, dem Umgang mit dem Leben zu erlernen.

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