10 Mrz

Neugier treibt an und hemmt die Einschätzung von Gefahren

Dass Kinder von Natur aus neugierig sind, ist ein Geschenk. Neugier treibt schliesslich voran und ermöglicht Ausdauer. Leben entdecken. Verstehen, wie was abläuft. Spielerisch und begleitet. Schritt für Schritt. Neugier ist ein Geschenk, von dem die Menschheit schon viel profitiert hat.

Neugier treibt an und gestaltet Leben
Neugier treibt an und gestaltet Leben

Der Lohn der Neugierde

Es liegt auf der Hand. Neugierige Menschen treiben Entwicklungen voran. Was wären wir heute ohne Thomas Alva Edison, der mit viel Ausdauer die Glühbirne erfunden hatte. Was wären wir ohne die Gebrüder Wright, die hartnäckig das Ziel verfolgten, ein Flugzeug zu bauen, das fliegen kann … Sir Ernest Shackleton, der mit seiner Mannschaft und dem Schiff Endurance zwei Jahre lang im Packeis gefangen war. Mit Überzeugung und Ausdauer konnte er seine ganze Mannschaft retten. Zu Beginn seiner Reise war die Neugierde. Etwas erreichen können. Unbekanntes Land (Durchquerung des Südpols). Shackleton wurde durch sein Wagnis zu einer der grössten Führerpersönlichkeiten.

Die Gefahren

Es wäre nicht korrekt, jetzt nur vom Erfolg zu sprechen. Neugierde kann auch schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. So hat manch einer seine Neugierde mit dem Leben bezahlt. Ich möchte an all die Extremsportler erinnern, an Menschen, die sich bewusst Gefahren ausgesetzt haben. Das ist bei Kindern anders. Diese können Gefahren noch nicht richtig einschätzen. Kürzlich beobachtete ich eine Mutter, die ihr Kleinkind gerade noch davor zurückhalten konnte, auf die Strasse zu rennen. Sie erklärte ihm, dass hier Autos vorbeifahren und es gefährlich sei. Das Kind hatte etwas entdeckt, was es sich näher ansehen wollte. Ob es wohl verstanden hat, was Autos sind und was «gefährlich» bedeutet?

Kinderspielgeräte wollen entdeckt werden, lösen Neugier aus.

Fallschutzplatten

Für den Abschluss meines Blogs wähle ich bewusst das Bild von Fallschutzplatten. Das sind weiche Platten, die man auf Kinderspielplätzen einsetzt. Diese werden eingesetzt, wo ein Kind von einem Spielgerät herunter fallen könnte. Die Webseite des Kinderspielplatz-Experten Oeko-Handels.ch schreibt, dass diese Fallschutzplatten bei Fallhöhen von bis zu 3 Metern geeignet sind. Die Platten aus Gummifasern sind zweischichtig aufgebaut: Aus verdichteter, hoch belastbarer Nutzschicht und weicher, Fallschutz gewährender Basisschicht. Warum ist ein Fallschutz wichtig und warum erwähne ich ihn als Beispiel im Zusammenhang mit Neugierde? Kinderspielplätze sind wichtige Bereiche beim Ausleben von Neugierde. Es können Fantasien entwickelt, Spiele gespielt und Neues entdeckt werden. Was da steht, was es auslöst, steigert die Faszination und reduziert so die Sicht für Gefahren.

Fallschutz ist daher eine «not wendige» (Not wird abgewendet) Sicherheit. Denn wer fällt, fällt weicher. Bricht keine oder weniger Knochen. Das bedeutet, die Erfahrung bei einem Unfall ist nicht allzu negativ. Das Kind ist so fähig, trotz Sturz weiter zu machen. Weiter zu erforschen. Es lernt, Rückschläge wegzustecken. Sie als zum Leben dazugehörend zu betrachten. Fallschutz mag vordergründig ein Randthema sein. Eines, dem man später nicht mehr danach fragt. Nur wissen wir längst, dass Erfahrungen in der Kindheit sehr prägend sind. In unseren ersten Jahren definieren wir unseren Lebensstil. Entscheiden früh, was wir als gut und was als schlecht erleben. An dieser Tatsache gemessen, sind Fallschutzplatten und Spielplätze gut investiertes Geld. Sie können im entscheidenden Moment enorm wichtig sein. Stehen ein für die Sicherheit und dafür, dass gestürzte Kinder weiter entdecken und erforschen wollen. Später, in weiteren entscheidenden Momenten, können Ideen entwickelt und umgesetzt werden. Weil die Neugier in der Kindheit erhalten blieb …

Tipps aus dem WWW für Sie ausgesucht

13 Mai

Kinderspielplätze contra digitale Welt

Die digitale Welt hat es mit sich gebracht, dass Kinder mehr vor dem Computer sitzen als früher. Doch was ist früher? Was war dann genau? Ehrlicherweise muss man sagen, dass der PC ja auch erst Ende der 1970Ger Jahre aufgekommen ist. Daher kannten wir in Sachen Bildschirm ja nur den Fernseher. Waren die Diskussionen in der Familie damals anders? Nein! Die Anziehungskraft des Bildschirms war ebenso gross und löste in der Familie immer wieder Spannungen aus. Da sitzen und sich unterhalten lassen, dieser Anreiz war verlockend.

Kinderspielplätze: Grundschule für Bewegung, für Empathie und für die eigene aktive Lebensgestaltung
Kinderspielplätze: Grundschule für Bewegung, für Empathie und für die eigene aktive Lebensgestaltung

Wir sind visuell orientiert.

Laut Facebook werden pro Minute 300‘000 Bilder in dieses Social Network hochgeladen. Frage ich junge Leute, was sie an Facebook reizt, werden vor allem lustige Bilder und Videos erwähnt. 20Min.ch berichtete im Mai 2014: Laut einer Studie kann Facebook die Gemütslage der Benutzer verschlechtern. Oft verspürt man Unzufriedenheit, wenn man auf Facebook war. Da ist das latente Gefühl, Zeit nicht sinnvoll genutzt zu haben. Das ist offenbar der Preis für die Suche nach Ablenkung und nach Unterhaltung. «We love to entertain you» so lautet der Slogan vom TV-Sender ProSieben. Nur dass wir heute aus meiner Sicht einfach zu viele Möglichkeiten der Unterhaltung haben. Das zeigt das Beispiel YouTube. Besucher verbringen laut globometer.com im Durchschnitt täglich 15 bis 25 Minuten auf der Website. Jede Minute werden 35 Stunden Video werden hochgeladen. Und wer bitte soll sich das alles ansehen?

Der Nachteil an diesen Medien ist die fehlende körperliche Bewegung des Benutzers. Natürlich könnte man einfach sagen, diese Medien halten uns davor ab, aktiv zu. Doch diese Aussage stimmt nur beschränkt und ist abhängig von der Persönlichkeit des Benutzers. Wer eher passiv ist, wird eher Mühe haben. Medien ermöglichen auch neue Ideen zum Spielen im Freien. Wo und wie wird die Persönlichkeit den überhaupt geprägt?

Kinderspielplätze helfen, aktiv Ideen zu gestalten und umzusetzen.

Wir werden in unserer Kindheit geprägt. Von den Geschwistern, von den Eltern, von Freunden u. a. «Ein Kind wird durch ein ganzes Dorf erzogen.» lautet ein bekannter Spruch. Diese Erziehung hat einen Einfluss auf unsere Handlungen. Der Kinderspielplatz bietet enorme Möglichkeiten eigene Fantasien zu entwickeln und mit Freunden umzusetzen. Die Kreativität wird gefördert, ebenso das soziale Verhalten. Ein Kinderspielplatz ist so etwas wie die Grundschule für Bewegung, für Empathie und für die eigene aktive Lebensgestaltung. Beziehungen pflegen. Umgang mit Frust. Relaxen. Kreativ tätig sein. Neues entdecken. 1 zu 1 Konfrontation mit dem Gegenüber. Lösungsansätze suchen. Kompromisse lernen. Die Sicht das anderen erkennen.

Fazit: Was ist gut, was ist schlecht?

Gute Frage! Wir leben in dieser extrem digitalisierten Welt. Das Kind einfach mit Verboten zu belegen, nimmt ihm die Möglichkeit, den Umgang mit Ablenkungen zu üben. Der Mensch ist nun mal bequem. Das Kind soll sinnvolle Alternativen wie den Kinderspielplatz kennenlernen. Es muss erkennen können, was frische Luft und echte Freundschaft für Werte sind. Digitale Welt verhindern, steigert nur deren Anreiz. Kommt dazu, sind die Kids mal erwachsen und aus dem heimischen Nest ausgeflogen, dass Verbote auch nichts mehr nützen. Was dann zählt, ist die Erfahrung, das Entdecken anderer sinnvoller Beschäftigungen. Beziehungen pflegen. Relaxen. Kreativ tätig sein. Neues entdecken. Umgang mit Frust. 1 zu 1 Konfrontation mit dem Gegenüber. Lösungsansätze suchen. Kompromisse lernen. Die Sicht das anderen erkennen. Das erlernen sie zum Beispiel auf dem Spielplatz.

Ob gut oder schlecht ist also die falsche Frage. Sie ist auch nicht wichtig. Denn es geht letztendlich um das Ziel, dem Umgang mit dem Leben zu erlernen.

Weiterführende Links zum Thema Kinder