23 Feb

Sozialhilfe: Was aus dem Sinn ist, ist nicht aus dem Leben.

Das Leben ist sehr direkt. Etliche Krisen können nicht verhindert oder abgewendet werden. Not kommt oft unerwartet und man ist, ehe man sich’s versieht, mitten drin. Krisen können dann verhindert bzw. reduziert werden, wenn es bereits ähnliche Ereignisse gab und man daraus gelernt hat. Jeder Mensch definiert und erlebt eine Krise anders. Was die einen als tragisch empfinden, stört andere nicht mal so sehr.

Wir können Krisen auch ganz einfach verdrängen. Aus dem Leben, aus dem Sinn… Wirklich?

Sozialarbeit bedeutet hinsehen.

Alleinerziehende Mütter oder bildungsferne Menschen

Wer viel hat, hat auch viele Möglichkeiten. Gebildete Menschen finden schneller eine Arbeitsstelle. Auch Erfahrung und Vermögen können einen Einfluss auf das Leben haben. Wie aber ist es, wenn Menschen es verpasst haben, sich genügend zu bilden? Wenn sie kein Geld besitzen und ihre Geschichte ihnen nur im Weg steht? Weil sie aus einer anderen Kultur kommen oder schlechte Startbedingungen im Leben hatten? Weil sie unsere Sprache nicht (gut genug) beherrschen?

Es gibt viele Einflüsse, die zu einem Einbruch des Selbstwerts führen können. Grosse Last muss getragen werden, wird schwerer und lähmt. Das kann einzelne Personen und auch ganze Familien treffen. Gemäss «Kampf um Sozialhilfe, ein Leben mit wenig Geld» (Swissinfo – 02.2014) sind vor allem alleinerziehende Mütter oder bildungsferne Menschen Sozialhilfeempfänger. In der Schweiz erhalten etwa 250’000 Personen Sozialhilfe. Das sind laut Swissinfo gut 3% der Bevölkerung.

Selbstwert im Sturzflug

Von der Sozialhilfe zu leben, ist eine Herausforderung. Jeder Mensch möchte sich selbst ernähren, möchte für sich selbst sorgen können. Kann man dies nicht, ist der Selbstwert im Sturzflug. Vielleicht müssten wir wieder etwas mehr zusammenrücken. Mitzutragen ist langfristig für alle besser, als fallenzulassen.

Auch Grauzone existiert. Was aus dem Sinn ist, ist nicht unbedingt aus dem Leben.

Aus den Augen und doch noch da!
Aus den Augen und doch noch da!

 

Auffangen als Lösungsansatz. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

Sozialhilfe leisten: mittragen

Manchmal braucht es einfach Beziehung. Sozial schwächere Menschen in Gemeinschaften integrieren. Begegnungen ermöglichen. Dabei sein können. Teil sein. Beziehungen pflegen. Persönlichkeitsentwicklung am Gegenüber ermöglichen. Das fängt mit einer guten Wahrnehmung im eigenen Umfeld an. Eine Begrüssung ist ausgedrückte Wertschätzung. Den Menschen als Original an- und mitnehmen, in den Verein, oder auf eine Wanderung. Immer ohne eine Opferrolle zu unterstützen.

Ausbildung zum Sozialarbeiter

Der zunehmende Flüchtlingsstrom wird Hilfe zur Integration erfordern. Von einer Kultur in eine andere gehen, von einer Not verdrängt zu werden und völlig neu anfangen müssen, das können nicht alle. Die Chancen auf eine Arbeitsstelle sind gering. Viele werden professionelle Hilfe und Begleitung brauchen. Wer als Sozialarbeiter arbeitet oder es zukünftig tut, gehört zu diesen professionellen Hilfspersonen. Sozialarbeiter sind darum auf Weiterbildung angewiesen, in der er oder sie Menschen fördern können.Hilfe zur Selbsthilfe. Dazu gehört auch die Abgrenzung zu der Not. Da sein. Teil sein. Tragen und gleichzeitig Verantwortung übergeben. Weiterbildung ist ein Schritt von vielen. Wir müssen dran bleiben. Was aus unserem Sinn ist, ist eben nicht aus dem Leben.

Verdrängen geht nicht. Das haben uns die Geschehnisse 2015 sehr eindrücklich gezeigt …

Tipp für Weiterbildung

Sozialarbeiter-Ausbildung.ch: Krisen sind Chancen. Dank einer Coaching-Weiterbildung!

19 Jun

Inkasso: Von finanziellen Engpässen profitieren!

Wenn es finanziell eng wird im Leben, gerät so manches durcheinander. Geldsorgen bereiten existenzielle Not, sie lähmen die Kreativität, mindern die Lebensfreude und beeinflussen private Beziehungen. Die Arbeitskollegen, Partner, Kinder und Freunde – alle bekommen es zu spüren, wenn man finanziell unter Druck steht. Und wenn dann noch die eine oder andere Mahnung ins Haus fliegt und das Inkassobüro droht, wird es ganz unangenehm.

Die gute Nachricht für alle Betroffenen lautet: Es gibt gangbare Wege hinaus aus der Krise!

Inkasso: Selbst proaktiv werden. Handlen und offen kommunizieren.
Inkasso: Selbst proaktiv werden. Schritt für Schritt Schulden abbauen.

Den finanziellen Engpass als Chance begreifen

Wie vieles im Leben bietet auch ein finanzieller Engpass eine Chance. Das ist kein Zynismus, kein Schönreden und keine Verharmlosung des Problems – sondern tausendfach erlebte Tatsache: Wem es gelingt, während einer finanziellen Notlage den Kopf nicht in den Sand zu stecken, vermag sich daraus auch langfristig zu befreien. Wer nicht zu stolz ist, Hilfe in Anspruch zu nehmen, der kann gemäss dem Motto «Was mich nicht umbringt, macht mich stark», daran wachsen. Grundsätzlich gilt: Krisen sollten gezielt angegangen und keinesfalls verschleiert werden.

Eine Mahnung oder ein Inkasso ist kein Weltuntergang!

Den Weg aus der Krise antreten

Eine Möglichkeit zum Weg aus der persönlichen Finanzkrise, ist von sich aus direkt mit dem entsprechenden Gläubiger Kontakt aufzunehmen. So kann in offen geführten bilateralen Gesprächen ein Abzahlungsplan vorgeschlagen und ausgehandelt werden.

Eine faire konstante Monatsrate ist in vielen Fällen machbar und für den Schuldner ohne (finanziellen) Genickbruch zu bewältigen.

Proaktives Engagement beruhigt die Gemüter auf beiden Seiten und macht aus dem Opfer einen Handelnden. Letztendlich ist für jedes Unternehmen das Ziel, den Kunden behalten zu können – trotz der Zahlungsverzögerungen.

Bei einer offenen Kommunikation des privaten Finanzengpasses, trifft man vielleicht auf offene Türen seitens der Gläubiger.

Eine Mahnung ist kein Weltuntergang

Einen anderen Weg stellen die zahlreichen Fachstellen dar, die überall in der Schweiz genau für dieses Problem existieren. Ausgebildetes Personal steht telefonisch oder in einem zu vereinbarenden Gespräch zur Verfügung, um finanzielle Probleme systematisch und gemeinsam an der Wurzel zu packen und so Wege aus der Krise freizulegen. Das verschafft einem die nötige Luft und eröffnet einen freien Blick auf eine sorgenfreie Zukunft, ohne Geldsorgen.

Beispiel Schweizer Inkasso-Unternehmen: dieinkasso.ch

14 Mrz

Fussball: Fairness und Verdienst

Es ist Samstagabend und ich schaue mir einmal mehr die Fussball Bundesliga an. Fussball – ein Sport, der laut online Enzyklopädie Wikipedia schon im 3. Jahrhundert seine Anfänge in China, aber noch keine allgemein gültigen Regeln hatte. Erst 1848 verfassten Studenten der Universität Cambridge in England die ersten Fussballregeln. Heute ist dieser Sport zu einem leider oft überspitzten Business geworden. Laut Goal.com geben die deutschen Bundesliga-Vereine eine gute 3/4 Milliarde Euro für die Löhne der Fussballer aus. Allen voran steht der FC Bayern mit 140 Millionen Euro, bzw. durchschnittlich 5.4 Mio. Euro pro Spieler.

Fussball: Spiel des Lebens oder Spiel des Geldes?
Fussball: Spiel des Lebens oder Spiel des Geldes?

Was ist der Massstab für faire Löhne?

Für dieses Geld rennen 22 Mann auf dem Fussballfeld einem Ball hinterher und versuchen, damit möglichst viele Tore zu schiessen. Denn wer gewinnt, dem winkt oft noch mehr Geld. Als Vergleich dazu: Ein Bundesrat in der Schweiz verdient im Jahr Fr. 445‘000.- plus Fr. 30‘000.- Spesenpauschale. Der «kleine» Unterschied: Ein Bundesrat muss ein ganzes Land regieren, hat mehr Verantwortung und viel weniger Lohn als die Spieler des FC Bayern. So ist unsere Welt, so haben wir es letztendlich zugelassen. Dieser extreme Lohn-Unterschied lässt sich kaum begründen.

Bundesräte: weniger Lohn, mehr Verantwortung, weniger Fans ...
Bundesräte: weniger Lohn, mehr Verantwortung, weniger Fans …

Was ist Fairness?

Diese Frage stellt sich einem einfach, wenn man diese Zahlen hört. Sie drängt sich aber noch mehr auf, wenn ein Spieler den Penalty sucht und sich theatralisch im Strafraum fallen lässt. Der Sieg ist schliesslich wichtig. Auch wenn es ein sogenannt «dreckiger» Sieg ist. Das Gefühl, dass auf dem Platz alles erlaubt ist, lässt Slogans wie «Wir wollen fairen Sport» als Widerspruch in sich dastehen. Würde ein Bundesrat mit unfairen Mitteln spielen, würde sein sofortiger Rücktritt gefordert.

Aron Hunt und Miroslav Klose: faire Fussballer

Es gibt sie Gott sei Dank, faire Fussball-Spieler. Da ist zum Beispiel Aron Hunt vom SV Werder Bremen. Im Spiel gegen den FC Nürnberg lehnt er einen Penalty ab. «Ich wollte den Elfmeter haben, aber es war nicht die richtige Entscheidung von mir», erzählte Hunt in einem Interview. Auf das Spiel, den Sieg von Werder hatte diese Entscheidung keinen Einfluss mehr. (Quelle: bluewin.ch) Werder führte bereits 2:0. Miroslav Klose lehnte ein Tor ab, das er mit der Hand erziehlt hatte. Sein Verein verlor am Schluss. (Quelle: Focus.de). Aron Hunt und Miroslav Klose fallen auf – mit überzeugender Fairness. Und der Lohn dafür?

Respekt der ganzen Nation

Fairness ist etwas ganz Besonderes. Man kann sie nicht kaufen und ihr Lohn ist meistens immateriell. Nämlich Anerkennung und Respekt seitens der Mitmenschen. Welt.de schreibt über Kloses Fairness «Italien lobt Klose – Hand-Tor selbst annulliert». Selbst der FIFA-Präsident meldete sich zu Wort: «Bravo Miro Klose für diese Geste gestern Abend», twitterte Joseph S. Blatter. Ehrenvoll verlieren ist, so komisch es klingt, langfristig mehr Wert als «dreckig» gewinnen. Dieses Melden eines nicht korrekten Tores oder Elfmeters hat auch damit zu tun, dass man die Regeln des Fussballs und seinen Gegner respektiert. «Berufsehre» nennt man diese Haltung. Daraus entsteht Fairness.

fairtrade: bewusst fair einkaufen und andere unterstützen
fairtrade: bewusst fair einkaufen und andere unterstützen

Fairness = den Nächsten respektieren und fair behandeln

Beides, Fairness und Respekt, sollten fixe Bestandteile in unserem Leben sein. Wo kaufe ich zum Beispiel ein? Bezahle ich bewusst mehr für eine Leistung, dafür kann sich der Verkäufer seinen Lebensunterhalt sichern? Das ist die Idee von fair trade. Respekt und die Bereitschaft, etwas mehr zu bezahlen, weil mit fair trade letztlich mehr Parteien gewinnen. Ziel von fair trade ist nicht, dass einzelne Menschen 5,4 Millionen Euro im Jahr verdienen. Aber vielleicht können sich 5,4 Millionen Menschen langfristig den eigenen Lebensunterhalt sichern. Das wäre definitiv Fairness!

 

19 Sep

Personaltrainerin – als Frau besser verstanden werden

Wie oft haben Sie sich schon vorgenommen, sich sportlich zu betätigen, abzunehmen oder sich bewusster zu ernähren? Und wieviel Mal sind die guten Vorsätze dann leider auch solche geblieben? Anstatt sich alleine einen Plan aufzustellen, fällt es Ihnen vielleicht leichter, mit jemandem zusammen Ziele zu formulieren und diese dann auch umzusetzen. Dabei ist wichtig, dass eine Vertrauensbasis zwischen Coach und Coachee (Ratsuchender) möglich wird. Wie zum Beispiel im Falle von Mann zu Mann oder von Frau zu Frau. Letzeres verfolgen wir in diesem Blog weiter anhand eines konkreten Beispieles, der Begleitung durch eine Personaltrainerin im Bereich Fitness.

Personaltrainerin - von Frau zu Frau

Von Frau zu Frau

Frauen wenden sich gerne an jemanden des gleichen Geschlechtes, weil sie sich erhoffen, dass eine Frau sie besser versteht oder gewisse Probleme selbst persönlich kennt und darum von eigenen Erfahrungen reden kann. Vor allem in «Frauen spezifischen Fragen», wie zum Beispiel dem Zu- oder Abnehmen in einer Schwangerschaft fühlt sich eine Betroffene bei einer Frau besser aufgehoben. Eine Personaltrainerin ist die richtige Ansprechperson, die einem in solchen Fragen unterstützt und hilft, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Das oberste Ziel einer Personaltrainerin ist, ihre Kunden zu einem besseren Wohlbefinden zu begleiten. Sie stellt einen individuellen Trainingsplan mit den Betroffenen zusammen, was immer der Wunsch auch sein mag; sei es Ausdauer, Muskelaufbau, mehr Beweglichkeit usw.

Fit im Büro

Auch der Ausgleich zum Büroalltag kann individuell gestaltet werden. Wieso nicht für einmal in der Pause anstelle vom Pausenkaffee oder der Zigarette mit den Arbeitskollegen Fitness-Übungen absolvieren? Das braucht zwar mehr Überwindung, ist aber besser für die Gesundheit und wirkt sich langfristig positiv auf das Wohlbefinden aus. In der Gruppe fällt es vielen leichter dran zu bleiben und es macht mehr Spass!

Fitness im Alltag üben, von überall her
Es gibt viele Möglichkeiten im Alltag, Fitness zu machen und etwas für die Gesundheit zu tun.

 

Auch in der zweiten Lebenshälfte fit bleiben

Nicht nur bei jungen Leuten, sondern, beziehungsweise vor allem bei Menschen in der 2. Lebenshälfte, fördert regelmässige Bewegung Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Auch in diesem Alter können die Bedürfnisse zwischen Mann und Frau unterschiedlich sein. Die Frage ob Personaltrainer oder eine Personaltrainerin darf man sich ohne Zwang stellen.

Fitness muss nicht zwingend im Freien oder im Fitnessraum sein. Auch im Büro oder Zuhause kann man mit der Personaltrainerin individuelle Übungen zusammenstellen. Dort ist man erst noch nicht abhängig vom Wetter. Auch wenn es manchmal Überwindung braucht: Man wird belohnt mit Zufriedenheit, Fitness und mehr Beweglichkeit.

Weiter auf Raeber-Leben-Blog.ch

Mit Personal-Training fit bleiben, dank individuellem Fitnessprogramm

29 Jan

Sozialversicherungen: wichtiges Element des sozialen Friedens

Sozialversicherungen. Warum braucht es sie und was ist der Sinn dieser Versicherungen? Bei meiner Suche über Google bin ich auf die Webseite BSV-Online gestossen. Das ist der Webauftritt des Bundesamtes für Sozialversicherungen. Dort steht, dass die Schweiz über ein wirkungsvolles, solides Sozialversicherungsnetz verfüge.

Das BSV sorge dafür, dass das Sozialversicherungsnetz gepflegt und den immer neuen Herausforderungen angepasst werde. Dazu ist dieses Bundesamt auf Bundesebene für die Themenfelder Familie, Kinder, Jugend und Alter, Generationenbeziehungen sowie für allgemeine sozialpolitische Fragen zuständig. Es kontrolliert die Arbeit der Durchführungsorgane und bereitet die laufende Anpassung der Gesetze an die geänderte gesellschaftliche Realität vor.

Jahrbuch der Sozialversicherungen

Jahrbuch der Sozialversicherungen 2013

Ein weiteres Nachschlagewerk in meinen Recherchen ist das Jahrbuch für Sozialversicherungen. Dort wird das Sozialversicherungssystem der Schweiz mit einer einfachen und nachvollziehbaren Grafik gut erklärt. Aufgeteilt ist das System nach dem 3. Säulen Prinzip. Die 1. Säule ist die staatliche Vorsorge, die 2. die betriebliche Vorsorge und die 3. die private Vorsorge. Dieses Jahrbuch für Sozialversicherungen erscheint einmal jährlich. Unsere komplexe und multikulturelle Gesellschaft verlangt immer mehr nach neuen Vorschriften und Absicherungen.

Umfangreiche Themen

Ein Blick in das Jahrbuch zeigt, Sozialversicherungen betreffen viele Bereiche unseres Lebens. Mutterschaft, Scheidung, Krankenversicherungen, Taggeldversicherungen, Familienzulagen etc. Es geht um den Schutz und die Absicherungen von allen beteiligten Parteien.

Fazit: Was ist sozialer Friede? Was ist Gerechtigkeit?

Eine gute Sache also, die oftmals erst dann ein Thema wird, wenn man selbst betroffen ist. Trotzdem: Angesichts der Tatsache, dass jede zweite Ehe geschieden wird, dass Krankheiten wie Burnout zunehmen und das Familienzulagen immer wichtiger werden, sind Sozialversicherungen enorm wichtig, eben um genau diesen sozialen Frieden zu halten. Ob die Gesetze und Richtlinien diesem Anspruch gerecht werden, das wird jeder Betroffene für sich selbst und sehr subjektiv entscheiden. Denn in der Not ist niemand mehr neutral.

24 Sep

Sozialkompetenz und Empathie – Reichtum der besonderen Art

Sozialkompetenz ist eine Eigenschaft, die gesucht ist. So zumindest habe ich es oft genug gehört, als meine Kids in der Oberstufe mit dem Begriff «Lehrstellen» konfrontiert wurden. Gebe ich den Begriff «Sozialkompetenz» bei Activepersonal.ch ein, finden sich gerade mal 3 Stellenangebote. Acitvepersonal hat sich auf die Stellenvermittlung von Bau- und Handwerkerstellen konzentriert. In diesem Bereich ist soziale Kompetenz nicht zwingend gefragt.

Anders beim Jobportal Jobs.ch. Dort ergab meine Suche nach eben diesem Begriff 676 mögliche Jobs, wo Sozialkompetenz im Anforderungsprofil verlangt wird. Darunter sind Jobs wie Hauswart, Stv. Leiter Rechnungswesen, technisch versierte Betriebsmitarbeiter Industrie, GeschäftsführerInnen mit Beteiligung, dipl. Pflegefachpersonen für Einsätze am Abend, TV Panel Manager etc. Sozialkompetenz wird (ausser offensichtlich im Baubereich …) in vielen Berufen gefordert, überall dort, wo Menschen in einem Team arbeiten, insbesondere in Pflegeberufen.

Klicke ich weiter auf die einzelnen Jobprofile, so zeigt sich, dass nicht einfach normale Sozialkompetenz verlangt wird, sondern in der Regel eine «hohe»: «Teamfähig mit hoher Sozialkompetenz» (Hauswart), «angewiesen auf hohe Sozialkompetenz (absolute Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit!)» (Betriebsmitarbeiter Industrie), «ausgeprägte Sozialkompetenz» (GeschäftsführerInnen mit Beteiligung). Fazit: Sozialkompetenz ist eine gesuchte Eigenschaft! Oft wird im gleichen Atemzug mit Sozialkompetenz auch Empathie erwähnt. Der Grund liegt darin, dass mit Selbstständigkeit auch Führungsverantwortung gekoppelt ist. Mitarbeiter und ihre Gefühle müssten wahrgenommen und verstanden werden. Denn so entsteht Motivation, so wächst ein Team zusammen und … über sich hinaus.

Doch hier überrascht die Suche von Jobs.ch. Denn hier finden sich «nur» 76 Jobs, die meisten aus dem Pflegebereich. Gesucht werden eine «empathische Grundhaltung», «überzeugen durch gute Umgangsformen, Empathie und innere Ressourcen für die Arbeit mit Menschen in schwierigen Lebenslagen» oder «Empathische und verständnisvolle Betreuung im Umgang mit intensivpflichtigen Patienten und deren Angehörigen».

Sozialkompetenz und Empathie sind im Plegeberuf sehr gesucht

Dass Empathie vorwiegend im Pflegeberuf gefragt ist, überrascht nicht. Dass es in Führungsjobs nur weniger Thema ist, betont die Gewichtung im Berufsleben: Arbeit vor Beziehung, Leistung vor Motivation.

Was ist Sozialkompetenz, was ist Empathie?

Meine erste Quelle für die Bedeutung von Wörtern ist meistens der Duden. Der versteht unter Sozialkompetenz die Fähigkeit einer Person, in ihrer sozialen Umwelt selbstständig zu handeln. Empathie bedeutet die psychologische Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen, was im Pflegeberuf sehr wichtig ist.

Sozialkompetenz fördert laut Psychologie-Studieren.ch die Kommunikationsfähigkeit, hilft offen und aktiv auf andere Menschen zuzugehen und in einem Team konstruktiv mitzuarbeiten. Sie sei ein wichtiger Faktor zur Förderung der Teamarbeit, helfe Konflikte auszutragen und das auf einer fairen und sachlichen Basis. Sozialkompetenz sei wie Vitamin C für das soziale Zusammenleben, die gemeinsame Erarbeitung von Visionen und die Massnahmen, um diese zu erreichen. Sozialkompetenz diene allen! (Quelle: Psychologie-Studieren.ch).

Die TV-Sendung «Empathie – das Gefühl für den Anderen» (Quelle: 3sat.de) behandelt die Thematik: «Über Entstehung und Verlust des Mitgefühls». Die Entwicklungspsychologin Doris Bischof-Köhler hat verschiedene Versuche mit Kindern durchgeführt und dabei festgestellt, dass sich Empathie zwischen dem 18. Monat und dem vierten Lebensjahr entwickelt. Das Gefühl für seine Mitmenschen ist in der heutigen Zeit mit der zunehmenden Einsamkeit enorm wichtig.

Empathie, sich in den andern einfühlen können.

Reichtum der besonderen Art

Selbstständig sein und andere wahrnehmen können, das sind Eigenschaften, die nicht nur dem Einzelnen dienen, sondern der gesamten Gesellschaft. Etwas, das beides fördert und vereint ist Coaching. Lernen, dem anderen zuzuhören, lernen, sich im richtigen Moment zu distanzieren. Eine Möglichkeit, Sozialkompetenz und Empathie  zu entdecken und zu fördern ist der Studiengang für angewandtes Coaching. 10 Tage in neue Denk- und Sichtweisen zu investieren hat auf einen selbst und sein Umfeld äusserst positiven Einfluss. Man lernt, statt in einem Streit um jeden Preis gewinnen zu wollen, gelassen bleiben, andere verstehen können, gemeinsame Wege entdecken, dank Hilfe von Sozialkompetenz und Empathie – das ist  Reichtum der besonderen Art!

14 Mai

Coaching, das innere Spiel

Sie wollten beide gewinnen. Der BVB Dortmund wollte das Double (Meisterschaft und Pokal) erreichen. Der FC Bayern wollte mindestens den Pokal holen, da die Meisterschale schon vergeben war. Am 13. Mai 2012 war es soweit, die beiden besten Mannschaften der deutschen Fussball Bundesliga standen einander gegenüber. Das Finale endete mit einem 5:2 Sieg für Dortmund und damit in einem Fiasko für Bayern, oder wie es Bayern Boss Karl-Heinz Rummenigge laut Berliner Zeitung sagte, mit einer «Watsch’n».

Sozialkompetenz wird plötzlich sichtbar

Beide Mannschaften verfügen über Weltklasse Spieler. Nur waren an diesem Abend die Dortmunder ganz einfach besser. Die Berliner Zeitung berichtet über den Umgang der Bayern Spieler mit der Niederlage: «Ansonsten herrschte eine Strategie der Verleugnung: Vergessen, abhaken, bloss nicht zu wichtig nehmen eine Woche vor dem grossen Spiel gegen den FC Chelsea im Champions-League-Finale.» Einzig Bastian Schweinsteiger sei es gewesen, der den Dortmundern Spielern gratulierte. Zwei Mannschaften mitten drin zwischen Sieg und Niederlage. Emotionen pur. Sozialkompetenz wird gerade in solchen Situationen sichtbar.

Der Umgang mit Druck und Niederlagen ist für jeden Menschen eine Herausforderung. Steht man unter einem derartigen Erfolgsdruck wie die Bayern, kann man sicher Nachsicht üben. Und doch ist der Umgang mit Herausforderungen ein Teil dessen, was untergründig vorhanden ist. Es ist wie bei einem Eisberg: Wir bestaunen und bewundern dessen Grösse und Macht und sind uns zu wenig bewusst, dass der unsichtbare Teil unter Wasser eine noch grössere Macht darstellt.

Das innere Spiel beim Coaching ist wie der unsichtbare Teil beim Eisberg
Foto © Achim Baqué – Fotolia.de – Das innere Spiel beim Coaching ist wie der unsichtbare Teil beim Eisberg

Der unsichtbare Teil des Eisbergs: Konzentrationsschwäche, Nervosität, Selbstzweifel und Selbstkritik

Etwas von dieser Dynamik hatte der Gründer des Coachings, der amerikanische Tennisspieler Timothy Gallwey erkannt. In seinem Buch-Besteller «Das innere Spiel» (The inner Game) weist er darauf hin, dass wir uns beim inneren Spiel mit Konzentrationsschwäche, Nervosität, Selbstzweifeln und Selbstkritik auseinandersetzen müssen. Die Siege im inneren Spiel bringen wertvollen Gewinn in puncto Spielfreude, der wesentlich zu späteren Erfolgen beiträgt, auf dem Tennisplatz wie im Leben.

Gallwey war es auch, der Coaching in die Wirtschaft gebracht hat. Wo Menschen leben und arbeiten gibt es Spannungsfelder, die mit Coaching gewinnbringend angegangen werden können. Neue Sichtweisen helfen im Umgang mit einem zum Teil festgefahrenen Lebensstil. Die Spitze des Konflikts kann vorzeitig erkannt und umgangen werden. Durch Coaching wird das innere Spiel zum konstruktiven Übungsfeld, Coaching deckt neue Wege auf und wird so zum Gewinn.