14 Mai

Coaching, das innere Spiel

Sie wollten beide gewinnen. Der BVB Dortmund wollte das Double (Meisterschaft und Pokal) erreichen. Der FC Bayern wollte mindestens den Pokal holen, da die Meisterschale schon vergeben war. Am 13. Mai 2012 war es soweit, die beiden besten Mannschaften der deutschen Fussball Bundesliga standen einander gegenüber. Das Finale endete mit einem 5:2 Sieg für Dortmund und damit in einem Fiasko für Bayern, oder wie es Bayern Boss Karl-Heinz Rummenigge laut Berliner Zeitung sagte, mit einer «Watsch’n».

Sozialkompetenz wird plötzlich sichtbar

Beide Mannschaften verfügen über Weltklasse Spieler. Nur waren an diesem Abend die Dortmunder ganz einfach besser. Die Berliner Zeitung berichtet über den Umgang der Bayern Spieler mit der Niederlage: «Ansonsten herrschte eine Strategie der Verleugnung: Vergessen, abhaken, bloss nicht zu wichtig nehmen eine Woche vor dem grossen Spiel gegen den FC Chelsea im Champions-League-Finale.» Einzig Bastian Schweinsteiger sei es gewesen, der den Dortmundern Spielern gratulierte. Zwei Mannschaften mitten drin zwischen Sieg und Niederlage. Emotionen pur. Sozialkompetenz wird gerade in solchen Situationen sichtbar.

Der Umgang mit Druck und Niederlagen ist für jeden Menschen eine Herausforderung. Steht man unter einem derartigen Erfolgsdruck wie die Bayern, kann man sicher Nachsicht üben. Und doch ist der Umgang mit Herausforderungen ein Teil dessen, was untergründig vorhanden ist. Es ist wie bei einem Eisberg: Wir bestaunen und bewundern dessen Grösse und Macht und sind uns zu wenig bewusst, dass der unsichtbare Teil unter Wasser eine noch grössere Macht darstellt.

Das innere Spiel beim Coaching ist wie der unsichtbare Teil beim Eisberg
Foto © Achim Baqué – Fotolia.de – Das innere Spiel beim Coaching ist wie der unsichtbare Teil beim Eisberg

Der unsichtbare Teil des Eisbergs: Konzentrationsschwäche, Nervosität, Selbstzweifel und Selbstkritik

Etwas von dieser Dynamik hatte der Gründer des Coachings, der amerikanische Tennisspieler Timothy Gallwey erkannt. In seinem Buch-Besteller «Das innere Spiel» (The inner Game) weist er darauf hin, dass wir uns beim inneren Spiel mit Konzentrationsschwäche, Nervosität, Selbstzweifeln und Selbstkritik auseinandersetzen müssen. Die Siege im inneren Spiel bringen wertvollen Gewinn in puncto Spielfreude, der wesentlich zu späteren Erfolgen beiträgt, auf dem Tennisplatz wie im Leben.

Gallwey war es auch, der Coaching in die Wirtschaft gebracht hat. Wo Menschen leben und arbeiten gibt es Spannungsfelder, die mit Coaching gewinnbringend angegangen werden können. Neue Sichtweisen helfen im Umgang mit einem zum Teil festgefahrenen Lebensstil. Die Spitze des Konflikts kann vorzeitig erkannt und umgangen werden. Durch Coaching wird das innere Spiel zum konstruktiven Übungsfeld, Coaching deckt neue Wege auf und wird so zum Gewinn.

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