10 Jan

Fernsehwerbung für Kinder

Die No-Billag-Initiative bewegt! So auch meine Kollegin und Mutter von zwei Kleinkindern Jasmin Taher. Sie hat sich aus der Sicht einer Mutter mit der Initiative auseinandergesetzt. Nachfolgend Ihr Fazit.

Können Sie sich vorstellen, dass direkt vor und nach dem «Guetnachtgschichtli» ein Werbeblock läuft (jeweils um 17:30 Uhr auf SRF 1 oder Online auf SRF.ch)? Ich meine mit Werbung diese Produktempfehlungen für die kleinen Zuschauer, damit sie möglichst früh lernen, was sie unbedingt beim nächsten Einkauf haben müssen? So unbedingt, dass Sie beim nächsten Einkauf an der Kasse entweder den Ich-will-aber-Schreikrampf Ihrer Dreijährigen aushalten oder eine Diskussion mit Ihrem Fünfjährigen führen müssen? Wenn Ihnen das nichts ausmacht, dann brauchen Sie ab hier nicht weiterlesen. Dann können Sie Ihre Kinder getrost vor das Kinderprogramm von Super RTL oder anderen Privatsendern setzen, wo sie von mehr oder weniger pädagogisch wertvollen Sendungen (und perfekt auf das junge Publikum abgestimmter Werbung) berieselt werden können.

Ich – Mutter von zwei Kindern – möchte das aber nicht! Ich möchte nicht, dass unsere Kinder vor dem TV einfach nur ruhig gestellt werden. Ich möchte nicht, dass sie Werbung ansehen. Und ich möchte, dass sie – wenn sie fernsehen oder Radio hören dürfen – dabei etwas lernen können.

Glücklicherweise gibt es die Mitarbeiter der Kinderredaktionen von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), die mit «Zambo» ein in Radio, TV und Internet ein schönes multimediales Kinderprogramm bieten.

Steht unser Schweizer Kinderprogramm vor dem Aus?

«Zambo» läuft täglich live von 19 bis 20 Uhr auf Radio SRF 1. Das Programm ist speziell auf unsere Schweizer Kinder zugeschnitten. Die Moderatorinnen und Moderatoren sprechen Mundart und die Kinder, die in der Sendung zu Wort kommen, selbstverständlich auch. Das TV-Programm von «Zambo» wurde im Jahr 2016 eingestellt, weil es die Zielgruppe nicht erreicht hat. (Die Fernsehzuschauer hatten ein Durchschnittsalter von 53 Jahren.) Dafür wurde jedoch das Angebot im Netz deutlich ausgebaut. In der «Zambo Community» – einem der sichersten Kinderangebote im Netz – bekommen Kinder und Jugendliche bis 15 Jahren die Chance ihr Programm in Radio und Fernsehen online mitzugestalten.

Übrigens wird auch das «Guetenachtgschichtli» wird von der Zambo-Redaktion produziert.

Jetzt frage ich Sie: Glauben Sie, dass unsere Kinder noch von diesen kostenlosen Angeboten profitieren können, wenn wir, die erwachsenen Wahlberechtigten, die Billag-Gebühren abschaffen? Ich denke, nein. Zumindest nicht in diesem sicheren, geschützten Rahmen. Auf der Online-Präsenz von «Zambo» finden Sie kein einziges Werbebanner. Sollten wir für «No-Billag» stimmen, wäre sicherlich unser schweizerisches Kinderprogramm dann weder im Radio, TV oder Internet werbefrei möglich. Und falls es nicht komplett eingestellt werden müsste, würde auf jeden Fall die Qualität des Programms leiden.

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