13 Jun

Spielgeräte und Spielplätze ändern sich

Spielen mit Schulfreunden vor 30 Jahren: Wir suchten den nächsten Spielplatz auf und vergnügten uns auf Spielgeräten wie Balanciertellern, Holzspielgeräten, Kletterbäumen. Etwas später wurden dann Sportplatz und Tischtennistisch beliebter. Diese Spiele  förderten unsere körperliche Bewegung und halfen, Stress abbauen.

Spielgeräte fördern die körperliche Entwicklung eines Kindes
Foto © Miredi – Fotolia.com – Spielgeräte fördern die körperliche Entwicklung eines Kindes

Spielgeräte Konkurrenz aus dem Internet

Szenenwechsel. Bei den ganz kleinen Kids mag das heute noch ähnlich sein, wie im ersten Abschnitt  beschrieben. Doch die Outdoor Spielgräte haben Konkurrenz bekommen. Konkurrenz, die ebenfalls bewegt. Aber leider nicht körperlich. Smartphones und Tabletts ermöglichen von überall her und zu jeder Zeit, mobil ins Internet zu gehen, dort zu gamen. Dies fasziniert und bindet manchen Jugendlichen. Begleitet wird dies oft von lauter Musik über Kopfhörer. Sind so Stressabbau und Erholung möglich? Dauernd «on» sein, lesen, was Kollegen, die man täglich in der Schule sieht, ins Facebook schreiben – Förderung oder Kräfteverschleiss?

Statt mehr Beziehungen mehr Einsamkeit

In der Ausgabe vom 10. Mai schreibt der Tagesanzeiger im Artikel «Einsam, von Freunden umzingelt», dass Facebook Beziehungen simuliert, die keine seien. Studien würden zeigen: «Je häufiger sich Menschen mit virtuellen Kontakten umgeben, desto mehr bleiben sie alleine zurück.» Als Facebook in den USA populär wurde, massierte sich zugleich die Vereinsamung der Bürgerinnen und Bürger, schreibt der Tagi weiter. In den USA seien heute 27 Prozent der Haushalte Einpersonenhaushalte; vor 60 Jahren wären es erst 10 Prozent gewesen.

Das sind Zahlen. Man kann sie ernst nehmen und sich, bzw. sein eigenes Umfeld oder Internetverhalten kritisch hinterfragen. Einsamer fühle ich mich nicht. Nur ich habe auch einige Offline-Freunde. Während ich früher mehr Zeit für mich selbst hatte, fordern die neuen Medien mehr Zeit des Einzelnen. Das merkt man deutlich, wenn man mit dem Zug unterwegs ist und zahlreichen Telefongesprächen zu hören oder beim «Smseln» zusehen kann. Die Privatsphäre geht immer mehr verloren. Was früher offline war, kann heute innert kurzer Zeit online sein. Zudem werde ich den Eindruck nicht los, dass junge Menschen oft statt direkt, via SMS oder Facebook kommunizieren. Die Art und Weise wirkt manchmal auch aggressiv. Das ist beim direkten Kontakt anders.

Das Smartphone ersetzt traditionelle Spielgeräte

Kurzvideo: Klick auf Bild – Das Smartphone als «Kinderspielgerät»

Während auf dem Spielplatz Beziehungen auf- und Aggressionen abgebaut werden, läuft man  Gefahr, bei Facebook und anderen Onlineangeboten trotz zahlreicheren Kontakten weniger tragende Beziehung zu erleben. Aggressionen werden nicht ab-, sondern eher aufgebaut. Ich möchte meine Einschätzung nicht verallgemeinern. Internet hat viel Gutes gebracht – ob wir damit immer sinnvoll umgehen können, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Weitere Linktipps zum Thema Kinder:

tearfund.ch: Armut von Kindern bekämpfen

Schreibe einen Kommentar