18 Sep

Nachhaltiges Wirtschaften im Schweizer Wald

Der Begriff Nachhaltigkeit ist ursprünglich verbunden mit dem Holzanbau. Hans Carl von Carlowitz beschrieb im Jahr 1713 erstmals das Prinzip der nachhaltenden Nutzung, des nachhaltigen Wirtschaftens, beim Anbau von Holz in seinem Werk Sylvicultura oeconomica. Seine Kernaussage: Es dürfe nicht mehr Holz geerntet werden als kontinuierlich nachwachsen könne.

Heutzutage prägt dieses nachhaltige Handeln die schweizerische Forstwirtschaft. Die Forstwirte gehen respektvoll und pfleglich mit ihren Bäumen um, es wird kein Raubbau betrieben, so dass auch kommende Generationen den Wald nutzen können.

Folgen des Klimawandels für den Wald

Die diesjährige lange Hitzeperiode hat auch negativen Einfluss auf den Wald. Aufgrund der Dürre sind die jungen Setzlinge, die im Frühjahr 2018 zur Aufforstung der Wälder gepflanzt wurden, grossteils vertrocknet. Und auch der Baumbestand hat durch die andauernde Trockenheit Schaden genommen, die Bäume sind in diesem Sommer vergleichsweise wenig gewachsen, denn für die Photosynthese benötigen die Bäume neben Kohlendioxid auch Wasser.

Was passiert bei der Photosynthese?

Die vereinfachte Summengleichung der Photosynthese lautet:

Aus sechs Kohlendioxid- und sechs Wassermolekülen wird in Pflanzen durch Photosynthese mit Hilfe von Chlorophyll und Licht ein Zuckermolekül (Traubenzucker, Glucose), das erste Syntheseprodukt, gebildet. Dabei wird ein Sauerstoffmolekül frei. Die gebildeten Zuckermoleküle verbinden sich zu Cellulose, dem Hauptbestandteil pflanzlicher Zellwände, die aus etwa 50 % Cellulose bestehen.

Die klimaschützende Wirkung des Waldes

Der Wald hat also eine schützende Wirkung auf unser Klima, aber nur unter der Voraussetzung, dass den Bäumen und Pflanzen ausreichend Wasser für die Photosynthese zur Verfügung steht. Denn bei der Photosynthese binden Pflanzen nur dann freies Kohlendioxid, wenn sie auch wachsen können und dazu brauchen sie Wasser.

Viele Bäume in den schweizerischen Wäldern sind aufgrund der Dürre in einen Schlafmodus – so wie sonst nur im Winter üblich – verfallen, um die Trockenperiode möglichst schadlos überstehen zu können. Deshalb findet man in diesem Sommer schon früh im Jahr Bäume, die ihre Blätter verfärbt und ihr Laub abgeworfen haben. Damit unsere Wälder in Zukunft besser gegen solche extremen Wetterlagen und negative Wettereinflüsse geschützt sind, wird der Schweizer Wald der Zukunft verstärkt auf eine grössere Artenvielfalt und andere Baumarten setzen, die beispielsweise besser mit Trockenperioden umgehen können. Nur so können unsere Wälder den vielfältigen klimatischen Herausforderungen widerstehen und schützend auf das Klima und gegen eine weitere Erderwärmung wirken.

Nachhaltig Bauen mit Holz

In der Schweiz werden Wälder zumeist nachhaltig bewirtschaftet. Im Baubereich liegt der Anteil von Schweizer Holz jedoch nur noch bei 35 – 40 % (Quelle: waldschweiz.ch). Beim Bezug von Holz ohne Herkunftszeichen ist nicht sichergestellt, dass das verwendete Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Deshalb ist es wichtig, im Rahmen eines Holzbauprojekts oder bei der Verwendung von Holz als nachhaltigen Baustoff auf die Herkunft der hölzernen Baustoffe zu achten.

Ein Beispiel wie Holz auch in der Baubranche eingesetzt werden kann:

Schindler-Scheibling.ch: Woodwall: Mauern aus Holz

Quellen:

  • Waldwissen.net: Nachhaltig wirtschaften im Wald
  • Wikipedia.org: Nachhaltigkeit, Hans Carl von Carlowitz, Photosynthese
  • SRF-Tagesschau 07.08.2018 – Wald im Klimawandel
  • Waldschweiz.ch: Der Schweizer Wald, Waldpolitik 2020, Seminar «Nachhaltig Bauen mit Holz»
  • HOLZO – Original Züri Oberland Holz
  • holz-bois-legno.ch: Herkunftszeichen Schweizer Holz

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