Tipps: So gestalten Sie Ihren Garten pflegeleicht und naturnah!

Gartengestaltung muss nicht kompliziert sein

von raeberl
Auch gemütliche Gärten brauchen eine Gartenplanung.

Ein Garten sollte schön aussehen, aber wenig Arbeit machen – hauptsächlich im Alter. Es gibt sie natürlich, die passionierten Hobbygärtner, die es lieben, stundenlang in der Erde zu wühlen und ihren Garten zu hegen und zu pflegen, doch für viele Menschen ist aufgrund von Beruf, Familie oder aus gesundheitlichen Gründen die Zeit oder Kraft zum Gärtnern sehr  beschränkt. Gartengestaltung muss nicht kompliziert sein. Hier unsere Tipps.

Die Themen im Überblick:

Der eigene Garten in jeder Lage gemütlich gestalten
Der eigene Garten in jeder Lage gemütlich gestalten

Einen Garten besitzen und nichts tun geht nicht

Ganz ohne Pflege kommt ein Garten nie aus, doch mit gezielten Massnahmen lässt sich der Pflegeaufwand erheblich reduzieren. 

Es muss nicht gleich ein Kunstrasen sein, auch eine kleine Blumenwiese gibt schon viel weniger zu tun als ein aufwändiger englischer Rasen in Golfplatzqualität. Kürzlich ging ich zu Fuss durch unser Wohnquartier, an den Vorgärten vorbei und traf vor einem Mehrfamilienhaus auf einen Fleck Wiese: Gras, ein paar Wildblumen, fertig. Diese Einfachheit hat mich sehr angesprochen. Ich kenne auch Menschen, die das als «ungepflegt» bezeichnen würden. So sind die Anschauungen und Geschmäcker verschieden.

Wie sollte ein pflegeleichter Garten aussehen?

Bei der Gartengestaltung kommt es sehr auf den persönlichen Geschmack und auch auf die Einstellung an. 

Manche mögen es gesittet und geordnet, die Pflanzen in Reih und Glied, sorgfältig gestutzt, während andere etwas mehr Lebendigkeit schätzen. 

Fragt man die Natur, so wählt sie immer die Lebendigkeit:

Ein Lebewesen ist vom anderen abhängig und je mehr Vielfalt (Biodiversität) und Leben besteht, desto robuster ist das jeweilige Ökosystem. Und damit unsere Lebensgrundlage.

Warum ist Biodiversität wichtig?

Biodiversität bedeutet das Zusammenspiel von möglichst vielen Lebewesen, die ihre natürlichen Synergien nutzen. Sie steht im Gegensatz zur Monokultur, wo viele gleiche Pflanzen nebeneinander angebaut werden. Da haben Schädlinge ein leichtes Fressen. Um das zu verhindern, werden Pflanzenschutzmittel eingesetzt, was einerseits Arbeit bedeutet und andererseits die zwangsläufige Dezimierung der ganzen Insektenwelt, auch Insektensterben genannt.

Egal, Insekten nerven sowieso nur? Das mag sein, doch gehören sie mit zu unserer Lebensgrundlage.

Biodiversität: damit Insekten leben und sich die Natur selbst versorgen kann
Biodiversität: damit Insekten leben und sich die Natur selbst versorgen kann

Einige Fakten und Zahlen zum Insektensterben

Das Insektensterben ist ein alarmierendes Zeichen für den allgemeinen Verlust an Biodiversität und bedroht unsere Lebensgrundlage.

• Innerhalb von nur drei Jahrzehnten hat der Mensch in verschiedenen Gebieten die Insektenpopulationen um bis zu 75 Prozent dezimiert. Das heisst, es ist noch ein Viertel übrig.

• Auch die Zahl der Arten nimmt dramatisch ab. Zwei Drittel aller Schmetterlings- und Wasserkäferarten sind in ihrer Existenz bedroht. 

• Mindestens 163 Insektenarten gelten in der Schweiz als ausgestorben.

• 40 Prozent der bisher untersuchten Insektenarten der Schweiz gehören zu den «gefährdeten Arten».  

Der Hauptgrund ist unsere intensive Landwirtschaft mit dem Einsatz von Pestiziden. Diese Gifte, die die Pflanzen vor Schädlingen und Krankheiten schützen sollen, entfalten ihre Wirkung auch an den sogenannten «Nichtziel-Organismen» wie Wild- und Honigbienen. Die Auswirkungen können entweder sofort eintreten oder sich erst im Lauf der Zeit bemerkbar machen. In beiden Fällen sterben die Insekten an den Pestiziden. ( Quelle: pronatura.ch )

Ebenso kommt es immer mehr zu einem Verlust der Lebensräume.

Gründe für Biodiversidätsverluste

Durch die massive Bautätigkeit und die Entwässerung von Feuchtgebieten zerstört oder zerstückelt der Mensch die natürlichen Lebensräume von Insekten und anderen Kleintieren. Auch der Rückgang artenreicher Trocken- und Bergwiesen führt zum Verlust wertvoller Lebensräume. Da die Kleinlebewesen nicht sehr  mobil sind, können sie sich nicht einfach eine neue Bleibe suchen, sondern sind dem Tod geweiht. Dabei wäre gerade eine Durchmischung verschiedener Populationen äussert wichtig, um Inzucht – mit den bekannten lebensfeindlichen Folgen – zu vermeiden.

Wie kann ich die Natur im eigenen Garten unterstützen?

Sollte uns das nicht hellhörig machen? Unter anderem in Bezug auf unseren eigenen Garten? Sogar oder gerade, wenn er pflegeleicht sein soll. 

Die gute Nachricht lautet: Die Natur pflegt sich problemlos selbst. 

Da gibt es Gemeinschaften aus Pflanzen und Tieren, die sich gegenseitig im Wachstum unterstützen, vor Schädlingen schützen und Nützlinge, wie z. B. Bestäuber, anlocken. Es herrscht ein ständiges Geben und Nehmen. Und ein sogenannter Schädling ist irgendwo immer auch ein Nützling.

Eine solche Lebendigkeit kann auch in Ihrem Garten entstehen! Mit ein paar Massnahmen können Sie dafür sorgen, dass die Natur wieder etwas mehr Spielraum bekommt.

Vielfalt im Garten: eine gehörnte Mauerbiene ist zu Besuch.
Vielfalt im Garten: eine gehörnte Mauerbiene ist zu Besuch.

Was sind einfache Massnahmen für einen pflegeleichten Naturgarten?

Regionale Pflanzen

Als Erstes empfiehlt es sich, regionale Pflanzen zu wählen. Sie sind das hiesige Klima gewöhnt und fühlen sich hier wohl, also gedeihen sie auch gut. Und benötigen in der Folge wenig Pflege, auch keinen Dünger und keine Pflanzenschutzmittel.

Standort

Zweitens kommt es auf den richtigen Standort an. Der Boden muss so nährstoffreich oder -arm und so trocken oder feucht sein, wie die jeweilige Pflanze es braucht. 

Lichtverhältnisse

Die Lichtverhältnisse sollten stimmen: so viel Sonnenlicht oder Schatten wie nötig.

Witterungsverhältnisse

Auch die Witterungsverhältnisse sind zu beachten. Die einen Pflanzen mögen gerne ein Lüftchen (z. B. Rosen), während andere verkümmern, wenn Sie im Durchzug stehen. Wenn der Platz Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen stimmt, müssen sie weniger geschnitten werden.

Boden schützen

Bodendecker pflanzen: Die Natur mag keine offenen Böden. Brache Erde wird nach Möglichkeit so schnell wie möglich bewachsen. Doch nicht immer sind Gärtner:innen mit der «natürlichen» Bodendeckung einverstanden. Bodendeckerpflanzen schützen wirksam vor Unkraut und blühen teilweise recht attraktiv. Zudem schützt sie den Boden vor Auslaugung und Erosion. Auch hier gibt es zahlreiche einheimische Pflanzen zur Auswahl, beispielsweise Immergrün, Sonnenröschen, Walderdbeere, Thymian etc. Setzen Sie mehrjährige Pflanzen, die man mehr oder weniger sich selbst überlassen kann. Z. B. Taglilien, von Mitteleuropa bis Ostasien verbreitet, sind markant blühende, langlebige Pflanzen mit minimalem Pflegeaufwand.

Feld-Thymian (Thymus serphyllum): pflegeleichte Bodendeckerplanze und Insektenweide
Feld-Thymian (Thymus serphyllum): pflegeleichte Bodendeckerplanze und Insektenweide

Sichtschutz

Sichtschutzwände aus Holz machen weniger Arbeit als Hecken, die regelmässig geschnitten werden müssen. Als Begrünung können Kletterpflanzen dienen, die mit ihren Blüten das Auge erfreuen und für Insekten eine willkommene Nahrungsquelle bilden.

Zäune

Sollte ein Zaun nötig sein, ist Metall langlebiger als Holz und benötigt wenig Pflege.

Igelfreundlich Rasenmähen

Wussten Sie, dass Mähroboter eine erhebliche Gefahr für Igel darstellen? Diese rollen sich bei Gefahr ein, statt wegzulaufen und können durch Mähroboter schwere Verletzungen erleiden, an denen sie nicht selten sterben. Sollten Sie einen Mähroboter besitzen, bitte nur in der Zeit zwei Stunden nach Sonnenaufgang bis zwei Stunden vor Sonnenuntergang benutzen – auch solche mit Igelschutz, da dieser nicht unbedingt zuverlässig ist. Da Igel nachtaktiv sind, lässt sich so ein grosser Teil der Schnittverletzungen auf einfache Art vermeiden.

Mähroboter und Rasenmäher sollten auf eine möglichst hohen Rasenschnitt eingestellt sein.

Gartengestaltung und Gartenpflege durch den professionellen Gartenbauer

Wenn Sie zu wenig Zeit, Kraft oder Lust auf eine Umgestaltung Ihres Gartens haben, geben Sie einem Gartenbauer Ihres Vertrauens einen Auftrag, vorzugsweise mit der Vorgabe: Naturgarten. Nicht alle Gartenbaubetriebe sind dafür gleich offen, daher kann sich eine umfassende Recherche lohnen.

Gartenpflege Unterhaltabo buchen und entspannen

Wenn Ihnen die Gartenarbeit immer noch zu viel ist, gibt es die Möglichkeit eines Unterhaltsabos beim lokalen Gartenbau-Gewerbe. Während Sie Ihren Kerngeschäften oder Interessen nachgehen oder ihren Lebensabend geniessen können, erledigen Fachkräfte in regelmässigen Abständen für Sie Gartenarbeiten wie Rasenpflege bzw. Wiesenpflege, Rückschnitt, Laubrechen etc.

Haben Sie sich das nicht verdient?

© raeber-leben-blog.ch, 5.5.2026, Tabea Räber

Autorin

Tabea Räber, Texterin bei diversen Plattformen von räber marketing & coaching, Leseratte, Pflege-Erfahrene, Senior:innenbegleiterin und ruhender Pol.

Tabea Räber, Autorin, Lektorat

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