20 Feb

Überschwemmungen – eine vernichtende Gewalt der Natur

Es war im Jahr 1975, als ich das erste Mal mit einer Überschwemmung konfrontiert wurde. Ich wohnte damals in Madiswil und ging noch zur Schule. In der Nacht hatte es intensiv geregnet, aber davon hatte ich selbst nichts mitbekommen. Am Morgen erfuhr ich dann, dass etwas über einen halben Meter Wasser in unserem Keller stand. Als ich zur Schule ging, wurde ich gleich wieder nach Hause geschickt. Dort hatte ich auch erst so richtig das Ausmass des Hochwassers realisiert. Laut Wikipedia hat diese Überschwemmung Kosten in der Höhe von gut 60 Millionen Franken ausgelöst.

Überschwemmungen können grosse Schäden anrichten
Überschwemmungen kommen oft unverhoft und richten grosse Schäden an.

Das Venedig der Schweiz

Mitauslöser war die Langete, ein Fluss im Oberaargau, der in Murgenthal in die Murg fliesst und von dort in die Aare. Sie weist laut dem Historischen Lexikon der Schweiz ein Gewitter- und Schneeschmelze-Abflussrégime mit grossen Schwankungen (0,1-100 m3/s) und «extraordinari Ergiessungen» (extraordinari = ausserordentlich) auf (z. B. 1781, 1931, 1972, 1975). Wenn die Langete kam, wurde sie in Langenthal schon seit 1613 zum Notablass in die Strassen geführt. Das war möglich, weil die Trottoire für diese Zwecke erhöht gebaut wurden. Langenthal war in diesen Zeiten immer das «Venedig» der Schweiz.

Ein Blick auf die Webseite des Bundesamtes für Statistik zeigt, das Überschwemmungen und andere Naturgewalten seit jeher existiert haben. Laut bfs.admin.ch sterben pro Jahr durchschnittlich 9 Personen durch Naturkatastrophen. Dazu gehören auch Erdrutsche und Lawinen. Die durchschnittlichen Kosten (Zeitraum 1972 bis 2010) der entstandenen Schäden würden jährlich 345 Millionen Franken ausmachen.

Lassen sich Überschwemmungen verhindern?

Das Schadenpotenzial kann durch raumplanerische Massnahmen vermindert werden, indem gefährdete Gebiete nicht überbaut und Freiräume für Gewässer erhalten oder geschaffen werden. Das geschah auch bei der Langete. Von 1988 bis 1991 wurde ein 7531 Meter langer Entlastungsstollen gebaut, der bei Hochwasser bis zu 58 m³/s vom Einlaufbauwerk unterhalb Madiswil direkt in die Aare bei Bannwil ableiten kann. Das sind Massnahmen, die wir in der Schweiz umsetzen können. Ganz sicher wird auch der Schutz der Bevölkerung so gesteigert.

Überschwemmungen in Pakistan

Was aber war der Grund für extreme Überschwemmungen wie in Pakistan im 2010. Lag es am Klimawandel? Haben wir Menschen die Natur ausgeraubt und die Überschwemmungen sind nun die Konsequenzen davon? Fündig geworden zu den Gründen bin ich bei einem Artikel auf swissinfo.ch.

Am Anfang stand die Hitzewelle in Russland. Ein Jetstream, der sich über Pakistan zum Windschlauch verdichtet hatte, und der mit grosser Geschwindigkeit Richtung Osten über den Himalaja fegte, war mitverantwortlich. Dieser Jetstream hatte verstärkt Luftmassen nach oben gezogen. Genau an diesem Punkt, also genau über Pakistan, brachte laut Swissinfo der Monsun enorm viel Feuchtigkeit nach Nordindien und Pakistan. Der Aufstieg dieser sehr feuchten Luftmassen führte nun zu den starken Niederschlägen. Auf einer Strecke von über 1000 Kilometern hatten die Wassermassen rund 1600 Menschenleben gefordert. Hunderttausende waren in Pakistan auf der Flucht, insgesamt waren weit über zehn Mio. Menschen von der Katastrophe betroffen.

Die Natur ist eine beeindruckende Gewalt. Sie ist unglaublich stark und lebt es uns immer wieder vor. Wie stark sich Überschwemmungen verhindern lassen, kann ich persönlich nicht sagen. Offenbar gibt es keine wirkliche Garantie verschont zu werden. Doch Sorge zur Natur können wir trotzdem tragen. Auch ein gesunder Respekt ist angesagt. Genau da frage ich mich, ob dieser noch vorhanden ist. Im 1975 sah man wenig Abfall in den Wiesen, Bächen, Flüssen und Wäldern. Und wie ist es heute?

Respekt gegenüber der Natur haben
Ein gesunder Respekt vor der Natur äussert sich anders

 

Mehr über Hilfsprojekte erfahren. Z.B. tearfund.ch

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