3 Aug

Leid ist eine leidige Sache …

Warum lässt Gott Leid zu? Das ist eine der oft gestellten Fragen. Wenn es uns schlecht geht oder wenn wir mit Schicksalsschlägen konfrontiert werden. Warum lässt Gott dieses Leid zu? Dieser Frage werde ich in diesem Blog genauer nachgehen.

Warum Leid?

Leid hat die Eigenschaft, dass es uns überrumpelt und wir oft nicht darauf vorbereitet sind. Im schlimmsten Fall endet es mit dem Tod und bringt uns in eine neue, bisher nicht gekannte Lebenssituation. Ja, es kann sogar grossen Einfluss auf unsere Persönlichkeit haben und massive Veränderungen bewirken. Wir könnten gut darauf verzichten. Leid ist unangenehm. Ist schmerzlich. In dem Sinn ein überflüssiges Übel.

Warum lässt Gott Leid zu?
Leid verhindern, ein frommer Wunsch?

Die Gefahr der Selbstverständlichkeit

Menschen sind Gewohnheitstiere. Wir nehmen in der Regel alles, was wir bekommen und was uns das Leben erleichtert. Beispiele sind Smartphones. Durch sie sind wir mit der ganzen Welt online verbunden. Sind jederzeit erreichbar und können uns dank diverser Apps innert kurzer Zeit orientieren und informieren. Das Leben wird dank neuester Technologie einfacher und bequemer. Und wir gewöhnen uns sehr schnell daran.

Leid ist ein Weckruf

Ich wünsche niemandem Leid! Doch es gehört zu unserem endlichen Leben. Liegt es nicht in unserer Natur, dass wir uns oft gegenseitig (hoffentlich unbewusst) Leid zufügen? Es ist da. Präsent. Gehört zu unserem Leben und weckt Wünsche und Bedürfnisse. Wir wollen es verhindern. Viele Ideen, viele Entwicklungen sind positiv, weil wir Leid verhindern wollen. Es hält uns auf Trab. Hat Leid einen pauschalen Sinn? Wohl kaum. Es wäre sehr einfach, es pauschalisieren zu wollen. Leid ist persönlich und jeder Mensch erlebt es individuell, muss es auf seine Art und Weise verarbeiten.

Und Gott?

An ihn wenden wir uns meistens dann, wenn wir in Not sind. Warum hat er dieses Leid nicht verhindert? Er könnte doch, wenn er wollte. Oder nicht? Insbesondere Christen gehen davon aus, dass Gott sie in allem bewahren kann. Wer treu seinen Glauben lebt, werde mehr bewahrt. Ein Gottesbild, das in meinen Augen sehr heikel ist. Natürlich gibt es in der Bibel Aussagen, die in die Richtung «Gott als Versicherung» ausgelegt werden können. Nur geht das Prinzip Ursache und Wirkung in der Realität selten so einfach auf. Am allerwenigsten im Glauben. Und dann wäre die Beziehung zu Gott nicht geschenkte Gnade sondern machbare Religion …

Was können wir daraus lernen?

Ich greife den Gedanken von den Entwicklungen und Ideen nochmals auf. Pfarrer Peter Schulthess erzählt in der Radio Sendung «Glaubensfragen: Warum eigentlich? – Warum lässt Gott Leid zu?», wie er in Zeiten des Leides versucht, bewusst für andere da zu sein. Für sie zu beten. Nachdenken über all das, was bisher gut gelaufen ist. Dankbarkeit üben. Bewusster Umgang mit den Situationen.

Leid zulassen können. Als Teil unseres Lebens akzeptieren. Das ist nicht einfach. Doch auch hier gilt: Leben ist das, was wir daraus machen. Das ist im Leid nicht anders.

Weiterführender Tipp für Sie ausgesuchtRadio Life Channel: Warum lässt Gott leid zu?

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