25 Feb

Das Gesetz: Mit Recht und Fug

Ich weiss nicht immer, wovon ich rede. Aber ich weiss, dass ich Recht habe.

(Muhammad Ali)

Was bedeutet das Wort «Recht»? Recht ist etwas, woran wir uns orientieren. Besonders dann, wenn wir uns nicht fair behandelt fühlen. Recht ist nötig. Wo viele Menschen, viele Kulturen, viele Erwartungen und viele Sichtweisen aufeinandertreffen, kann es zu Streit und zu Rechtsfragen kommen. Recht wird von Menschen auf die verschiedensten Arten und Weisen verstanden und ausgelegt. Ein Paradebeispiel ist der Sport. War es ein Foul oder nicht? Das obige Zitat von Muhammad Ali bringt es auf den Punkt. Recht hat oft mit subjektivem Empfinden zu tun.

Recht / Gesetz regelt, was nicht mit Vernunft geklärt werden kann.
Gesetze braucht es, damit Recht gesprochen werden kann.

«Die Frau, die du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum und ich ass.»

Dieses Zitat stammt laut biblischen Bericht von einem der ersten Menschen. Von Adam. Seine Frau Eva gab ihm eine Frucht vom Baum der Erkenntnis. Adams Aussage soll auf seine gefühlte Unschuld verweisen. Eine Haltung, in welcher heute viele Menschen leben. «Nicht ich …, die anderen haben … » Recht wird oft als Bauchgefühl ausgelegt. So habe ich es als Kind gelernt. So, wie es mir eben nützt. Doch Achtung: Kultur und Erziehung prägen nachhaltig. Geben Sie mir Recht? Schaue ich auf das Angebot zum Beispiel der Anwaltskanzlei Fank Law, sehe ich eine recht geballte Ladung an Themen, bei denen es offensichtlich nicht immer mit rechten Dingen zugeht.

  • Rechtsberatung und Prozessführung
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  • Auto und Strassenverkehr
  • Anklage und Strafe
  • Verträge, Statuten und Reglemente
  • Vereine und Stiftungen
  • Staat und Verwaltung

Themen, die uns näher sind als uns oft bewusst ist. Sein Recht einfordern, darum geht es. Und dort, wo es viel zu verlieren und viel zu gewinnen gibt, dort kommen Juristen zum Einsatz. Die rechtliche Elite, die weiss, was Recht ist.

Kulturelle Unterschiede

Komischerweise gehen wir beim Recht immer von unserem europäisch geprägten Recht aus. Recht ist gefühlte Wahrheit und gilt seit Jahren so. Doch da gibt es noch andere «Rechte». Die Blutrache oder Vendetta (Synonym) zum Beispiel ist laut Wikipedia.org ein Prinzip zur Sühnung von Verbrechen, bei dem Tötungen oder andere Ehrverletzungen durch Tötungen gerächt werden. Sie stellt die Ultima Ratio der Konfliktbewältigung innerhalb einer Fehde dar. Rechtlich gesehen würde diese «Rechtsbeanspruchung» bei uns durchfallen. Anzeige wegen Gewaltanwendung wäre die Folge. Recht wird von der zuständigen Justitia eines Landes geregelt. Das kann unterschiedlich sein. Lässt sich denn alles mit Recht regeln?

Recht und Wahrheit

Ist es nicht so, dass unser eigenes Gefühl, ob wir fair behandelt wurden, uns oft im Wege steht? Ich finde die Mehrwertsteuer fair, solange ich sie nicht selbst bezahlen muss. Geschwindigkeitsübertreter sollen eine Busse erhalten, ganz klar. Doch wie sieht es aus, wenn ich mal vom Radar geblitzt werde? Kennen Sie diese Gefühle? Sobald wir selbst betroffen und ausgeliefert sind, empfinden wir Recht / Gesetz oft als Unrecht. Sobald es an Herz und Nieren geht, muss geklärt werden, wer letztendlich im Recht ist. Dafür gibt es die Rechtsordnung. Paragraphen eben. Die Mühlen des Gesetzes allerdings, mahlen bekanntlich langsam. Man muss sich schon die Frage stellen, was einem die Strapazen, die mit der rechtlichen Forderungen einhergehen, wirklich wert sind. Recht haben bedeutet eben nicht immer, als Gewinner vom Platz zu gehen. Manchmal gibt es auch zwei Verlierer.

«Die Liebe hat nicht nur Rechte, sie hat auch immer recht» sagte Marie Ebner von Eschenbach. Es kann nicht alles geklärt werden. Das wäre dann ein Fall für die Liebe. Denn diese denkt immer längerfristiger als alles Recht …

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