18 Nov

Alles bio oder was?

Ich kaufe Bio, da wo möglich. Doch was steckt hinter diesem Begriff genau? Was verspricht er und was hält er wirklich? Ich habe meinen Kollegen Andy Bäumler beauftragt, sich ein Bild über Bio zu machen. Im Sinne von Hintergründe im Vordergrund. (Einleitung Andreas Räber, Inhaber Raeber-Leben-Blog.ch)

Wie vertrauenswürdig ist das Bio-Label eigentlich noch?

Wirtschaften im Einklang mit der Natur. Wie wohl das klingt in unseren Ohren! Wie richtig sich das anfühlt! Wie gern man ein solches Vorhaben doch mit ein paar Franken mehr pro Kilogramm Kaffee, Käse oder Fleisch unterstützt. Doch manchmal tun sich eben auch kritische Fragen auf: Ist «bio» wirklich nachhaltig, sauber, natürlich? Was ist mit den Skandalen, die aufmerksame Medien immer wieder aufdecken? Ist auf Bio Verlass?

Das Label Bio unter der Lupe
Das Label Bio unter der Lupe

So weit, so bio

Dem Bio-Gedanken ist an sich nichts, aber auch wirklich nichts entgegenzusetzen: Die natürlichen Lebensprozesse sollen gefördert und die Nährstoffkreisläufe möglichst geschlossen werden, ohne dass chemische Spritzmittel oder künstlichen Dünger verwendet werden. Unser Konsum darf das ökologische Gleichgewicht nicht aus der Bahn werfen. Dass das auch wirklich so gemacht wird, dafür garantieren dem Konsumenten bestimmte Labels. Wir bezahlen etwas mehr, aber wissen auch, was wir daran haben. So weit, so bio.

Skandalöse Lügen verunsichern Bio-Konsumenten

Diesen Sommer deckte die deutsche Wochenzeitung DIE ZEIT einen der grössten Bio-Skandale der Geschichte auf: Ein Grosslieferant der Öko-Marke Neuland hatte über Jahre hinweg Industrieware als Biofleisch verkauft und damit eine Menge Geld verdient. Drastisch ist dieser Fall insofern als das Neuland-Siegel stets als besonders vertrauenswürdig gegolten hatte. Die damit verbundenen Vorschriften waren (vermeintlich) streng, es wurde für artgerechte Tierhaltung ­­– grosszügiger Auslauf, Ställe mit grossen Fenstern, strikte Bestandsobergrenzen – garantiert und die Konsumenten haben dies geschätzt. Und jetzt wird klar: Jahrelang haben Tausende von Menschen billiges Industriefleisch statt Hühnchen aus streng kontrolliertem Biolandbau gekauft.

An Bio keimen Zweifel auf…

Solche Skandale lassen daran zweifeln, ob sich das Investment in teure Bioprodukte überhaupt lohnt. Enttäuscht, resigniert und überfordert lassen sie einen zurück. Die guten Vorsätze verblassen, die Hoffnung, im Einklang mit der Natur vernünftig konsumieren zu können, werden in solchen Betrugsfällen erstickt. Was ist also zu tun? Ist Bio überhaupt noch vertrauenswürdig?

Differenzieren statt resignieren!

Die Frage lässt sich natürlich nicht mit ja und nein beantworten. Hier helfen nur kompetente, kritische und bewährte Ratgeber weiter. Der WWF beispielsweise hat online einen Ratgeber publiziert, in dem Lebensmittellabels wie Claro, Migros Bio, Naturaplan oder Bio Suisse sehr weit oben rangieren – kritisch geprüft und ständig aktualisiert von unabhängigen Experten.

Lassen wir uns also nicht davon abhalten, dem Guten, dem Richtigen und dem Nützlichen zuzutragen! Bio ist gut, wichtig und richtig – aber es kommt auf die Glaubwürdigkeit des Labels an.

Die genannten Bio-Anbieter auf einen Blick:

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