5 Feb

Das Tessin – die Schweizer Sonnenstube

Der Kanton Tessin

– benannt nach dem Fluss Ticino – ist der südlichste Kanton der Schweiz. Durch die Lage südlich der Alpen, herrscht hier mildes Mittelmeerklima. Kalte Luft aus dem Norden wird durch die schützenden Alpen aufgehalten. In der «Schweizer Sonnenstube» zählt man durchschnittlich über 2170 Sonnenstunden im Jahr. In Zürich sieht man die Sonne im Mittel nur für 1693 Stunden. Das Wetter im Tessin war schon immer schön und wunderbar, perfekt, um Urlaub zu machen. Nur war das Tessin für Reisende nicht immer gut zu erreichen. Vor dem Bau des Gotthard-Tunnels war der südliche Kanton im Winter, wenn die Pässe eingeschneit waren, von der restlichen Schweiz abgeschnitten. Bis dahin war das Tessin im Vergleich zum Norden wirtschaftlich und industriell schlecht entwickelt.

Touristen kamen durch die Gotthard-Tunnels

Erst Ende des 19. Jahrhunderts, mit dem Bau der Gotthard-Eisenbahn, änderte sich die Situation und die Industrialisierung hielt Einzug im Tessin. Auch der Tourismus fing an, sich zu entwickeln. Reisende aus Deutschland, Frankreich, England und der Deutschschweiz kamen ins Tessin, um das angenehme Klima zu geniessen. Der Gotthard-Strassentunnel ist mit fast 17 Kilometern Länge der viertlängste Strassentunnel der Welt. Seit seiner Eröffnung kommen noch mehr Reisende ins Tessin, um ihren Urlaub hier zu verbringen. Und nachdem der Gotthard-Basistunnel im Sommer 2016 eröffnet wurde, ist das Tessin noch einmal näher an die nördlichen Schweizer Kantone gerückt. Mit der SBB dauert die Fahrt von Zürich nach Lugano nur noch gut zwei Stunden.

Lugano – ein schönes Reiseziel

Lugano und der Luganer See gehören zu den schönsten touristischen Zielen im Tessin. Auf den Piazze der Stadt kann man seinen Espresso geniessen, die Seepromenade lädt zum Spazieren ein und von den Luganer Hausbergen, dem Monte Bré und dem Monte San Salvatore, hat man einen schönen Blick über die Stadt und den See.

Typisches Tessiner Hotel

Für den Reisenden bietet zum Beispiel das Hotel Paladina in Pura-Lugano, egal ob man alleine oder mit der Familie Urlaub machen möchte, ein schönes, erholsames Ambiente. Das Hotel liegt in einmalig schöner Lage und man hat von hier aus ein einmaliges Panorama über das südliche Tessin. Es ist ein perfekter Ausgangsort für Ausflüge, Wanderungen oder Velotouren. Aber auch im Haus bietet das Hotel Paladina viele Angebote für die ganze Familie. So kann man im hauseigenen Pool baden, im Spielstall toben, Boccia oder Billard spielen oder im Garten entspannen. Oder man wagt eine Fahrt im hoteleigenen schwungvollen Space-Karussell, von denen es nur zwei in der Schweiz gibt, und schaut sich die Welt mal auf dem Kopf stehend an. Das Hotel Paladina ist mit seine über 85’000 m2 Umschwung einmalig im ganzen Kanton. Es ist quasi ein eigenes Tessin im Tessin.

Hotel Paladina - ein Hotel mit Weitsicht
Der Blick vom Hotel Paladina, Richtung Caslano.

 

Die Geschichte des Kantons Tessin

1803                     Geburtsstunde des Kantons Tessin, durch die Mediationsverfassung von Napoleon Bonaparte, das von da an einer der 19 gleichberechtigten Kantone im Schweizer Staatenbund ist.

um 1830              Der Weg über den Gotthardpass wird als befestigte Strasse ausgebaut. In der schneefreien Zeit passieren regelmässig Postkutschen

1878                     Bellinzona wird offizielle Hauptstadt des Tessins

um 1880              Bau der Gotthard-Eisenbahnlinie, die 1882 eingeweiht wurde. Das Tessin ist nun auch im Winter erreichbar, was zu

ab 1900               Erste Touristen reisen in die Südschweiz.

1939-1945          Menschen, die Deutschland wegen des Zweiten Weltkriegs verlassen, suchen Asyl im Tessin

1950er Jahre      Das Tessin wird beliebtes Ferienziel. Viele Schweizer kaufen sich Rustici, ehemalige Ställe, die sie zu Ferienhäusern ausbauen lassen.

1980                     Der 16,9 Kilometer lange Gotthard-Strassentunnel wird eröffnet. Er verbindet durch die Nationalstrasse A2 Göschenen im Kanton Uri mit Airolo im Kanton Tessin.

2016                     Der weltweit längste Eisenbahntunnel der Welt, der Gotthard-Basistunnel, wird in Betrieb genommen.


16 Jun

Was braucht es, um coole Ferien zu machen?

Zurück aus den Ferien, werde ich oft gefragt, ob ich mich erholen konnte und wie das Wetter war. Zwei Fragen, um die man einfach nicht herum kommt. Zwei Fragen, die bei mir eine gewisse Selbstreflexion ausgelöst haben.

Essen, schlafen, erleben, Gemeinschaft und Wetter

Die nachfolgenden Punkte sind mein interner Kriterienraster, wie ich Ferien beurteile. Natürlich könnten noch viele andere Punkte aufgeführt werden. Ich habe mich auf die wichtigsten konzentriert.

Das Essen war sehr gut. Manchmal war die Umgebung vielleicht ein bisschen laut, manchmal gab es etwas Gewöhnungsbedürftiges, das sonst nicht auf meinem Menüplan steht, insbesondere, wenn ich in einem Hotel war. Punkt 1 war also in den meisten Fällen gut. Was ist mir noch wichtig?

Essen im Hotel
Draussen essen im Restaurant mit Blick auf den See

Die Schlafqualität. Diesbezüglich habe ich in der Regel nach dem zweiten oder dritten Tag Rückenschmerzen. Etwas, was ich in fast jedem Hotel oder in jeder Ferienwohnung erlebe. Heute nehme ich oft auch mein eigenes Kissen mit. Punkt 2 kann ich also fast nicht beantworten, weil ich überall Rückenschmerzen habe.

Das Angebot. Ist in der Regel sehr vielseitig. Und doch spüre ich die Art und Weise, wie man vom Hotelpersonal als Gast wahrgenommen und behandelt wird.

Meine Familie. Da der Mensch bekanntlich ein soziales Wesen ist, ist die Stimmung in einer Gruppe ebenso wichtig. Allerdings muss man sich auch mal abgrenzen können. Ferien sind ja zur Erholung da und nicht primär zum Konflikte austragen.

Das Wetter. Für viele Menschen ist genau dieser Punkt entscheidend, ob die Ferien schön waren oder nicht. Und genau diesen Punkt kann niemand beeinflussen – ausser wir selbst. Bei uns. Sonne im Herzen.

Konnte ich mich erholen?

Ich erinnere mich an Familienferien in Südfrankreich. Unterwegs auf der Saône mit einem Hausboot. Vier Tage Regen, am letzten schien die Sonne. Laut Bordbuch bekommt man nach einem, zwei Tagen Regen den «Bordkoller». Wir hatten keine grösseren Probleme. Als wir das Boot wieder abgaben, hat uns der Vermieter gestanden, er hätte damit gerechnet, dass wir vorzeitig abbrechen würden, was bei uns jedoch nie zur Diskussion gestanden hatte. Das Geheimnis lag wohl darin, dass wir ein gemeinsames Ziel hatten. Unvergessliche Ferien, trotz Spannungen und Herausforderungen. Über Drittpersonen haben wir gehört, es unseren Kindern auf dem Boot sehr gefallen habe. Daraus habe ich eine der wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiche Ferien gelernt: Ich selbst habe grossen Einfluss darauf, wie ich etwas erlebe.

Tipps für erfolgreiche Ferien

Im Vorfeld aufschreiben, welche Erwartungen man an die Ferien hat. Geht man in der Gruppe, z.B. mit der Familie, tut man gut daran, diese im Vorfeld zu besprechen. Gruppe heisst, man muss auch Rücksicht nehmen. Ferien sind eine gute Möglichkeit, den anderen wieder neu zu entdecken. Gruppe bedeutet die Kunst, dass möglichst alle auf ihre Kosten kommen, zu koordinieren.

Essen (für Vegetarier)

Insbesondere als Vegetarier, oder wenn man bestimmte Inhaltsstoffe nicht verträgt, unbedingt im Vorfeld abklären, welche Möglichkeiten bei der Reisedestination bestehen. Auch als Vegetarier darf man gewisse Ansprüche anmelden und sich nicht einfach mit üblichen Menüs, einfach ohne Fleisch, abspeisen lassen. Manchmal braucht es etwas Geduld, um ein geeignetes Restaurant zu finden. Da helfen Tipps von Einheimischen enorm weiter.

Schlechtwetterprogramm gezielt planen

Schönes Wetter bedeutet mehr Flexibilität und Spontaneität, ein allfälliges Schlechtwetterprogramm muss geplant werden. Das Wetter können wir nicht umstellen. Wir haben als Familie in unseren Hausbootferien auch erlebt, dass es sich lohnt, Einheimische bei allfälligen Fragen anzusprechen. Wir waren überrascht, wie hilfsbereit diese Menschen waren. Sie gaben uns ein Stück Sonne ins Herz … Überhaupt ist das Entdecken von Kultur und Mensch etwas sehr Schönes.

Ferien im sonnigen Tessin, Kultur entdecken
Ferien im sonnigen Tessin, Kultur entdecken

Ferienplanung

Je älter die Kids, desto herausfordernder kann die Ferienplanung werden. Wir hatten uns immer sehr schlecht auf ein Reiseziel einigen können. Dann kam ich auf die Idee, ein grosses weisses Blatt an die Innenseite der Haustüre zu hängen. Dort konnten alle ihre Wunschreiseziele eintragen. Wer nicht mitmachte, war selbst schuld. So kamen wir nach 3 Monaten über Reiseziele wie Island, Norwegen, Frankreich, Holland, Deutschland am Schluss auf Dänemark …

Ferien in Dänemark
So schön können Ferien in Dänemark sein …

Mietauto

Wer sich ein Mietauto leistet, vor der Reise unbedingt checken, ob alle Unterlagen – insbesondere der Führerausweis – dabei sind… und natürlich, ob das Auto noch einen Service braucht. Man kann sich damit viel unnötigen Stress und aufwändige Administration ersparen.

10 Aug

Ferien in der Schweiz

Das Ferienland Schweiz aus der Sicht von meiner Kollegin Jasmin Taher, die in Deutschland lebt.


Wandern, wandern, wandern…

Als Kind – und noch mehr als Jugendliche – war mir das Wandern ein Graus. Anstatt zu wandern, habe ich lieber tapfer bei sommerlicher Hitze stundenlang auf dem Parkplatz irgendwo in den Appenzeller Alpen im Auto – bei hochgekurbelten Fenstern – mit meinem damals brandneuen Walkman ausgeharrt. Alles war mir lieber, als schon wieder einen doofen Berg hochzukraxeln, von oben runterzuschauen und wieder hinunterzustapfen.

Kann man also in der Schweiz etwas anderes unternehmen, als nur zu wandern?

Ferien in der Schweiz: Ferienunterhaltung zum Beispiel im Hotel Paladia, Pura, Tessin
Schachspielen innerhalb der Anlage vom Hotel Paladina, Tessin

 

Kunst und Kultur

Ausser den Bergen bietet die Schweiz wundervolle Museen. Von klassischer Moderne – z. B. in der Fondation Beyeler in Basel – bis zur griechischen und römischen Antike – beispielsweise in der Antikensammlung in Bern – eröffnet die Schweizer Museumswelt Einblicke in alle Kunstepochen.

Auch die Schweizer Natur lässt uns staunen: Im Norden am grössten Wasserfall Europas, dem Rheinfall bei Neuhausen, oder im Süden auf den Brissago Inseln im Lago Maggiore, wo man im Botanischen Park subtropische Pflanzen bewundern kann.

Auch längste Baudenkmal der Schweiz sollte man sich nicht entgehen lassen: Die kopfsteingepflasterte Tremola an der Südflanke des Gotthardpasses.

Die «römische» Schweiz

Wer sich für die Römerzeit interessiert, kann sich an zahlreichen Orten in der Schweiz um ungefähr 2000 Jahre zurückversetzen lassen. Aventicum, das heutige Avenches, gelegen zwischen Bern und Fribourg, war einst Hauptstadt der Helvetier und römische Kolonie. Neben zahlreichen Bauten können im römischen Museum bedeutende Funde bewundert werden. In Augusta Raurica, dem heutigen Augst im Kanton Basel Land, kann man den römischen Haustierpark besuchen und Einblicke in das tägliche Leben der alten Römer erhalten. In Vindonissa, dem heutigen Windisch in der Nähe von Brugg, kann man in die Geschichte des einzigen römischen Regionslagers der Schweiz eintauchen.

Trottinet-Fahren, Fliegen oder doch Wandern?

Mittlerweile – seit meiner Jugend sind schon einige Jahre vergangen – gibt es neben Wandern, Ski- und Schlittenfahren zahlreiche andere Möglichkeiten in den Bergen Spass zu haben. (Es ist unglaublich aber wahr. In meiner Jugend gab es noch kaum Snowboards, die kamen ab Mitte der 1990er-Jahre auf und Snowboarden wurde im Übrigen erst 1998 olympische Disziplin.) Auf zahlreichen Sommer- und Winterrodelbahnen und Seilparks kann man eine grossartige Zeit mit der Familie verbringen. Per Luft oder auf dem Wasser kann man Höhenunterschiede auch auf etwas aufregende Art und Weise überwinden: Gleitschirmfliegen, River Rafting und Kanufahren wird an vielen Orten in den Bergen angeboten.

Nun ja, ich halte es mittlerweile übrigens eher weniger aufregend und vielmehr altmodisch: Ich wandere inzwischen freiwillig.

Warum in die Ferne schweifen?

Willst du immer weiter schweifen?

Sieh, das Gute liegt so nah.

Lerne nur das Glück ergreifen.

Denn das Glück ist immer da.

W. von Goethe «Erinnerung»

Weiterführende Tipps zum Thema Ferien in der Schweiz:

Autorin: Jasmin Taher

5 Jun

Ferien, Reisen – ja, gerne, doch wann und wohin?

Wohin in die Ferien gehen? Diese Frage stellt sich auch mir immer wieder. Mir, das bin ich 49 Jahre alt, verheiratet und Vater von 3 Teenies. Damit ist das Spannungsfeld bereits definiert. Denn Ferien mit Teenies sind aus meiner Erfahrung sehr schwierig zu planen. Die Interessen gehen sehr weit auseinander.

Ferien in der Ferne, in der Nähe oder im www

Reisen, Ferien, ja gerne, aber wohin?Die einen reisen in ferne Länder wie Thailand, Vietnam etc. und leben den Abenteuer-Geist aus. Alleine der Gedanke an unbekannte Länder löst bei mir gemischte Gefühle aus. Natürlich könnten wir auch eher traditionell Ferien machen und in der Schweiz bleiben. Ferien im Tessin, oder Wandern im Kanton Graubünden? Das ist schon eher etwas, das mich anspricht. Auch das löst Gefühle aus. Bei denen, die die Ferne anpeilen. Die 3. Gruppe möchte Ferien im WWW machen. Da gibt es schliesslich auch viel zu entdecken.

Unterschiedliche Interessen, ein Zeichen von Entwicklung

Ferien, Reisen. Ja. Gerne. Doch die Auswahl ist nicht immer so einfach. Besonders dann nicht, wenn die Interessen in der Familie weit auseinander gehen. Das ist für eine Familie eigentlich eine gute Nachricht. Nicht bezogen auf die Ferien, aber auf die Entwicklung der Kinder. Dass Kids selbstständig, und erwachsen werden wollen gehört dazu, wird in Fragen der Ferienplanung jedoch zur Herausforderung. Es ist durchaus möglich, dass man später wieder gemeinsam Ferien verbringen kann. Und das erst noch entspannter.

Der Mut, die Kids alleine zuhause zu lassen

«Wir möchten versuchen alleine zu leben, wenn ihr weg seid.»

Diese Aussage machte ein Teenager gegenüber seinem Vater. Letzterer hatte den Verdacht, dass sein Sohn dann vor allem ungestört gamen will. Trotzdem brauchen er und seine Geschwister eine Chance. Die benötigen sie immer wieder. Und auch das Verständnis und das Vertrauen der Eltern. Das ist die eine Seite.

Den Mut, die Eltern ständig zu «beleben»

Die andere Sicht ist die der Teenies. Denn Eltern brauchen auch Verständnis. Vielleicht ist Thailand oder Vietnam ja tatsächlich eine Reise wert. Und den Umgang mit dem WWW müssen die Kids ja auch lernen können.

Lieber zuhause auch mal über die Stränge schlagen und anschliessend mit den Eltern darüber reden können, als zuhause nett und brav sein und sich dafür auswärts nicht im Griff haben.

Man weiss das Resultat erst, wenn man einen Versuch unternommen hat. Und eine Garantie, dass nichts passiert, wenn alles beim Alten bleibt, die hat man auch nicht.

«Sometimes Love Is Letting Go» lautet der Titel eines Liedes der Rockröhre Suzie Quatro. Manchmal heisst Liebe loslassen, das gilt für beide Parteien. Und jemanden loslassen bedeutet, jemanden zu respektieren und ihn vielleicht auf eine neue, ganz andere Art zu gewinnen. So gesehen bekommen Ferien ein neues Gesicht. Eine neue Perspektive. Das relativiert die eigenen Bedürfnisse und damit auch die Destination.

Ferien, Reisen mit der Familie – ja, gerne, doch wann und wohin? Egal. Denn der Weg ist das Ziel!


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