26 Feb

Alltägliches wird wertvoller durch seinen Hintergrund

Wir halten so viele Dinge in der Hand und wissen nicht, wie sie hergestellt wurden. Welche Ressourcen verwendet werden und ob diese ohne Giftstoffe und unter fairen Bedingungen beschafft werden können. Das fertige Produkt wird schnell zur Selbstverständlichkeit. Wir gewöhnen uns rasch an neue Dinge, die uns das Leben erleichtern. Gerade im Bereich der Technologie gibt es einige Beispiele. Insbesondere der sogeannten Spritzguss, Formenbau, hat viel zu neuen Produktionsmöglichkeiten beigetragen.

Am Anfang waren die Langspielplatte und die Musikkassette

Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als die CD die Schallplatten ablöste. Es muss so Anfang der 1980er Jahre gewesen sein. Sony Music, Philips und PolyGram führten die ersten Compact Disc ein. Der «klare Klang» hat seit der ersten Veröffentlichung einen enormen Erfolgsweg hinter sich. Statt gross, schwarz und zerbrechlich neu klein, silbrig und fast unzerstörbar:

Die CD löste die alternde LP immer mehr ab, so dachten wir damals. Heute erlebt die Langspielplatte ein ungelaubliche Renaissance!

Die Vorteile der CD lagen auf der Hand. Der geliebte Sound ohne Kratzen (was ja gerade die LP so was von ausmacht…) , die Bedienung einfacher sowie der kleinere Platzbedarf und das Handling beim Überspringen von Songs waren gegenüber der LP und Musikkassette unschlagbar. Die Bequemlichkeit siegte. Zumindest ein paar Jahre lang. Klarer Nachteil der CD: Der digitale manchmal klirrende und eingesperrt wirkende Klang konnte nicht allen Musikliebhabern gerecht werden.

CDs sind heute dank ihrer inzwischen erkannten Multifunktionalität auch als anderweitiger Datenträger nicht mehr wegzudenken. Ein guter Einblick über die Geschichte der Compact Disc, liefert der Artikel «30 Jahre Silberscheibe: Die Geschichte der Compact Disc» auf Chip.de.

Produktion einer CD oder LP mit Spritzgiessen

Wie wird eine CD hergestellt?

Spritzgiessen – ein ideales Fertigungsverfahren

Wie wird eine Compact Disc hergestellt? Sie wird im Spritzgiessverfahren mit dem thermoplastischen Werkstoff Polycarbonat (PC) hergestellt. Die gespeicherten Informationen sind als kleinste Vertiefungen (Mikrometer(10–6 m) breit und tief) in die Oberfläche eingelassen (Siehe auch © Christiani.de – Spritzgiessen – ein ideales Fertigungsverfahren.) Mit dem Spritzguss-Verfahren können verwendbare Formteile in grosser Stückzahl kostengünstig hergestellt werden. Allerdings ist das Formwerkzeug sehr teuer, so dass die Wirtschaftlichkeit erst bei einigen tausend Teilen erreicht werde (© Wikipedia). Für Spritzgiessen gibt es in der Schweiz einige Spezialisten.

Spritzgiessen: professionelle Spritzgusshersteller machen vieles Produktneuheiten möglich

Ein Beispiel ist die VON ALLMEN AG mit Sitz im zürcherischen Pfäffikon (siehe «Spritzgiessen: auch mit komplexen Teilen auf Platz 1»). Langspielplatten können übrigens auch mit dem Spritzgussverfahren hergestellt werden. Laut Wikipedia erkennt man eine mittels Spritzguss hergestellte LP daran, dass keine Papieretikette in der Mitte aufgeklebt , sondern die Beschriftung auf der Platte etwas vertieft ist.

Hinter dem Alltäglichen stehen also oft durchdachte Technik, steht dank Spritgiessen eine schier unbegrenzte Kreativität, ausgeklügelte Abläufe und viele natürliche Ressourcen.

Im Grunde genommen eine gute Sache, weil so auch viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Vieles ist leider aus unserer Sicht meist schon zur Selbstverständlichkeit geworden. Wo Selbstverständlichkeit herrscht, wird aus Einzigartigkeit leicht Massenware. Die schon erwähnte Renaissance der LP zeigt jedoch, dass Menschen innehalten und umdenken. Das Coole daran:

Alltägliches wird wertvoller. Leben wird bewusster und Technologien wie Spritzguss, lassen uns immer wieder neue Möglichkeiten entdecken.

© raeber-leben-blog.ch / überarbeitet am 4.2.2022


Andreas Räber, GPI®-Coach, Wetzikon - Begleitende Berufliche NeuorientierungAutor und redaktionelle Leitung

Andreas Räber ist GPI®-Coach, sowie Autor von zahlreichen Blogs, Fachartikeln und Kurzgeschichten. In über 40 Jahren Verkauf und Marketing, ist er unter anderem auch Verlagsleiter eines CD-, Kassetten- und Videoverlags gewesen. Er hat die Marktveränderung von der Langspielplatte zur CD genau mitverfolgt.

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