3 Aug

Baumängel und worauf man achten sollte

Die meisten Baumängel betreffen die Wasserdichtigkeit der Gebäudehülle, Ausführungsmängel, Planungsfehler sowie Bauleitungsfehler. Baumängel können teuer werden. 

Wer baut, investiert viel Geld. Daher ist der Wunsch nach einer einwandfreien Wohnung sehr nachvollziehbar. Will man sich doch am neu erworbenen Wohneigentum freuen und dieses vollumfänglich geniessen.

Baumängel können teuer werden.
Baumängel können teuer werden.

Menschen unter Druck

Planungsfehler, Ausführungsmängel und Bauleitungsfehler haben menschliche Ursachen. Nach dem Motto «Zu viele Köche verderben den Brei».

Das bedeutet: Je mehr Menschen an einem Projekt arbeiten, desto mehr Fehler können passieren. Je stärker der Termindruck und je mehr verschiedene Kulturen mit Fremdsprachen zusammenarbeiten, desto höher die Gefahr von Missverständnissen und damit von Baumängeln.

Zahlreiche Häuser sind Unikate. Für die Bauleiter und Handwerker bedeutet dies, sich immer wieder in neue Situationen hineindenken zu müssen. Was neu ist, birgt Fehlerquellen. Laut einem Beispiel von Swiss Life wurden bei einem Haus im Kanton St. Gallen 720 Baumängel festgestellt.

Zeitersparnis bedeutet nicht immer die nötige Qualität. Sie kann unter Umständen sogar mehr Kosten generieren.

Schnell und günstig ist rasch offeriert. Doch entscheidend sind die effektiven Kosten.

Wasser findet immer einen Weg

Die Wasserdichtigkeit der Gebäudehülle betreffen zirka 60 % der Mängel. Diese treten meist erst dann zutage, wenn es stark regnet.

Wasser, auch Grundwasser, findet Wege ins Innere eines Gebäudes, die man nicht für möglich hält.

Zum Beispiel durchs Dach hindurch bis in die Deckenlampe (so geschehen). Leckende Abdichtungen in Bädern oder Duschen können dazu führen, dass es in die darunterliegende Wohnung tropfen kann. Wasser deckt Schwachstellen ohne Rücksichtnahme auf und dies kann teuer werden. Zudem ist oft unklar, wie sich Wasser einen Weg gebahnt hat.

Sich mit einer professionellen Bauabnahme vor Mängeln schützen

Wie man sich vor Baumängeln schützen kann

In vielen Branchen werden neue Kunden vor allem durch Weiterempfehlung gewonnen.

Bei der Auswahl von Handwerkern oder Baufirmen könnte dieses Prinzip bereits viele Mängel verhindern.

Referenzen helfen, sich ein genaueres Bild zu machen. Ein persönliches Gespräch mit bisherigen Kunden wäre noch hilfreicher. Zu aufwändig? Am Anfang vielleicht. Doch dadurch können enorme Kosten verhindert werden.

Um Baumängeln effektiv vorbeugen zu können, braucht es eine erfahrende Fachperson, die auch die versteckten Mängel kennt. Wissen ist hier unersetzlich.

Bauherren sind bei Baumängeln per Gesetz geschützt. Sie müssen innerhalb der Verjährungsfrist von 5 Jahren festgestellte Mängel umgehend dem Unternehmer und/oder Planer anzeigen (Gesetzesentwurf für die Erhöhung von 7 auf 60 Tage ist aktuell in der Vernehmlassung). Die Beweislast liegt beim Bauherrn.

Selbst machen oder einen Bauabnahme-Experten engagieren?

Bauherren, die das laufende Controlling der geleisteten Arbeiten und die spätere Bauabnahme selbst übernehmen, müssen den gesamten Bau und damit verbundene Fristen (SIA-Norm 118) regelmässig überwachen. Dies ist ein enormer Zeitaufwand. (Was genau eine Bauabnahme umfasst finden Sie auf Bauabnahme.ch.)

Ein Bauabnahme-Experte kennt die gesetzlichen Vorschriften und weiss aus Erfahrung, wo er nach Hinweisen für Baumängel suchen muss (siehe Baumangel.ch ). Ein Bauabnahme-Experte kostet zwar sein Geld, als Bauherr ist man somit jedoch auf der sicheren Seite. Nachträglich entdeckte Baumängel würden einiges mehr an Zeit, Geld und Nerven kosten.

Der Experte führt vor der Abnahme einen Check durch, unterstützt den Bauherrn bei der Bauabnahme und hilft, Mangelansprüche durchzusetzen.

Beim Bauen ist das Controlling durch Fachpersonen sehr zu empfehlen. Man spart mittelfristig nicht nur mehr Geld, man schläft auch besser und hat schlussendlich mehr Freude an seinem Wohneigentum.

Baumängel müssen nicht sein …