23 Feb

Sozialhilfe: Was aus dem Sinn ist, ist nicht aus dem Leben.

Das Leben ist sehr direkt. Etliche Krisen können nicht verhindert oder abgewendet werden. Not kommt oft unerwartet und man ist, ehe man sich’s versieht, mitten drin. Krisen können dann verhindert bzw. reduziert werden, wenn es bereits ähnliche Ereignisse gab und man daraus gelernt hat. Jeder Mensch definiert und erlebt eine Krise anders. Was die einen als tragisch empfinden, stört andere nicht mal so sehr.

Wir können Krisen auch ganz einfach verdrängen. Aus dem Leben, aus dem Sinn… Wirklich?

Sozialarbeit bedeutet hinsehen.

Alleinerziehende Mütter oder bildungsferne Menschen

Wer viel hat, hat auch viele Möglichkeiten. Gebildete Menschen finden schneller eine Arbeitsstelle. Auch Erfahrung und Vermögen können einen Einfluss auf das Leben haben. Wie aber ist es, wenn Menschen es verpasst haben, sich genügend zu bilden? Wenn sie kein Geld besitzen und ihre Geschichte ihnen nur im Weg steht? Weil sie aus einer anderen Kultur kommen oder schlechte Startbedingungen im Leben hatten? Weil sie unsere Sprache nicht (gut genug) beherrschen?

Es gibt viele Einflüsse, die zu einem Einbruch des Selbstwerts führen können. Grosse Last muss getragen werden, wird schwerer und lähmt. Das kann einzelne Personen und auch ganze Familien treffen. Gemäss «Kampf um Sozialhilfe, ein Leben mit wenig Geld» (Swissinfo – 02.2014) sind vor allem alleinerziehende Mütter oder bildungsferne Menschen Sozialhilfeempfänger. In der Schweiz erhalten etwa 250’000 Personen Sozialhilfe. Das sind laut Swissinfo gut 3% der Bevölkerung.

Selbstwert im Sturzflug

Von der Sozialhilfe zu leben, ist eine Herausforderung. Jeder Mensch möchte sich selbst ernähren, möchte für sich selbst sorgen können. Kann man dies nicht, ist der Selbstwert im Sturzflug. Vielleicht müssten wir wieder etwas mehr zusammenrücken. Mitzutragen ist langfristig für alle besser, als fallenzulassen.

Auch Grauzone existiert. Was aus dem Sinn ist, ist nicht unbedingt aus dem Leben.

Aus den Augen und doch noch da!
Aus den Augen und doch noch da!

 

Auffangen als Lösungsansatz. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

Sozialhilfe leisten: mittragen

Manchmal braucht es einfach Beziehung. Sozial schwächere Menschen in Gemeinschaften integrieren. Begegnungen ermöglichen. Dabei sein können. Teil sein. Beziehungen pflegen. Persönlichkeitsentwicklung am Gegenüber ermöglichen. Das fängt mit einer guten Wahrnehmung im eigenen Umfeld an. Eine Begrüssung ist ausgedrückte Wertschätzung. Den Menschen als Original an- und mitnehmen, in den Verein, oder auf eine Wanderung. Immer ohne eine Opferrolle zu unterstützen.

Ausbildung zum Sozialarbeiter

Der zunehmende Flüchtlingsstrom wird Hilfe zur Integration erfordern. Von einer Kultur in eine andere gehen, von einer Not verdrängt zu werden und völlig neu anfangen müssen, das können nicht alle. Die Chancen auf eine Arbeitsstelle sind gering. Viele werden professionelle Hilfe und Begleitung brauchen. Wer als Sozialarbeiter arbeitet oder es zukünftig tut, gehört zu diesen professionellen Hilfspersonen. Sozialarbeiter sind darum auf Weiterbildung angewiesen, in der er oder sie Menschen fördern können.Hilfe zur Selbsthilfe. Dazu gehört auch die Abgrenzung zu der Not. Da sein. Teil sein. Tragen und gleichzeitig Verantwortung übergeben. Weiterbildung ist ein Schritt von vielen. Wir müssen dran bleiben. Was aus unserem Sinn ist, ist eben nicht aus dem Leben.

Verdrängen geht nicht. Das haben uns die Geschehnisse 2015 sehr eindrücklich gezeigt …

Tipp für Weiterbildung

Sozialarbeiter-Ausbildung.ch: Krisen sind Chancen. Dank einer Coaching-Weiterbildung!

14 Mai

Lebenslanges Lernen hat Vorteile

Ich erinnere mich noch gut, wie es früher eine unausgesprochene Tatsache war, dass man ein Leben lang im erlernten Beruf arbeitete. Als ich meinen Freunden und Kollegen erzählte, dass ich vom Lebensmittel- in den Inserate-Verkauf wechseln würde, wurde ich dann und wann mit einem kritischen Blick bedacht. «Wofür hast du eine Lehre für den Lebensmittelverkauf gemacht?» Heute denkt man anders.

Leben ist in Bewegung

Als in den 1990er Jahren das Internet einen regelrechten E-Boom auslöste, wurde die Welt und manche ihrer bisherigen Regeln und Gesetze auf den Kopf gestellt. Die moderne Technik überrollte diverse Branchen. Aus Langspielplatten wurden zum Beispiel Compact Discs und daraus wurden MP3 Files. Neue Branchen und Firmen entstanden, andere verschwanden.

Das Leben ist in Bewegung, und das immer mehr und dank Internet immer schneller.

Im Jahr 2004 war die Geburtsstunde von Facebook – eine weitere technische Entwicklung, die Bisheriges neu definierte. Diese Veränderungen hatten unweigerlich auch Auswirkungen auf die Ausbildung und Weiterbildung, aber auch auf Privatleben und Gesundheit (teilweise Überforderung durch rasante Entwicklung, Burnout). Neue Berufe erforderten neue  Weiterbildungsangebote und neue Schulungsformen. Die Folge: Weiterbildung wird zum Dauerthema.

Lebenslanges Lernen, sich weiterentwickeln
Lebenslanges Lernen, sich weiterentwickeln

Lebenslanges Lernen

Wenn unsere Väter Weiterbildungen besuchten, geschah dies alle paar Jahre oder eher alle paar Jahrzehnte einmal. Dies hat sich mit dem Siegeszug des Internet drastisch verändert. Durch die modernen Kommunikationsmöglichkeiten und der Anforderung, überall erreichbar zu sein, wurde die Trennung zwischen Privatleben und Geschäft immer mehr fliessender und die Anforderungen seitens der Wirtschaft stiegen aufgrund von Wirtschaftskrisen markant an. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind immer mehr ge- und überfordert. Lebenslanges Lernen wird zur Pflicht. Die Frage ist nur, wo und wie viel.

Denn auch Erholung und die Fähigkeit Beruf- und Privatleben zu trennen gehören zu lebenslangem Lernen.

Work-Life-Balance wird zur notwendigen Kompetenz.

Lebenslanges Lernen: Schwerpunkte steigern die Lebensqualität
Foto: © Michael Nivelet – Fotolia.de

Lebenslanges Lernen: Schwerpunkte steigern die Lebensqualität

Fazit lebenslanger Prozess

Neue technische Entwicklungen schaffen neue Möglichkeiten in einem immer dynamischeren Markt, der durch das Internet regional wird. Neue Tools, neue Entwicklungen, neue Software machen die Welt kontrollierbarer. Entscheidend ist aber trotz allem die Zielgruppe. Nicht alles, was möglich wäre, kann sich durchsetzen. Inzwischen sind Gegentrends wie Entschleunigung, Selbstmitgefühl etc, entstanden. Die Menschen wollen statt Dauerstress und Überforderung Qualität. Eine Haltung mit Vorbildcharakter.

Denn ein Leben mit wenigen Schwerpunkten steigert die Lebensqualität. Das muss zuerst gelernt sein und ist vermutlich ein lebenslanger Prozess.

Paradebeispiel Theologie

Theologie: Hören, welche Bedürfnisse heute in der Gesellschaft vorhanden sind
Theologie: Hören, welche Bedürfnisse heute in der Gesellschaft vorhanden sind

Theologie hat die Aufgabe, alte Botschaft ins Heute zu übersetzen. Die Frage, was im Jahre Null galt, welche Kulturen, welchen Einfluss hatten und was unser Menschsein heute fördert und braucht, muss zeitgemäss übersetzt werden. In einer dynamischen Welt braucht es in einem gewissen Masse auch der Wille und die Flexibilität, sich an gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen.

Lebenslanges Lernen gilt darum nicht nur im Beruf, sondern bei allen persönlichen Denk- und Sichtweisen.