6 Feb

Überwachung versus Erziehung

Man sieht sie inzwischen beinahe an jeder Strassenecke. Die Rede ist von Videoüberwachungskameras an öffentlichen Plätzen. Überwacht werden immer mehr auch Fans in Fussball- und Eishockeystadien. Beim Bahnhof. Unterwegs.

Man will Präsenz markieren. Abschrecken. Man will aufklären können. Unschuldige schützen. Verantwortliche fassen. Gerechtigkeit. Wer demoliert, wer randaliert, soll auch zahlen.

Videoüberwachung - mit technischen Mitteln Präsenz markieren
Videoüberwachung – mit technischen Mitteln Präsenz markieren

Hat die Gewaltbereitschaft zugenommen?

Die Webseite der Schweizerischen Kriminalprävention skppsc.ch gibt Aufschluss, dass die Gewaltbereitschaft statistisch nicht erfasst werden kann. Mitarbeitende aus kantonalen und städtischen Polizeikorps melden, dass vor allem die Schwere der Gewalttaten zugenommen habe. Bei den Körperverletzungen und den Tätlichkeiten in den Anzeige- und Urteilsstatistiken zeige sich seit Jahren ein deutlicher Anstieg. Auch bei Raubdelikten und Delikten gegen die Freiheit (Drohungen, Nötigungen, Erpressungen) zeige sich in den letzten 20 Jahren ein Aufwärtstrend.

Das gibt einem zu denken. Trotzdem: Statistiken können keine Aussagen darüber machen, ob tatsächlich mehr Gewalt ausgeübt wurde. Es ist durchaus möglich, dass die Bevölkerung sensibler auf Gewalt reagiert und somit mehr Gewaltstraftaten anzeigt worden sind. Wo die Angst zunimmt, steigt unwillkürlich auch die Wahrnehmung in der Umgebung.

Gründe für die Zunahme

Gründe sind nur erahnbar. Und sie betreffen nicht nur Jugendliche. Sondern alle Menschen. Gruppendruck. Die Angst, nicht dazuzugehören. Hilflosigkeit bei schwierigen Gefühlen. Langeweile. Geringe Frustrationstoleranz. Alles Dinge, die wir in der Kindheit lernen (sollten).

Erziehung: Zurück auf Feld 1

Wie viel Erziehung braucht es, damit ein Mensch verantwortungsbewusst und glücklich leben kann? Bedeutet Erziehung, die Kinder vor allem zu lehren, wie man Vorschriften einhält? Vorgesetzte zu respektieren? Ich erinnere mich an einige Vorgesetzte. Bei den einen fiel es mir leichter, sie zu respektieren. Bei anderen war es schwieriger bis unmöglich. Unterordnung muss man lernen. Verzichten auch. Doch wie wichtig sind diese Kompetenzen wirklich? Wie wichtig sind sie heute? Haben sie am Ende ein anderes Gewicht erhalten? Wer mit Luxus aufwächst, hat nie gelernt, zu verzichten.

Was lässt die Gesellschaft zu?

Wir sind stärker miteinander verknüpft, als wir meinen. Wir können zum Beispiel die Augen vor sogenannten Sozialfällen verschliessen. Oder aber wir teilen mehr. Fangen potenziell Betroffene früher auf. Das ist notabene auch die günstigste Lösung. Wer gibt, profitiert. Wer wegschaut, bezahlt (eben doch). Unbewusst. Via Staat. Via Sicherheit. Bei verschlossenen Augen bleibt die Welt, wie sie ist.

Erziehung gestern

Unsere Kindheit prägt uns. Unabhängig von der Kultur, in der wir aufwachsen. Der Idealfall: Wir wachsen in einer einigermassen funktionierenden Familie auf. Die Herausforderungen: Wir wachsen in einer Familie auf, mit abwesenden Eltern. Mit inkonsequenten Eltern. Mit überverantwortlichen oder zu strengen Eltern. Das sind Beispiele. Sie sollen provozieren. Nicht aber verurteilen. Wir können unseren Kindern in der Regel so viel geben, wie wir selbst bekommen haben. Gibt es überhaupt einen Idealfall? Vielleicht. Wenn wir zum Beispiel gemeinsame Ziele und Interessen haben. Wenn wir die Kinder wieder Kinder sein lassen, ihre Einzigartigkeit über unsere Vorstellungen und über die Erwartungen seitens der Wirtschaft, stellen. Wenn wir uns Zeit nehmen, sie zu führen. Man nennt dies Liebe, Wertschätzung, Zuneigung …

Erziehung heute – Überwachung

Erfolg hat seinen Preis. Beruflich erfolgreiche Eltern sind weniger zuhause. Kinder aus einer anderen Kultur können nicht einfach umdenken, abschalten und erlebte Not vergessen. Trotzdem müssen sie vorwärtsgehen. Gemeinsam mit uns. Es ist viel geschehen in den letzten Jahren. Nun ist Eingreifen angesagt. Videoüberwachung als Beispiel. Präsenz zeigen, die in den Kinderjahren vielleicht gefehlt hat. «Wir sehen dich»-Botschaften. «Nehmen dich wahr». Genau das, was früher vielleicht gefehlt hatte, wird heute durch Technik ersetzt. Wir sind mitten drin. Einmal mehr gilt: Das eine tun und das andere nicht lassen.

Weiterführender Tipp für Sie ausgesuchtDiese Webseiten habe ich für Sie ausgesucht:

28 Jan

Was machen Vandalen eigentlich und liegen die Gründe dafür?

Es gibt gewisse Themen, die fallen einem plötzlich mehr auf. Ganz einfach, weil sie zum Dauerthema in den Tageszeitungen werden. Solche Themen sind Vandalismus und als Folge davon auch Videoüberwachung. Was ist Vandalismus genau? Der Begriff hängt laut Wikipedia einer historisch wenig begründete Weise von dem Volk der Vandalen ab, die in der Spätantike in das Römische Reich einwanderten (Duden: mit Bezug auf die Plünderung Roms durch die Vandalen im Jahre 455 n. Chr.). Unter Vandalismus verstehe man Zerstörungswut oder Zerstörungslust. Vandalismus sei bewusste illegale (bzw. normenverletzende) Beschädigung oder Zerstörung fremden Eigentums als Selbstzweck. Der Duden beschreibt Vandalismus als «blinde Zerstörungswut».

Vandalismus verhindern mit Videoüberwachung
Vandalismus verhindern mit Videoüberwachung

Wo liegen die Gründe für diese Zerstörungswut?

Meine Suche in Google mit «Gründe für Vandalismus» bringt mich in Verlegenheit. Die meisten Suchresultate sind aus dem Jahr 2011 und älter (bis 2005). Die aktuellsten darunter sind meine eigenen Blogs aus dem Jahr 2013 … Ist Vandalismus am Ende kein Thema, frage ich mich. Dann wechsle ich auf die Webseite zol.ch und stosse auf zahlreiche Berichte zu diesem Thema. «Riesiger Strohhase auf dem Bächlihof abgefackelt», «Unbekannte kippten Smart um», «20’000 Franken Schaden nach Vandalenakt», «Vandalen in der Kunstkiste», «Wieder ein Opfer von Vandalen», etc. 46 Resultate gibt mir die Onlineplattform des Zürcher Oberländers an. 46 Ereignisse, wo diese blinde Zerstörungswut ausgelebt wurde.

Was war früher anders?

Diese Frage stelle ich mir bewusst. Als normalaufwachsender Lausbub hatten wir auch viel «Seich im Gring» – nur hatten wir mehr Respekt vor Sachschäden. Es war nicht zwingend das bewusste Zerstörungsziel, sondern wohl mehr der Gruppendruck, die Mutprobe – aber immer irgendwie im korrekten aber grenznahen Rahmen. Einen Smart umkippen, Kultur abfackeln geht da definitiv zu weit. Liest man Leserbriefe oder Interviews mit Verantwortlichen für die Sicherheit, nehme ich dann und wann Überforderung war. Der Entscheid eine Videoüberwachung zu installieren, wird immer mehr als eine der wenigen wirksamen Möglichkeiten gesehen.

Überwachung auf der ganzen Linie

Wir werden überwacht: von Google, Facebook, Apple und anderen Firmen, die immer grösser werden und überall in unsere Privatsphäre eindringen, mit dem Ziel, nutzerorientierte Werbung zu schalten und Bedürfnisse erkennen. Dazu brauche man diese Daten, die angeblich auch sicher verwaltet werden. Kurz: Überwachung unserer Interessen. Der börsennotierte US-amerikanische Online-Versandhändler Amazon will den Versand revolutionieren: Der Online-Händler plane eine «vorausahnende Zustellung». Sprich: den Versand von Artikeln, bevor diese überhaupt bestellt wurden (Quelle: 20Min.ch Amazon tüftelt am Hellseher-Versand – 21.01.2014). Das ist nur möglich, wenn wir durch und durch online erkannt und somit überwacht werden … Für die Entscheidung, welche Waren vorab versandt werden, nutze Amazon gesammelte Daten aus. Einfluss auf den Vorabversand haben demnach zum Beispiel bereits bestellte Artikel, Suchanfragen, Wunschlisten, Inhalte des eigenen Einkaufswagens, Retouren und sogar, wie lange die Kunden mit dem Mauszeiger auf einzelnen Produkten verweilen.

Prävention fängt bei der Ursache an

Wir werden auch per Video (IP-Cameras) überwacht. Am Ende, weil wir vielleicht entmutigt sind und darum die tiefste Form der Kommunikation anwenden, nämlich Gewalt? Wir legen einen Boden für unsere Mitmenschen und Nachfolger. Diesen Boden prägen wir durch unsere Werte, wie beispielsweise «Arbeiten, um zu leben« oder «Leben, um viel zu viel Geld zu verdienen». Die Welt verändert sich, und das immer schneller und immer intensiver… Wir sind immer öfter daran, unsere Persönlichkeit zu verkaufen, uns selbst aufzugeben und unsere Einzigartigkeit in Kundengruppen zu verbannen.

Grenzen ermöglichen erlebbare Freiheit

Wir machen unsere Welt kontrollierbar, obwohl wir uns selbst dann und wann nicht mehr unter Kontrolle haben. Messbarkeit, Kosten senken, Gewinn und Umsatz steigern, zielorientiert anbieten – das sind alles sinnvolle Ziele, so sie dann Grenzen haben dürfen und diese trotz möglichem Umsatzpotenzial akzeptiert werden. Apropos Grenzen: Das Internet hat die Welt zu einer Gemeinde gemacht. Der internationale Handel blüht. Grenzen zwischen Kulturen, Andersdenkenden und anders Lebenden sind gefallen. Wir werden laufend internationaler. Wir muten uns Vieles zu! Um Grenzen geht es auch in der Überwachung. Videoüberwachung setzt uns wieder Grenzen, darum wird sie wohl auch wirksam sein. Grenzen setzen – vielleicht wäre das sogar ein Ansatz, präventiv Vandalismus zu verhindern …

Weiterführende Links:

2 Dez

Mit Videoüberwachung Vandalismus und Littering nachhaltig eingrenzen

Schmierereien an Wänden, zerbrochene Blumentöpfe, eingeschlagene Scheiben und zerstörte Gegenstände. Jedes Wochenende sind sie das Ergebnis von nächtlichem Vandalismus. Meist werden hinter diesen unrühmlichen Taten Jugendliche vermutet.  Langeweile, Frust und Gruppendruck können Gründe für dieses destruktive Verhalten sein. Vandalismus ist deshalb aber noch lange kein Grund für Kulturpessimismus.

Videoüberwachung: Eine Massnahme gegen Littering und Vandalismus
Videoüberwachung: Eine Massnahme gegen Littering und Vandalismus

Vandalismus ist ansteckend und teuer

«Die heutige Jugend» ist weder besser noch schlechter als irgendeine Jugend vor ihr. Aber sie kämpft mit immens hohen Anforderungen in Schule und Beruf. Sie steht unter Druck. Und ein grosser Teil der Jugendlichen erhalten von Zuhause wenig Unterstützung, sind doch die Eltern ebenso mehrfach belastet. Nichtsdestotrotz: Sachbeschädigungen sind teuer und mühsam. Sie müssen mit effizienten Mitteln verhindert werden. Denn Vandalismus ist ansteckend und lösen bei immer mehr Menschen eine tiefe Verunsicherung aus.

Ein Drittel des Abfalls landet auf dem Boden

Auch Littering ist ein weitverbreitetes Phänomen und ein wachsendes Problem vor allem der Städte. Einer Studie der Universität Basel zufolge wird rund ein Drittel des Abfalls auf öffentlichen Plätzen nicht im Mülleimer entsorgt – sondern achtlos auf den Boden geworfen, darunter Verpackungen von Take-aways, Getränkeflaschen, Zigarettenreste und so weiter. Das ist nicht nur ein optisches Problem. Der Bund gibt für Reinigungskosten, die durch Littering anfallen, rund eine halbe Million Franken aus – jeden Tag!

Bussen und Verbote bringen kaum etwas

Bussen und Verbote bieten sich für die Politik als schnelle Lösungen an. Doch trotz wachsender Verbotsfülle in der Schweiz, wächst das Problem weiter. Die Justiz scheint dem Problem zumindest vorerst nicht gewachsen und daher sind Private im Zugzwang. Als eine wirksame Methode hat sich die Videoüberwachung erwiesen. Kameras schrecken ab. Die Vandale wissen: Anhand der Videobilder können sie von der Polizei identifiziert und für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden. Und sie wissen auch: Dann wird’s richtig teuer und sie verbauen sich damit ihre eigene Zukunft.

Mobile Videoüberwachung bekämpft den Vandalismus nachhaltig

Mit professionell konzipierter Videoüberwachung lässt das sich Problem des Vandalismus’ und des Litterings effektiv bekämpfen. Zum Beispiel mit mobile Sicherheitskameras. Sie sind flexibel einsetzbar. Sie sind einfach in Betrieb zu nehmen, benötigen weder lange Planung noch kostspielige Investitionen. Profis wie die avisec AG in Remetschwil beraten Private und Betriebe – damit Vandalismus und Littering mit Kameras schnell und nachhaltig eingegrenzt werden kann.

 

16 Jul

Sicherheit versus Freiheit

Wo macht elektronische Überwachung Sinn?

Wir wissen es alle: E-Mails werden von Geheimdiensten gelesen, Facebook-Nutzerdaten an Dritte weitergegeben, Suchverläufe bei Google gespeichert und in der Öffentlichkeit wird videoüberwacht, was das Zeug hält. Anonymität ist heute kaum mehr möglich, so sehr man sich auch darum bemühen mag.

Die Welt ist empört. Dabei stellt sich doch eigentlich die Frage: Wie kann die Balance zwischen Freiheit und Sicherheit in der Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts gehalten werden? Geht beides?

Videoüberwachung, Daten erfassen im Internet - wo liegen die Grenzen und wer definiert sie?

Hitzige Debatten und Wellen der Entrüstung

Friedensnobelpreisträger Obama fällt es in diesen Tagen schwer, sein Gesicht zu wahren. In Anbetracht dessen, was Whistleblower und Ex-Geheimdienstmitarbeiter Snowden der Welt vom illegalen Vorgehen der NSA in Sachen Überwachung (nicht nur) der amerikanischen Bevölkerung berichtet, gerät der Leader der freien Welt massiv unter Druck. Zeitgleich entscheiden die Richter des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg in diesen Tagen, ob die Speicherung der Telefon- und Internetverkehrsdaten aller EU-Bürger ohne Anlass über mehrere Monate mit der EU-Grundrechtecharta vereinbar ist oder nicht.

Auch Internetriesen wie Google und Facebook, stehen seit Monaten in heftiger Kritik, da sie hemmungslos die Daten ihrer Nutzern speichern – ohne dies korrekt zu deklarieren.

Die Frage nach der Sicherheit darf nicht untergehen

Schlussendlich steht die Frage im Raum, ob der Sicherheitsgewinn durch elektronische Überwachung und Datenspeicherung bestimmte (und zum Teil massive) Eingriffe in die Bürgerrechte aufwiegt und wo ein vernünftiger, juristisch und ethisch vertretbarer Kompromiss liegt.

Denn in der Hitze des Gefechts und unter der Welle der Empörung darf das Argument der Sicherheit nicht untergehen. Überwachung durch Video hat in vielen Fällen helfen können, terroristische Anschläge, sexuelle Übergriffe und weitere kriminelle Handlungen zu verhindern – oder aber die Täter im Nachhinein ausfindig zu machen. In Unterführungen, auf Flughäfen und in Zügen, Trams und U-Bahnen macht Überwachung per Video Sinn, denn die Polizei kann nicht überall vor Ort sein. Dank Videoaufzeichnungen kann sie schneller und einfacher reagieren. Ausserdem ist erwiesen, dass sich Überfälle und Einbrüche räumlich verlagern, wo Kameras sichtbar angebracht wurden.

Wer also in der aktuellen Debatte mitmischt, sollte beide Seite im Auge behalten. Sicherheit und Freiheit bedingen sich gegenseitig. Das eine ohne das andere ist schlicht nicht zu haben und wie so oft, liegt die Lösung wohl irgendwo in einer vernünftigen Mitte.