10 Sep

Familienbegleitung: Wenn’s daheim mal wieder explodiert

Eine fiktive und doch lebensnahe Situtation:

Bruno springt stets mitten im Streit auf, rennt wutschnaubend aus dem Haus, knallt mit der Türe, setzt sich auf sein Motorrad und braust davon. Alexandra ruft ihm hinterher, dass er bitte nicht schon wieder abhauen soll. Als er weg ist, setzt sich hernach gefrustet mit einer Packung Schoggi aufs Sofa, greift zum Telefon und heult sich bei ihrer Freundin aus.

Familienbegleitung: Aufdecken von Reizpunkten in der Familie. Fördern von neuen Sichtweisen.

Solche Situationen gibt es häufig. Manchmal sind Menschen in ihren althergebrachten Verhaltensweisen gefangen. Kommt ein Streit oder ein Problem auf, verfallen sie immer wieder in die gleichen Schemata, ohne ihre Konflikte selbstständig lösen zu können.

Alexandra muss lernen, Bruno nach einer solchen Wegrenn-Aktion keine Vorwürfe zu machen. Statt zu sagen «Du rennst IMMER vor unseren Problemen weg.», sollte sie versuchen, nur die gestrige Situation zu betrachten und zu lösen. «Bruno, es ist gut, dass Du gegangen bist, um zur Ruhe zu kommen. Aber jetzt sollten wir nochmals darüber reden.»

Häufig liegt die Ursache für solche Verhaltensweisen in der Kindheit

Der kleine Bruno hat kein optimales Muster gelernt, um Streit zu lösen. Er fühlt sich persönlich angegriffen. Er reagiert auch als Erwachsener noch wie ein verletztes Kind. Auch als Kind ist er immer wieder weggerannt, hat sich zurückgezogen, wollte alleine sein und schmollen.

Kindererziehung ist kein Kinderspiel

Was leicht erscheint, ist bei genauer Betrachtung gar nicht so einfach. Häufig zeigen Kinder ihren Geschwistern und Eltern gegenüber sehr starke Aggressionen. Sie werfen den Familienmitgliedern Beschimpfungen an den Kopf oder in schlimmen Fällen auch Gegenstände. Oft liegt es daran, dass sie eben dieses Verhalten von ihren Eltern vorgelebt wird.

Der kleine Luca, 8 Jahre alt, und seine grosse Schwester Anna, 9 Jahre alt, und die kleine Schwester Alina, 6 Jahre alt, spielen nur selten in Frieden. Meist kommt es nach wenigen Minuten schon zum Streit, bei dem es häufig zu Handgreiflichkeiten kommt.

Die Kinder sind nicht in der Lage, Meinungsverschiedenheiten in normalem Ton verbal zu lösen. Sie haben es einfach noch nicht anders gelernt.

Je früher man solche Verhaltensweisen aufbricht, desto weniger brennen sich die Muster ein. Häufig schaffen es die Menschen nicht, zu reflektieren. In diesem Fall benötigt man Hilfe von aussen. Je eher, desto besser. Ganz wichtig: Es ist keine Schande, sich externe, professionelle Hilfe zu holen.

Familienbegleitung: Der Blick von aussen erweitert den Horizont

Der Familientherapeut begleitet Familien mit dem Ziel, miteinander Lösungen für ihre Probleme zu finden. Dabei bezieht der Pädagoge keine Stellung, er involviert sich nicht in die Konflikte. Er versucht vielmehr den Familienmitgliedern den Blick für ihre Probleme zu öffnen. Im offenen Gespräch, werden die Familienmitglieder gemeinsam motiviert, Lösungen für ihre Meinungsverschiedenheiten zu finden. Dabei gibt der Therapeut Hilfestellungen und Tipps.

Anleitung zur Selbstreflexion

Die Familien lernen bei der Familienbegleitung aus den althergebrachten Strukturen auszubrechen und neue Wege zu lernen. Die betreuten Menschen werden sensibilisiert,

Durch gezielte Fragen bringt der Pädagoge während der Familienbegleitung die Konfliktparteien dazu, ihre Situation zu reflektieren. Durch die Übung unter Anleitung sollen die Familienmitglieder lernen, ihre Probleme auch ohne Begleitung zu erkennen. Ausserdem werden bei der Begleitung alternative Wege zur Lösung der familiären Schwierigkeiten erlernt, so dass die Familien in die Lage versetzt werden, künftige Probleme selbstständig zu lösen.

Beispiel für sozialpädagogische Familienbegleitung (SPF) siehe:

17 Jun

Sich beruflich neu orientieren

Sich neu orientieren, neue Perspektiven, ob privat oder beruflich, suchen und finden, ist oft ein langwieriger Prozess. Mit einem Coaching kann dieser gefördert werden uns die Qualität des ganzen Prozesses kann gesteigert werden. Doch was ist Coaching genau?

Coaching: Ein Wort in aller Munde

Coaching – Dieser omnipräsente Begriff begegnet uns in allen Medien. Doch Coaching umfasst längst nicht mehr nur das berufliche Umfeld. Auch in privaten Bereichen lassen sich Herr und Frau Schweizer «coachen».

Der Begriff «Coaching» entstammt dem englischen «to coach», was «betreuen, trainieren» bedeutet. Ein Begriff, der Emotionen und auch Erwartungen weckt. Warum ist das so? Es geht um Perspektiven, um Veränderungen und um Verbesserungen der aktuell unbefriedigenden Lebenssituation.

Lösungs- und zielorientierte Begleitung von Menschen

Unter «Coaching» versteht man eine lösungs- und zielorientierte Begleitung von Menschen. Das heisst: Der Coach begleitet während einer befristeten Zeit eine Person. Dabei präsentiert er seinem Klienten keine Patentlösungen. Lösungswege werden gemeinsam gesucht und erarbeitet.

Oft nimmt man die Hilfe eines Coaches erst dann in Anspruch, wenn man in einer Krise steckt, alleine nicht mehr weiter kommt und Hilfe benötigt. Diesem Entschluss geht meist ein längerer mühevoller Prozess voraus. Denn wer gibt schon gerne zu, dass er Hilfe benötigt?

Mit einem begleitenden Coaching neue Wege gehen
Mit einem begleitenden Coaching neue Wege gehen

Gefahr Altagstrott

Durch den vorprogrammierten Alltagstrott besteht die Gefahr, manches, das vielleicht auch wichtig wäre, nicht mehr zu sehen. Mögliche Folgen können Frustration, Stagnation, aber auch Ermüdungserscheinungen und Orientierungslosigkeit sein. Man ist festgefahren und findet nicht mehr aus der Misere heraus! Eine Auszeit von den alltäglichen Abläufen und Sorgen kann deshalb nützlich sein und sich zur Chance entwickeln.

Sichtweisen ändern

Die eigene Sichtweise ändern. Ist das möglich und wenn ja, wie? Durch ein Coachingseminar wird diese eigene Sichtweise trainiert. Der Coach macht es auch so. Als neutraler Betrachter kann er auf  Dinge und Sachverhalte aufmerksam machen, die man selber gar nicht (mehr) sieht.

Die Sichtweise kann sich vom Röhrenblick zum Weitblick wandeln.

KursteilnehmerInnen lernen, sich und das Leben besser zu verstehen, vernetzt zu denken und zu handeln, ungenutztes Potenzial zu erkennen und dieses zu nutzen. Durch Coaching und Weiterbildung verbessert sich auch die eigene Sozialkompetenz. Dieser Umstand wiederum steigert zwangsläufig die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Nicht nur für Führungskräfte

In vielen Firmen sind Weiterbildungen im Coachingbereich für Führungskräfte ein Muss. Dabei geht es aber nicht nur darum, zu lernen, wie andere Menschen «ticken», oder wie man seine MitarbeiterInnen am besten führt. Es gilt auch, deren Potenzial zu erkennen und diese für die Firma nutzbar zu machen, so dass schlussendlich alle davon profitieren können.

Auch Mitarbeiter ohne spezifische Führungsfunktionen profitieren von einer solchen Weiterbildung. Weil Coaching in jedem Fall hilfreich ist, wo es um ein Miteinander zwischen Menschen geht. Wer einmal an einem Coachingsemiar teilgenommen hat, weiss um den Wert der erworbenen Kenntnisse.

Ausbildung oder Neuorientierung: ein Coaching hilft
Ausbildung oder Neuorientierung: ein Coaching hilft

Coaching nützt allen

Durch Coaching lernt man, zwischenmenschliche Probleme frühzeitig zu erkennen und diese auf konstruktive Weise zu lösen. Im Beruf wie privat. Statt zwanghaft immer gewinnen zu müssen, übt man sich darin, Gemeinsamkeiten zu entdecken und miteinander Ziele anzustreben.

Dies verhilft zu einem entspannteren Verhältnis, das sich positiv im beruflichen wie auch privaten Umfeld auswirkt.

Gast-Autor: Alex Mörgeli

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