7 Jan

Was weit weg scheint, ist doch näher als wir glauben

Ich erinnere mich an meine Jugendzeit. Damals, wenn auf der Welt eine Katastrophe geschah, hatte ich mich dann und wann ertappt, wie ich in Gedanken die Distanz von mir zum Katastrophen-Herd eingeschätzt habe. Je weiter weg, desto beruhigter war ich. Ist es nicht so, dass, je weiter weg, desto weniger Betroffenheit da ist? Oder anders gesagt, je näher, desto schlimmer? Was wir nicht sehen, was wir verdrängen, ist jedoch nicht weg. Es ist ganz konkret da und näher als wir meinen!

Was weit weg scheint, ist doch näher als wir glauben
Was weit weg scheint, ist doch näher als wir glauben

Das Internet macht die Welt zum Dorf

Die letzten Jahre haben die Welt auf den Kopf gestellt. Täusche ich mich, oder ist die Welt, zumindest gefühlt, kleiner geworden? Wir posten im Internet, wir machen Selfies und versenden diese in alle Welt, beziehungsweise alle Welt kann sie sehen. In Facebook, via Google, Xing, Linkedin – wir sind überall dabei und einander doch so unbekannt … Während Meldungen aus Amerika früher ein paar Stunden brauchten, um es bei uns in die Newsmeldungen zu schaffen, sind es heute via Internet nur noch Sekunden. Waren es früher die wichtigsten Ereignisse, sind es heute auch Randschauplätze und –Ereignisse. Mehr und schneller. Dank Leserreporter, Videokameras, moderner und immer günstig werdender Technik. Es gibt Zeiten, wo ich mein Smartphone links liegen lasse, keine TV-Sendung ansehe und keine Zeitung lese. Grund: Ich bin ab all den zunehmenden Schreckensmeldungen oft einfach überfordert, gelähmt.

«Wir kommen nach Europa und wollen arbeiten»

Verdrängen, verschieben, wegsehen – all das nützt uns nichts. Es kommt. Früher oder später. Das zeigen die zahlreichen Flüchtlinge aus Afrika, die ihr Heil in Europa suchen. Flucht unter unwürdigen Umständen, ausgenutzt, entwürdigt. Unglaublich. «Wir kommen nach Europa und wollen arbeiten.» So sagte es ein Flüchtling in einer Dok-Sendung im Fernsehen. Europa als Heil. Während wir auf Kosten des Schwarzen Kontinents jahrelang, wenn auch unbewusst, gelebt haben, kommen diese Menschen nun zu uns. Verschiedene Kulturen, verschiedene Denkweisen, Erwartungen und Werte prallen aufeinander. Wir können nicht mehr wegsehen. Die Konfrontation findet statt.

Und die Lösung?

Als Menschen haben wir die Pflicht zu helfen, zumindest da, wo es uns möglich ist. Doch pauschal zu sagen, dass Europa das Heil für Flüchtlinge ist, wäre wohl zu einfach. Die Starken werden durchhalten und sich unter enorm schwierigen Herausforderungen durchsetzen können. Die Schwachen … So lebt es uns die Natur vor. Gibt es überhaupt eine Lösung? Ich bin der Meinung, dass es Ansätze gibt. Eine der aus meiner Sicht besten, ist Hilfe zur Selbsthilfe. Von unserem Reichtum etwas abzweigen und Menschen, zum Beispiel im Südsudan, unterstützen. Diese müssen vor Ort begleitet und unterstützt werden. Denn wer im eigenen Land eine Lebensgrundlage hat, muss und will nicht flüchten (ausser im Kriegsfall).

TearFund – Spenden für Südsudan

Das Hilfswerk TearFund schreibt dazu auf seiner Webseite: «Für CHF 30.- kann einer Familie im Südsudan Zugang zu medizinischer Versorgung ermöglicht werden. Für CHF 65.- erhält eine Familie in Zentralafrika eine Monatsration Lebensmittel (Reis, Speiseöl, Trockenfisch, Bohnen, Zucker).» Fr. 30 und Fr. 60.-, das ist in etwa so viel, wie wir hier für ein Essen im Restaurant bezahlen. Einmalig. Im Südsudan reicht es für einen ganzen Monat. Das Partnerhilfswerk Across rüstet in der Region Boma Menschen aus, damit Getreide ausgesät werden kann. Aktiv, präventiv, aufbauend. Kein Wunder lautet der Slogan von TearFund: Hinsehen. Handeln. Uns kostet es wenig, im Südsudan aber hilft es viel.

Weiterführende Infos zu TearFund und Südsudan

1 Nov

Spenden sammeln, Gutes tun – Hauptsache man tut es.

Immer wieder tauchen sie auf, die Spendenbriefe verschiedener Hilfswerke. Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Hilfswerke markant zunehmen, die meine Adresse für die Spenden-Akquisition verwenden. Dagegen ist eigentlich nichts einzuwenden. Ich frage mich nur, ob das gegenseitige Abwerben, insbesondere durch Direct Mailings, wirklich Sinn macht. Spenden hat letztendlich mit persönlicher Überzeugung zu tun. Ein Wechsel kommt darum höchst selten in Frage, wenn überhaupt.

Spendenwerke nehmen mir einen Teil meines sozialen Engagements ab

Sinnvoll spenden - teil eines soziales Engagementes
Sinnvoll spenden – teil eines soziales Engagementes

Was passiert eigentlichen mit meinen Spenden? Eine Frage, die man sich immer mal wieder stellt und auch stellen soll. Die zunehmende Anzahl der Werke trägt ja nicht gerade zur Übersichtlichkeit bei. Beim genaueren Hinsehen stelle ich fest: Hilfswerke nehmen mir einen grossen Teil meines sozialen Engagements ab. Sie sind vor Ort, dort wo es Hilfe braucht, während ich mir hier mein Geld in einem einigermassen politisch stabilen Land verdiene. Wer in Randregionen dieser Welt geht, um notleidenden Mitmenschen zu helfen, verdient in meinen Augen Respekt. Dafür soll er und natürlich auch die Zielgruppe unterstützt werden. Zudem sagt etwas in mir, dass, auch wenn die Not noch so weit weg ist von mir, ich meine Augen trotzdem nicht verschliessen sollte.

Auch «meine» Region ist wichtig

Spenden verbinden wir oft mit notleidenden Menschen in der Dritten Welt. Not leiden, das ist nicht etwas, wovon wir hier in der Schweiz verschont sind. Auch hier sterben Menschen, viele sind arbeitslos und müssen von der Sozialhilfe leben. Die hohe Scheidungsrate lässt vermuten, dass auch wir das Leben nicht in allen Bereichen im Griff haben. Leben gestalten hat nicht nur mit Reichtum zu tun. Das eigene Denken und Handeln ist fast wichtiger. Der Umgang mit sich selbst. Perspektiven suchen und sich orientieren. Orientierung via Radio und TV, das ist etwas, das das christliche Medienwerk ERF Medien seit gut 40 Jahren macht. Christliche Werte vermitteln. Zeitgemäss. Verständlich. Alltagsnah. Und das in meiner Region!

Radio begleitet durch den Alltag

Ich erinnere mich an meine Jugendzeit. Der Tag begann mit dem Radiowecker, mit den News, dem Input und einer aufgestellten Moderation. Es ging weiter. Im Auto unterwegs, die Staumeldung, der aktuellste (!) Wetterbericht und zahlreiche Hintergründe im Vordergrund. Vor dem Einschlafen dann nochmals das Ausklingen. Radios sind tägliche Begleiter, sind ganz nah am Herzen! Dank Spezialradios wie Life Channel und ERF Plus können Jung und Alt über den Äther von christlichen Werten profitieren. Wie leben Menschen ihren Glauben heute? Wie gehen sie mit Krisen um? Statt trockene Theorien, praktische Tipps und Inputs fürs Leben. Auch ERF Medien sammeln Spenden. Damit ich und andere begleitet werden können. In guten wie in schwierigen Tagen. Damit neue Lösungsansätze meine Fragen zwar nicht unbedingt immer beantworten, mir aber doch helfen, mein Handeln besser zu verstehen und anders umzusetzen.

Spenden sammeln. Gutes tun. In fernen Welten oder hier. Hauptsache man tut es.