24 Sep

Sozialkompetenz und Empathie – Reichtum der besonderen Art

Sozialkompetenz ist eine Eigenschaft, die gesucht ist. So zumindest habe ich es oft genug gehört, als meine Kids in der Oberstufe mit dem Begriff «Lehrstellen» konfrontiert wurden. Gebe ich den Begriff «Sozialkompetenz» bei Activepersonal.ch ein, finden sich gerade mal 3 Stellenangebote. Acitvepersonal hat sich auf die Stellenvermittlung von Bau- und Handwerkerstellen konzentriert. In diesem Bereich ist soziale Kompetenz nicht zwingend gefragt.

Anders beim Jobportal Jobs.ch. Dort ergab meine Suche nach eben diesem Begriff 676 mögliche Jobs, wo Sozialkompetenz im Anforderungsprofil verlangt wird. Darunter sind Jobs wie Hauswart, Stv. Leiter Rechnungswesen, technisch versierte Betriebsmitarbeiter Industrie, GeschäftsführerInnen mit Beteiligung, dipl. Pflegefachpersonen für Einsätze am Abend, TV Panel Manager etc. Sozialkompetenz wird (ausser offensichtlich im Baubereich …) in vielen Berufen gefordert, überall dort, wo Menschen in einem Team arbeiten, insbesondere in Pflegeberufen.

Klicke ich weiter auf die einzelnen Jobprofile, so zeigt sich, dass nicht einfach normale Sozialkompetenz verlangt wird, sondern in der Regel eine «hohe»: «Teamfähig mit hoher Sozialkompetenz» (Hauswart), «angewiesen auf hohe Sozialkompetenz (absolute Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit!)» (Betriebsmitarbeiter Industrie), «ausgeprägte Sozialkompetenz» (GeschäftsführerInnen mit Beteiligung). Fazit: Sozialkompetenz ist eine gesuchte Eigenschaft! Oft wird im gleichen Atemzug mit Sozialkompetenz auch Empathie erwähnt. Der Grund liegt darin, dass mit Selbstständigkeit auch Führungsverantwortung gekoppelt ist. Mitarbeiter und ihre Gefühle müssten wahrgenommen und verstanden werden. Denn so entsteht Motivation, so wächst ein Team zusammen und … über sich hinaus.

Doch hier überrascht die Suche von Jobs.ch. Denn hier finden sich «nur» 76 Jobs, die meisten aus dem Pflegebereich. Gesucht werden eine «empathische Grundhaltung», «überzeugen durch gute Umgangsformen, Empathie und innere Ressourcen für die Arbeit mit Menschen in schwierigen Lebenslagen» oder «Empathische und verständnisvolle Betreuung im Umgang mit intensivpflichtigen Patienten und deren Angehörigen».

Sozialkompetenz und Empathie sind im Plegeberuf sehr gesucht

Dass Empathie vorwiegend im Pflegeberuf gefragt ist, überrascht nicht. Dass es in Führungsjobs nur weniger Thema ist, betont die Gewichtung im Berufsleben: Arbeit vor Beziehung, Leistung vor Motivation.

Was ist Sozialkompetenz, was ist Empathie?

Meine erste Quelle für die Bedeutung von Wörtern ist meistens der Duden. Der versteht unter Sozialkompetenz die Fähigkeit einer Person, in ihrer sozialen Umwelt selbstständig zu handeln. Empathie bedeutet die psychologische Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen, was im Pflegeberuf sehr wichtig ist.

Sozialkompetenz fördert laut Psychologie-Studieren.ch die Kommunikationsfähigkeit, hilft offen und aktiv auf andere Menschen zuzugehen und in einem Team konstruktiv mitzuarbeiten. Sie sei ein wichtiger Faktor zur Förderung der Teamarbeit, helfe Konflikte auszutragen und das auf einer fairen und sachlichen Basis. Sozialkompetenz sei wie Vitamin C für das soziale Zusammenleben, die gemeinsame Erarbeitung von Visionen und die Massnahmen, um diese zu erreichen. Sozialkompetenz diene allen! (Quelle: Psychologie-Studieren.ch).

Die TV-Sendung «Empathie – das Gefühl für den Anderen» (Quelle: 3sat.de) behandelt die Thematik: «Über Entstehung und Verlust des Mitgefühls». Die Entwicklungspsychologin Doris Bischof-Köhler hat verschiedene Versuche mit Kindern durchgeführt und dabei festgestellt, dass sich Empathie zwischen dem 18. Monat und dem vierten Lebensjahr entwickelt. Das Gefühl für seine Mitmenschen ist in der heutigen Zeit mit der zunehmenden Einsamkeit enorm wichtig.

Empathie, sich in den andern einfühlen können.

Reichtum der besonderen Art

Selbstständig sein und andere wahrnehmen können, das sind Eigenschaften, die nicht nur dem Einzelnen dienen, sondern der gesamten Gesellschaft. Etwas, das beides fördert und vereint ist Coaching. Lernen, dem anderen zuzuhören, lernen, sich im richtigen Moment zu distanzieren. Eine Möglichkeit, Sozialkompetenz und Empathie  zu entdecken und zu fördern ist der Studiengang für angewandtes Coaching. 10 Tage in neue Denk- und Sichtweisen zu investieren hat auf einen selbst und sein Umfeld äusserst positiven Einfluss. Man lernt, statt in einem Streit um jeden Preis gewinnen zu wollen, gelassen bleiben, andere verstehen können, gemeinsame Wege entdecken, dank Hilfe von Sozialkompetenz und Empathie – das ist  Reichtum der besonderen Art!

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