8 Nov

Andacht / Impuls für jeden Tag – weil’s gut tut.

Jeder von uns kennt es: Der Wecker klingelt, Morgentoilette, Kaffee und Frühstück oder auch nicht, ein Check, ob wir alles dabei haben und anschliessend ab auf den Arbeitsweg. Das alles sind Rituale, die ganz selbstverständlich ablaufen. Eine tägliche Andacht und/oder ein wöchentlicher Impuls können ebenso zu einem wertvollen Ritual werden.

Was ist ein Ritual? Die Online-Enzyklopädie Wikipedia schreibt dazu folgendes: «Ein Ritual ist eine nach vorgegebenen Regeln ablaufende, meist formelle und oft feierlich-festliche Handlung mit hohem Symbolgehalt. Sie wird häufig von bestimmten Wortformeln und festgelegten Gesten begleitet und kann religiöser oder weltlicher Art sein.»

Hoher Symbolgehalt

Ja, mein morgendlicher Kaffee ist mir sehr wichtig. Er kurbelt mein Denken an und hilft mir, mich auf den Tag einzustellen. Das Gleiche gilt für das Frühstück. Die Morgentoilette motiviert mich dann, wenn ich sie erledigt habe. Das ist beim Kaffee anders. Er ist unter anderem für mein Innenleben zuständig. Kaffee hat für mich einen hohen Symbolgehalt. Das fällt mir dann auf, wenn er entweder zu schwach war, oder es keinen (mehr) hat… Kaffee steigert meine Motivation. Für mich ist er unersetzlich. Gibt es denn auch noch andere Massnahmen, die anregend wirken?

Tägliche Andachten, Inputs verändern Sichtweisen
Tägliche Andachten / Inputs verändern Sichtweisen

 

Andacht oder Impulse als Gedankenanstoss

Ein guter Gedankenanstoss löst bei mir ähnliche Gefühle aus. Und doch scheint mir der Impuls, den ich dabei verspüre, anders. Während mich Kaffee vorantreibt, zieht mich ein Impuls mit Perspektiven mit. Letzteres steigert meine Motivation nachhaltiger. Kaffee erleichtert mir den Alltag meistens für kurze Zeit, Impulse relativieren Herausforderungen und lassen sie leichter erscheinen. Es ist erstaunlich, welche Wirkung mentale Impulse haben können!

Laut Wikipedia kann ein Ritual auch religiöser Art (Andacht) sein. Glaube bringt eine Dimension mehr ins Leben: Einen Gott, der mit uns ist. Und die Aussicht auf ein Leben nach dem Tod. Glaubenssache, klar.

Eine tägliche Andacht

Eine tägliche Andacht hat das Ziel, den persönlichen Glauben regelmässig zu stärken. Den unsichtbaren Gott besser kennenzulernen. Fünf Minuten als Ritual in den täglichen Ablauf einplanen und sich auf Gott konzentrieren. Sich loslösen vom Jetzt und abtauchen in eine ganz andere Welt. Dabei geht es nie um die Dauer, sondern um die Qualität der Aufmerksamkeit.

Nachhaltige Persönlichkeitsentwicklung geschieht in kleinen Schritten.

Dank Impulsen oder einer täglichen Andacht die eigene Persönichkeit entwickeln.
Dank regelmässigen Impulsen oder einer täglichen Andacht, die eigene Persönichkeit entwickeln.

Gibt es ein Zuviel?

Beim Kaffee auf jeden Fall. Zuviel des Guten kann das Gegenteil bewirken. Und bei einer Andacht? Aus meiner Sicht sind Ähnlichkeiten zu beobachten. Mir begegnen Menschen, die sich nur noch mit geistlichen Fragen auseinandersetzen. Die übersteigerte Suche nach Gott und nach seinen Antworten wird zum Dauerlauf. Nichts genügt mehr.

Das Geheimnis eines Rituals ist seine Regelmässigkeit. Doch gerade bei christlichen Werten, sollte man sich bewusst sein, dass unsere Vorstellungskraft und das Aufnahmevermögen Grenzen haben. Der Mensch kann sich nichts vorstellen, was er nicht schon mal gesehen oder erlebt hat. Andachten beziehen sich auf historische Geschichten. Was heisst das? Je komplexer ein Inhalt ist, desto länger braucht es, um ihn zu verarbeiten. Werden diese Grenzen respektiert, werden Impulse und Andachten zu einem echten Mehrwert in unserem Leben.

Weiterführende Tipps

30 Jan

Dank Glauben und Lauftechnik zur Olympischen Medaille

Beim Begriff «Lauftechnik» lesen, kommt mir automatisch der Film «Chariots of fire» (Die Stunde des Siegers) in den Sinn. Es ist die wahre Geschichte der beiden britischen Leichtathleten Harold Abrahams und Eric Lidell, die 1924 für Grossbritannien für die Olympischen Spiele nominiert wurden. Lidell war tief gläubig und verbrachte seine Kindheit in China. Sein Glaube war der Grund, warum er sich weigerte, am 100-Meterlauf teilzunehmen. Die Vorläufe sollten an einem Sonntag stattfinden. Sein Team-Kollege Lord Lindsay überliess ihm darum seinen Startplatz beim 400-Meter-Rennen. Diese Vorläufe und das Finale wurden jeweils an einem Wochentag durchgeführt.

Filmtipp zum Thema Sinn des Lebens suchen und finden
Chariots of Fire: Lauftechnik und Glauben

Lauftechnik und Prioritäten werden kritisiert

Harlod Abrahams, jüdischer Herkunft, engagierte einen professionellen Trainer, der ihm half, seine Lauftechnik zu verbessern. Für dieses Engagement wurde er von der Universitätsleitung von Cambridge kritisiert, weil es unehrenhaft sei, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Abrahams vermutete hinter dieser Kritik Antisemitismus.

Auch Eric Lidell stand im Vorfeld unter Kritik. Von seiner eigenen Familie. Kritisiert wurde, dass er statt Gott, mehr der Laufvorbereitung Aufmerksamkeit schenkte. Auch Lidell hatte einen eigenen Laufstil. Glaubt man den Aussagen der Zuschauer, war dieser entsetzlich. Seine Arme ruderten, seine Fäuste boxten in die Luft und sein Kopf war zurück geworfen.

Abrahams und Liddell gewannen die Finalläufe über 100 Meter bzw. über 400 Meter und kehrten erfolgreich nach Grossbritannien zurück.

Tuning des Laufstils

Eric Lidell würde heute wohl nicht mehr gewinnen. Seine Lauftechnik ist überaltert. Verständlicherweise. Lauftechnik ist lernbar. Dank einem Personaltrainer. Dieser nimmt zuerst die Ziele auf. Analysiert und beobachtet einen während des Rennens. Dann ist Korrektur angesagt. Der Sieg beginnt im Kopf. Kein Rudern mit den Armen. Der Kopf wird auch nicht zurückgeworfen. Und doch so rennen, wie es jeder am besten kann. Denn beim Laufstil gilt eben immer noch, dass Überzeugung und Glauben zur eigenen Persönlichkeit gehören. Und Persönlichkeit bestimmt den Einsatz. Der Personaltrainer weiss: Korrektur der Lauftechnik so viel wie nötig. Nicht mehr. Kopf und Technik müssen einander begegnen. Müssen die optimale Übereinstimmung finden. Nur so ist die Stunde des Siegers möglich.

Quellen und weiterführende Tipps zum Thema:

21 Aug

Sterbebegleitung: Teilnehmen am Finale des Lebens

Während Sterbebegleitung in den Medien eher ein Randthema ist, wird zum Thema Sterbehilfe viel geschrieben. Jüngstes Beispiel ist eine 75-jährige Engländerin, die sich bei einer Schweizer Sterbehilfe-Organisation in den Tod hat führen lassen. Dies, obwohl sie kerngesund war und keine Medikamente nehmen musste. Ihre Aussage: «Ich sterbe lieber, als alt zu werden». Eine Aussage, die Neugier weckt und natürlich auch die Leserzahlen steigert. Und wo bleiben all die, die sich auf den letzten, vielleicht schmerzvollen Lebensweg einlassen? Sie verdienen eigentlich Respekt! Denn Altwerden bedeutet körperlich und seelisch eine grosse Herausforderung.

Sterbebegleitung: Teilnehmen am Finale des Lebens
Leben ist einzigartig, aber auch vergänglich. Sterben gehört auch zum Leben.

Alt werden. Chance oder Gefahr?

Welche Vorstellungen haben wir vom Altwerden? Nicht mehr richtig gehen zu können, immer weniger zu sehen? Den Lebensabend horizontal zu verbringen? Nicht mehr gefragt zu sein? Da ist einiges. Unsere besten Tage sind vorüber. Zumindest, wenn man das Alter auf die Gesundheit bezieht. Nur, Leben kann noch mehr beinhalten. Der Mensch lebt von Beziehungen. Und die werden mit zunehmendem Alter wichtiger. Kann es sein, dass wir die Perspektiven verloren haben? Warum begleitet eine Sterbehilfe-Organisation eine kerngesunde Frau in den Tod? Braucht sie Publicity? Umsatzsteigerung? Wird Älterwerden zum Business-Modell?

Sterben ist keine Krankheit, sondern ein Lebensprozess

Früher starben die meisten Menschen zuhause. Kranke Familienmitglieder wurden gepflegt und begleitet. Alle konnten Abschied nehmen. Gemeinsam ist man diesen Weg gegangen. Damals lebten mehrere Generationen im gleichen Haushalt. Heute ist dies selten der Fall. Die Angst vor Einsamkeit, vor der Tatsache, vergessen zu werden, ist nachvollziehbar. Vielleicht müssten wir als Gesellschaft wieder mehr zusammenrücken. Für Kinder ist es sehr wertvoll, von den Grosseltern noch ein Stück weit begleitet zu werden. Umgekehrt auch. Sterbebegleitung kann, so komisch es klingt, für alle Parteien zu einem nachhaltigen und wertvollen Ereignis werden.

Abschieben ans Pflegepersonal reicht mittelfristig nicht

Klar werden sterbende Menschen durch Pflegepersonal begleitet. Professionell. Es gibt aber noch andere Bereiche. Sterben wirft viele Fragen auf, die nach einer Antwort verlangen. Sterbebegleitung geschieht auch im Präsentsein (soweit dies möglich ist). Teilnehmen. Zuhören. Mit Empathie mittragen. Den letzten Lebensabschnitt erträglich machen. Das ist eine Aufgabe, die von Freunden und Familienmitgliedern wahrgenommen werden kann. Mit den Möglichkeiten, die man hat. Mithelfen bereichert …

Mehr Infos zum Thema Sterbebegleitung?

Siehe dazu auch die Radiosendung «Kompass Basics: Sterbebegleitung und Menschenwürde»

Kompass Basics: Sterbebegleitung und Menschenwürde
Weiterführende Informationen in der Radiosendung von Life Channel

 

3 Aug

Leid ist eine leidige Sache …

Warum lässt Gott Leid zu? Das ist eine der oft gestellten Fragen. Wenn es uns schlecht geht oder wenn wir mit Schicksalsschlägen konfrontiert werden. Warum lässt Gott dieses Leid zu? Dieser Frage werde ich in diesem Blog genauer nachgehen.

Warum Leid?

Leid hat die Eigenschaft, dass es uns überrumpelt und wir oft nicht darauf vorbereitet sind. Im schlimmsten Fall endet es mit dem Tod und bringt uns in eine neue, bisher nicht gekannte Lebenssituation. Ja, es kann sogar grossen Einfluss auf unsere Persönlichkeit haben und massive Veränderungen bewirken. Wir könnten gut darauf verzichten. Leid ist unangenehm. Ist schmerzlich. In dem Sinn ein überflüssiges Übel.

Warum lässt Gott Leid zu?
Leid verhindern, ein frommer Wunsch?

Die Gefahr der Selbstverständlichkeit

Menschen sind Gewohnheitstiere. Wir nehmen in der Regel alles, was wir bekommen und was uns das Leben erleichtert. Beispiele sind Smartphones. Durch sie sind wir mit der ganzen Welt online verbunden. Sind jederzeit erreichbar und können uns dank diverser Apps innert kurzer Zeit orientieren und informieren. Das Leben wird dank neuester Technologie einfacher und bequemer. Und wir gewöhnen uns sehr schnell daran.

Leid ist ein Weckruf

Ich wünsche niemandem Leid! Doch es gehört zu unserem endlichen Leben. Liegt es nicht in unserer Natur, dass wir uns oft gegenseitig (hoffentlich unbewusst) Leid zufügen? Es ist da. Präsent. Gehört zu unserem Leben und weckt Wünsche und Bedürfnisse. Wir wollen es verhindern. Viele Ideen, viele Entwicklungen sind positiv, weil wir Leid verhindern wollen. Es hält uns auf Trab. Hat Leid einen pauschalen Sinn? Wohl kaum. Es wäre sehr einfach, es pauschalisieren zu wollen. Leid ist persönlich und jeder Mensch erlebt es individuell, muss es auf seine Art und Weise verarbeiten.

Und Gott?

An ihn wenden wir uns meistens dann, wenn wir in Not sind. Warum hat er dieses Leid nicht verhindert? Er könnte doch, wenn er wollte. Oder nicht? Insbesondere Christen gehen davon aus, dass Gott sie in allem bewahren kann. Wer treu seinen Glauben lebt, werde mehr bewahrt. Ein Gottesbild, das in meinen Augen sehr heikel ist. Natürlich gibt es in der Bibel Aussagen, die in die Richtung «Gott als Versicherung» ausgelegt werden können. Nur geht das Prinzip Ursache und Wirkung in der Realität selten so einfach auf. Am allerwenigsten im Glauben. Und dann wäre die Beziehung zu Gott nicht geschenkte Gnade sondern machbare Religion …

Was können wir daraus lernen?

Ich greife den Gedanken von den Entwicklungen und Ideen nochmals auf. Pfarrer Peter Schulthess erzählt in der Radio Sendung «Glaubensfragen: Warum eigentlich? – Warum lässt Gott Leid zu?», wie er in Zeiten des Leides versucht, bewusst für andere da zu sein. Für sie zu beten. Nachdenken über all das, was bisher gut gelaufen ist. Dankbarkeit üben. Bewusster Umgang mit den Situationen.

Leid zulassen können. Als Teil unseres Lebens akzeptieren. Das ist nicht einfach. Doch auch hier gilt: Leben ist das, was wir daraus machen. Das ist im Leid nicht anders.

Weiterführender Tipp für Sie ausgesuchtRadio Life Channel: Warum lässt Gott leid zu?

8 Jul

Geld und Geist – festhalten und loslassen

Es war das Jahr 1964, als der Film «Geld und Geist» nach dem Buch von Jeremias Gotthelf produziert wurde. Auf dem Emmentaler Liebiwyl-Hof gerät das Leben aus den Fugen, nachdem der besonnene Bauer sich zur Spekulation mit Mündelgeldern hat überreden lassen. Geld, Geiz und Raffgier stehen im Zentrum dieser Geschichte. Gotthelf hat schon damals ein Thema aufgegriffen, das uns Menschen herausfordert. Geld und Geist. Sicherheit und Verantwortung übernehmen.

Geld und Geist - Vermögen und der richtige Umgang damit
Geld und Geist – Vermögen und der richtige Umgang damit

Sicherheit einordnen können

Dass Geld uns in Sicherheit wiegen lässt, ist menschlich. Auch wenn es genau genommen nur bedrucktes Papier ist. Infrage stelle ich hingegen den Wert, den wir ihm letztendlich geben … Im Buch «Tanz unter den Sternen» vom deutschen Schriftsteller Titus Müller habe ich eine Geschichts-Variante über den Untergang der Titanic gelesen. Ein riesiger Luxusdampfer (zirka 270 Meter lang und 28 Meter breit) mit 3 Decks und 3 Klassen. Geld, Geiz, Raffgier und Armut gemeinsam auf einem Schiff. In der ersten Klasse sind die reichsten, in der zweiten der Mittelstand und in der dritten Klasse die ärmsten Passagiere untergebracht. Von Sehen und gesehen Werden bis hin zur Reise in eine unbekannte Welt, mit der Hoffnung auf einen Neuanfang. Die Titanic – ein Sinnbild für modernen Schiffsbau, zwar nicht das schnellste, aber eines der grössten Schiffe und Luxus pur.

Kein Klassenunterschied

Zerbrochen ist sie an einem Eisberg. An dessen Verborgenheit – und an menschlichem Fehlverhalten. Denn der Eisberg hätte früher gesehen werden können. Wenn nicht ein Offizier einen Schrankschlüssel in seiner Jackentasche mitgenommen hätte, als er kurz vor dem in-See-Stechen an Land abkommandiert wurde. Im Schrank eingeschlossen lagen die für diese Erkennung wichtigen Ferngläser. Mit Ferngläsern erkennt man mehr und vor allem früher. Ganze zwei Stunden vergingen, bis der Luxusdampfer sank. Hätten zwei Stunden nicht gereicht, um mehr von den 2‘200 Passagieren zu retten als nur 686? Es lag an vielen Dingen. An zu wenig Rettungsbooten. An einer Crew ohne jegliche Erfahrung mit so vielen Passagieren. An Männern, die sich Frauenkleider anzogen, um in die Rettungsboote zu kommen. Und dann behandelt das Schicksal alle gleich … Kein Klassenunterschied. Geld als Reichtum – diese Währung kennt die Natur nicht. Und der Geist?

Wertvoll dank Gleichwertigkeit

Als Geist verstehe ich unseren Verstand und unsere inneren Einstellungen. Wie wir etwas bewerten und damit umgehen. Wie wir uns verhalten. Der Geist denkt nach. Auch über Lebensfragen. Über das Woher und Wohin. Über Gott. Vor Gott ist es wie vor der Natur: 1-Klassen-Gesellschaft. Alle Menschen sind gleich – gleich wertvoll. Das ist unser natürliches Schicksal. Und unsere Chance. Ohne Klassen erhöht die Chance, dass wir Wertvolles richtig einordnen. Sei es Mensch oder Geld. Beim Eisberg war es die Unsichtbarkeit, die zerstörte. Bei uns Menschen ist es nicht anders. Innere Vorbehalte können zu äusseren Blockaden führen. Haben einen negativen Einfluss auf das Zusammenleben. Innere Freiheit hingegen lässt uns nach aussen mehr Spielraum. Ermöglicht ein Denken im Sinn der Gemeinschaft. Von Mensch zu Mensch. Unterwegs auf einer Reise, auf ein Ziel zu, das uns so oder so gleichwertig macht. Geld und Geist – festhalten und loslassen.

Diese Webseiten habe ich für Sie ausgesucht:

19 Mrz

Christliche Feiertage: Hinsehen lohnt sich.

Jedes Jahr im März oder April ist es wieder soweit: Es ist Karfreitag. Wenn ich ehrlich sein will, geht es mir wie vielen anderen bei diesem christlichen Feiertag: Ich freue mich auf die zusätzlichen freien Tage und überlege mir, ob ich diese willkommene Freizeit nicht sogar mit dem einen oder anderen zusätzlichen Tag verlängern kann. Karfreitag und Ostern geben mir zusätzlichen Raum zum Abschalten.

Christliche Feiertage: Wie sind sie zu verstehen?
Christliche Feiertage: Wie sind sie zu verstehen?

Hintergründe und Bedeutung

Ich habe am Schluss dieses Blogs einige weiterführende Webseiten aufgeschrieben, wo ich oder andere auf die Hintergründe und möglichen Bedeutungen von Karfreitag, Ostern etc. eingehe. Bei der möglichen Bedeutung für die heutige Zeit möchte ich nachfolgend noch eingehen. Ganz einfach, weil ein paar arbeitsfreie Tage der Bedeutung dieser besonderen Tage, nicht gerecht werden können. Dazu braucht es einen gewissen Glauben an Gott. Karfreitag und Ostern nicht unter der Sichtweise des biblischen Weltbilds zu sehen, ist schwierig.

Heute

Der Blick auf das Heute zeigt mir immer wieder viel Dynamik auf. Da sind Kriege und Krisengebiete, da ist ein unersättliches Wirtschaftswachstumsbestreben von globalen Playern, Aufstände, Korruption, «Verhandlungen» und vieles andere. Es läuft etwas und es ist manchmal zum Davonlaufen. Unsere Welt ist vernetzt und komplex geworden. Geplant und gestaltet von uns Menschen. Die einen wollen möglichst viel Macht. Die andern lassen es zu, dass dies möglich ist. Beteiligt sind wir alle – auf irgendeine Weise. Wir gestalten durch Helfen, durch Agieren, durch Nichtagieren, durch Wegsehen etc. Passivität und Aktivität – beides hat Auswirkungen.

Karfreitag – gestern wie heute

Und Karfreitag? Kriege, Krisengebiete, Aufstände, religiöse Players, Gerichtsverhandlungen und vieles andere.

Wo Menschen leben, bewegt sich etwas. Gutes und Herausforderndes. Reiche bestimmen Arme, Machtgierige werden noch machtgieriger. Stille bleiben still.

Das ist heute noch so wie damals, am ersten Karfreitag. Wo Menschen auffallen und anders denken, werden sie kritisch hinterfragt. Haben Anhänger, haben Feinde. Laute und stille. Auch Korruption ist heute noch ein aktuelles Thema. Siehe dazu den Artikel aus Spiegel online «Das sind die korruptesten Länder der Welt» (Spiegel 05.12.2012). Unschuldige werden verurteilt, Schuldige werden freigelassen. Das kommt vor. Gestern wie heute.

Christliche Feiertage - hinsehen, reflektieren
Christliche Feiertage – hinsehen, reflektieren. Was haben die Geschichten mit mir zu tun?

Was können wir tun?

Niemand von uns hat Lust, sich in Streitereien einzulassen. Manchmal fehlt uns ganz einfach die Kraft. Eigentlich möchten wir nur unsere Ruhe haben. Unser Leben leben. Dagegen spricht nichts. Ausser, wenn Unrecht geschieht und wir einfach wegsehen. Verdrängen. Klar, wir können nicht überall Einhalt gebieten. In vielen Fällen wäre das vielleicht sogar unangebracht. Was also tun? Fängt nicht jede Veränderung in der Basis an? Ganz unten? Im Alltag? Statt sich über andere auszulassen, lieber mal genauer hinsehen. Umwelt bewusst wahrnehmen. Mehr Aufmerksamkeit schenken. Besonders den guten Ideen und Handlungen. Sie fördern und Menschen ermutigen.

Ermutigung bedeutet: Wertschätzen, was schon erreicht wurde, obwohl man noch nicht am Ziel ist. Ein Anfang. Ein erster Schritt in die richtige Richtung. Ein zweiter und ein dritter. Denn Erfolg motiviert.

Wo Einzelne umdenken und Anfänge wagen, beginnt sich die Welt zu verändern. Auch im Stillen.

Christliche Feiertage wie Weihnachten, Karfreitag, Ostern, Auffahrt und Pfingsten erzählen solches. Was klein und im Stillen begann, wächst heran. Hat Vergangenheit, ist gegenwärtig und wird einmal gross sein. Hinsehen lohnt sich.

Weiterführende TippsWeiterführende Tipps im WWW für Sie ausgesucht

21 Nov

Was mein Hund mit Weihnachten gemeinsam hat

Das Thema Weihnachten habe ich schon in einigen Blogs aufgegriffen. Ich finde, es lässt sich gut in unseren Alltag adaptieren, deshalb greife ich immer mal wieder auf dieses besondere Thema zu.

Was mein Hund mit Weihnachten gemeinsam hat
Hund Aslan und Weihnachten? Was für Gemeinsamkeiten könnte es geben?

«Was mein Hund mit Weihnachten gemeinsam hat»

Mein Hund Aslan ist vor einigen Jahren in Budapest geboren und dort, wie wir vermuten, alsbald als Wächter eingesetzt worden. Man sagte uns, dass Hunde in Ungarn Mittel zum Zweck sind. Ein Leben vor irgendeinem Haus, angebunden an einer Kette. Auftrag klar: Wachen. Bewegungsfreiheit so gross wie es diese Kette erlaubt. So die Legende. Ich habe sie nie überprüft, aber diese Perspektiven wünsche ich niemandem, auch keinem Tier.

Nur Aslan ist anders. Er hat in Sachen Freiheit so seine eigenen Vorstellungen. Daher hatte er sich losgerissen und zog samt Kette los, in die wilde Freiheit der Metropole dieser neuntgrössten Millionenstadt der Europäischen Union. Mitten drin begegnet ihm ein Engel in Menschengestalt, der sofort wusste, dieser Hund an der Kette muss gerettet werden. Dieser Mensch nahm ihn in seine Obhut und mit in die Schweiz. Dort landete er via Freunde letztendlich bei uns. Damit ist er kein Einzelfall. Mir begegnen viele Menschen, die Hunde aus den europäischen «Hunde-Slums» haben. Alle diese Tiere haben besondere Geschichten. Sie nehmen sich mit. Weil sie schliesslich auch nur Hunde sind … Darum brauchen sie viel Geduld und Liebe. Das Gefühl, im richtigen Rudel zu sein.

Wer hat hier wen adoptiert?

Meine Frau und ich wussten am Anfang nicht so recht, ob wir diesen Hund adoptieren wollen. Diese Frage ist berechtigt und muss gut abgeklärt werden. Denn Hunde brauchen Zeit, brauchen Beziehung. Haben wir diese Zeit? Wollen wir sie für ein Tier investieren? Also machten wir mit unseren Freunden eine dreiwöchige Testphase ab. Ich will ganz ehrlich sein.

Ich bin heute noch der Meinung, dass dieser aussergewöhnliche Hund uns adoptiert hat und nicht umgekehrt.

Das beeindruckt mich auch. Er ist ein Lebensgestalter. Hat sich aus der Gefangenschaft befreit und sich ein neues soziales Umfeld geschaffen. Wo man sich neu kennenlernt, wo sich verschiedene Persönlichkeiten mit verschiedenen Hintergründen begegnen und einen gemeinsamen Weg einschlagen, entstehen Fragen und Spannungen. Wir sind ihn gegangen. Vieles ist selbstverständlich geworden, einiges bleibt eine Herausforderung.

Hunde sind ein gelebtes Symbol für Treue

Rückblickend muss ich sagen: Ich möchte ihn nicht mehr missen. Denn er hat etwas gemacht, was viele Menschen nicht schaffen. Er setzt seine Stärken konsequent ein, übernimmt (manchmal zu viel) Verantwortung und hat seinen Platz bei uns eingenommen, ist Teil einer Gruppe geworden. Seine Stärken sind Einfühlsamkeit und Treue. Geht es jemandem in der Familie schlecht, spürt diese putzige Stück Fell das sofort und legt sich daneben. Stundenlang. Er empfängt uns jeweils mit einer riesigen Freude, die ganz einfach beeindruckt. Er fängt viele Spannung ab, allein dadurch, dass er sich knuddeln lässt und einfach da ist. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Hunde das Symbol für gelebte Treue sind. Der Nebeneffekt für uns, wir sind mehr an der frischen Luft, haben mehr Bewegung und das bei jedem Wetter. So kann man Neues entdecken. Natur lebt. Statt Frust im Regen eine natürliche Entdeckungstour. Schönheit hat viele Facetten.

Und Weihnachten?

Was mein Hund mit Weihnachten gemeinsam hat, so lautet der Titel dieses Blogs. Bis jetzt ging es nur um Aslan. Oder etwa nicht? Zu der Geschichte von Weihnachten gibt es Parallelen. Und Gegensätze.

Während sich mein Hund von Gefangenschaft und Kette befreit hatte, ist Christus laut biblischem Bericht in die «irdische Gefangenschaft» gekommen.

Der eine wurde gerettet, der andere hat gerettet. Christus ist der, der da ist. Der treu ist. Der sich freut, wenn wir ihn finden, uns finden lassen und zu ihm kommen. Der von Beziehung und Aufmerksamkeit lebt. Vorstellbar? Hmm. Christus können wir nicht sehen, den Hund schon. Doch den Wind sehen wir auch nicht, seine Auswirkungen schon. Wir können ihn nicht er-, aber begreifen. So ist es auch bei Christus.

Aslan wurde ein Teil unseres Lebens. Ja, das kostet einen etwas. Beziehung lebt von Investitionen. Nur sie gibt eben auch viel.

Wenn ein Hund schon so viel geben kann, Leben positiv verändern, was erwartet uns dann erst von Weihnachten bzw. von einer bewussten Beziehung zu Christus?

Lust auf mehr Weihnachten?

Hinweis: Oben aufgeführte Blogs sind Artikel vom gleichen Autor, ausgenommen der Hinweis auf Lifechannel.ch

6 Nov

Christliche Feiertage im Telegramm-Stil

Wir begehen sie jährlich, die christlichen Feiertage. Weihnachten, Karfreitag, Ostern, Auffahrt, Pfingsten. Geburt, Sterben, Auferstehung, Entrückung und himmlische Lebenshilfe. So ungefähr könnte man ihren Sinn umschreiben. Hier ein Versuch, die christlichen Feiertage nachfolgend im Telegramm-Stil zu beschreiben.

Christliche Feiertage im Telegramm-Stil - Achtung, fertig, los!
Christliche Feiertage im Telegramm-Stil – Achtung, fertig, los!

 

Weihnachten: Die Geburt, der Anfang einer konkreten Handlung

Wir feiern Weihnachten. Wir beschenken uns. Treffen Freunde, Verwandte und Bekannte. Gemeinschaft mit Wertschätzung. Hintergrund dieses bekanntesten Festes: Die Geburt von Jesus Christus. In unserer christlichen Kultur gilt er als Sohn von Gott. Als jemand mit besonderem Auftrag. Menschen zu erlösen. Ihnen Leben bis über den Tod hinaus zu ermöglichen. Ein besonderes Geschenk.

Karfreitag: Sterben, um Leben zu ermöglichen

Wer sich als übernatürlich angekündigt und vor «unseren» Augen gelebt hatte, wird gekreuzigt. Der Sohn von Gott könnte sich vom Kreuz befreien – und macht es nicht. Haben wir etwas falsch verstanden? Ist Christus überhaupt glaubhaft? Zweifel vor Glauben. Ausharren! Damit leben können, dass klare Antworten (noch) nicht möglich sind. Das ging schon den damaligen Menschen so. Ein besonderer Tod, unglaublich hart. Obwohl unschuldig, wird er gekreuzigt. Schon am Ende, oder gar Anfang einer neuen Welt? Ist das nicht möglich oder uns einfach fremd, weil wir es noch nie erlebt haben? Weil wir es für unmöglich halten?

Ostern: Glaubensbeweis mit Timelag

Zurück. Sichtbar. Greifbar. Zumindest bei seinen engsten Freunden. Christus ist wieder da. Auferstanden? War er wirklich tot? Niemand war bisher auferstanden. Ist es ein running Gag aus der damaligen Zeit? Nach 3 Tagen wieder im echten Leben? Verspätung. Timelag. Langsames Begreifen, was Glaube bedeuten könnte. Verstehen seiner Aussagen im Leben vor dem Tod. Christus überrascht. Definitiv. Wo ist der rote Faden für Geburt, Tod und Auferstehung? Oder ist Ostern ein erster Beweis der neuen, anderen Welt?

Auffahrt: Der andere Abgang

Kaum wieder zurück, geht es weiter. Unbegreifbar, die Ankündigung der Entrückung. Wohin des Weges, Gottes Sohn? «Ich bin dann mal weg» auf christliche Art? Return to sender, address i know? Zu dem, der ihn gesandt hat? Transport auf Wolken. Und tschüss … Trotzdem. «Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.» Schon wieder so eine Aussage. Schon wieder so ein ungewöhnlicher Abgang. Spannungsfelder. Was gilt jetzt? Einsamkeit. Nicht Verstehen. Himmlische Logik oder himmlisches Konzept?

Pfingsten: Jetzt schon da

Da war doch etwas. Jünger, Menschen, die in fremden Sprachen sprachen, scheinbar verwirrt. Unverständlich. War das Brausen Wind oder ganz einfach Wahnsinn? Stimmengewirr. Neue Sprache, antiker Google Translator oder gar Auswirkung einer neuen Beziehung; einer besonderen Dimension? Heiliger Geist: Lebensberatung, konkrete Stellvertretung? Auswirkungen sichtbar, aber nicht nachvollziehbar. Neues unter der Sonne? Greift Gottes Geist ein? Als Vermittler anderer Lebens- und Sichtweisen? Andere Welt, andere Gesetze? Statt einsam, neu gemeinsam? Massstab: göttliche Liebe? Tod überwindbar?! Beziehung mit Tiefgang? Gemeinschaft mit Wertschätzung – für immer. Leben unendlich?

Christliche Feiertage im Telegramm-Stil
Christliche Feiertage im Telegramm-Stil

 

Christliche Feiertage, da steckt viel dahinter!

Das Thema christliche Feiertage auf Raeber-Leben-Blog:

Weiterführende Tipps aus dem Internet, für Sie ausgesucht:

 

14 Nov

Advent, die Zeit neue Sichtweisen zu entdecken.

Advent, die Zeit neue Sichtweisen zu entdecken.
Advent, die Zeit neue Sichtweisen zu entdecken.

Mit Advent verbinden wir nicht nur die Vorweihnachtszeit, sondern auch den legendären Adventskalender. Verschiedene Bilder sind hinter den verschieden grossen Fensterchen versteckt. Ich erinnere mich noch gut daran, dass die Grösse des Fensterchens auch Einfluss auf die Grösse meiner Erwartung und Vorfreude genommen hat. Ich ging davon aus, dass ein grösseres Fenster auch etwas Grösseres beinhaltet, was für mich automatisch mehr Wert hatte. Ähnlich war es bei den Weihnachtsgeschenken. Heute muss ich darüber lächeln, wie ich mich so einfach habe irritieren lassen.

Unsere Täuschungen: Gross = mehr Wert, vornehm gekleidet = mehr akzeptiert

Sich täuschen oder irritieren zu lassen, das ist ganz einfach menschlich. Das ist nicht nur bei den Weihnachtsgeschenken so, sondern auch bei der Beurteilung von Menschen. Ich achte auf das Äussere, auf das Gepflegte, auf den Umgang, das Verhalten und beurteile mein Gegenüber entsprechend. Unbewusst – aber mit entsprechend gelebten Auswirkungen. Dass diese Kriterien etwas über den Menschen aussagen, lässt sich nicht abstreiten. Wer sich selbst als wertvoll einstuft, sorgt besser für sich. Wer sich verachtet, signalisiert dies entsprechend durch Körperhaltung und Kleidung.

Doch aufgepasst: Unser Kriterienraster ist durch unsere eigene Erziehung geprägt. Wir gehen automatisch davon aus, dass dieser richtig ist. Nur muss hinter einem «ungepflegten» Menschen nicht unbedingt jemand sein, der es nicht verdient, neu entdeckt zu werden. Daher sollten wir unseren Raster anzupassen versuchen. Jesus Christus war auch König und kam doch als einfaches Baby in einem Stall zur Welt.

Advent = neu entdecken können

Machen wir uns unseren eigenen einzigartigen Adventskalender und nehmen uns vor, 24-mal Sichtweisen zu ändern. Geben wir unseren Mitmenschen die Chance, sich entdecken zu lassen. Diese Vorweihnachtszeit soll uns bekanntlich auf Weihnachten vorbereiten, auf die Geburt von Jesus Christus. Diesem König, der als Baby zur Welt kam. Das können wir ganz praktisch üben, in dem wir diese Zeit nutzen um auf Menschen zuzugehen, die aufgrund unseres Kriterienrasters aus unserem angelernten Wertesystem heraus gefallen sind. Wir müssen Sie ja nicht gleich zu Königen erheben. Es geht darum, unsere eigene Sicht der Welt zu verlassen, denn dies macht das Teilnehmen an Lebensgeschichten von einzigartigen Menschen möglich.

Seine Welt verlassen hat auch Jesus Christus. Er lebte unter uns, nahm an unseren Lebensgeschichten teil und starb laut Bibel für unsere Schuld am Kreuz. Das ist einzigartige Teilnahme. Das macht ihn zum einzigartigen König. Advent, Zeit, auch ihn zu entdecken. Advent, die Zeit für neue Sichtweisen.

21 Jun

Esoterik als Lebenshilfe? Bedeutung? Nutzen? Eine kleine Analyse.

In diesem Blog habe ich mir ein für mich eher unbekanntes Thema vorgenommen. Ich möchte mich über Esoterik schlau machen. Ein Mitarbeiter eines Buchverlages hat mir kürzlich gesagt, dass Esoterik zurzeit ein Renner sei. Diese Aussage hat mein Interesse geweckt. Als Erstes habe ich via Google nach dem Begriff gesucht.

Gelandet bin ich zuerst auf Wikipedia. Das Lesen dort habe ich nach zirka einem Drittel aufgegeben. Geblieben sind mir Worte wie «philosophische Lehre, die nur für einen begrenzten inneren Personenkreis zugänglich ist» (ursprüngliche Bedeutung). Oder, dass es sich heute «zumeist um allgemein zugängliche offene Geheimnisse handle». (Quelle: Wikipedia.org). Ich ahne, dass ich mich da auf etwas ganz Spezielles eingelassen habe. Die Bedeutung von Esoterik scheint eine komplexe Angelegenheit zu sein.

Auf der Suche nach Antworten fürs Leben

Ein Blick auf das Keywordtool von Google zeigt mir, die Suchmaschine verbindet Esoterik mit Hellsehen, Astrologie, Horoskopen, Numerologie (Zahlenmystik) und Lebensberatung. Auch Tarotkarten werden im gleichen Zusammenhang offenbar gesucht.

Google verbindet Esoterik mit Hellsehen, Astrologie, Horoskopen, Numerologie etc.
Bild: Google verbindet Esoterik mit Hellsehen, Astrologie, Horoskopen, Numerologie etc.

 

Ich vermute, dass mir mit Esoterik so etwas wie Lebensberatung und eine Art Kraftquelle angeboten wird. Darum stelle ich bei Google eine neue Anfrage: «Was gewinne ich mit Esoterik?» In den Suchresultaten werden mir unter anderem «Gewinne in astronomischen Höhen» versprochen. «Vorhersagen für Gewinn», «Gefühl für Zahlen – Gewinne ständig im Lotto», «Warum gewinne ich nicht im Lotto?» oder «Liebesmagie, mithilfe weisser Magie den Partner zurück gewinnen».

Werden Probleme richtig angegangen?

Ich lasse diese Aussagen auf mich wirken. Offenbar gewinnen Menschen mithilfe von Esoterik Geld im Lotto, andere wiederum nicht. Und man versucht weisse Magie zu nutzen, um den Partner zurückzugewinnen. Das sind zwei Beispiele aus einem vermutlich enorm grossen Themen-Umfeld.

Ich sinniere weiter. Reichtum und Beziehungen sind Bedürfnisse, die zu uns Menschen gehören. Mit Geld muss man umgehen können. Schnelles Geld ist eine gewaltige Herausforderung. Geld löst in zwei Fällen Konflikte aus: wenn man entweder zu viel oder zu wenig hat … Kann die Frage des Geldes überhaupt zufrieden stellend gelöst werden? Oder geht es einfach darum zu lernen, uns in vernünftigen Massstäben zu bewegen?

Was hält eine Partnerschaft zusammen?

Den «Partner mit weisser Magie zurück gewinnen», hier fehlt mir ein bisschen Selbstreflexion. Eine Beziehung sollte aus zwei eigenständigen Menschen bestehen, die sich gegenseitig respektieren. Mit dem Einsatz von «weisser Magie» würden die bestehenden Probleme gar nicht gelöst. Oder irre ich mich?

Mit Esoterik eine Beziehung retten? Geht das? Ist das überhaupt sinnvoll?
Mit Esoterik eine Beziehung retten? Geht das? Ist das überhaupt sinnvoll? – Foto © Klaus-Peter Adler – Fotolia.de

 

Möchte ich, dass meine Frau aufgrund irgendwelcher höherer Mächte bei mir ist? Das klingt irgendwie nach einer Art Gefangenschaft, einem Vertrag, an den meine Frau und ich gegenüber irgendeinem höheren Wesen gebunden wären … Ist das eine gute Basis für eine langfristige Beziehung? Aus Erfahrung weiss ich, dass unser gegenseitiges «Ja» zu unseren Persönlichkeiten, Vertrauen und Freiheit etwas vom Wichtigsten für unsere Ehe sind.

Übersinnliches als Lösungsansatz für unerfüllte Wünsche?

Zugegeben, im christlichen Glauben kann es ähnlich laufen. Gott als Partnerlieferant und Bedürfnisbefriediger. Warum nicht? Kinder wenden sich bei Fragen oder Bedürfnissen auch an ihre Eltern. Es läuft einfach nicht immer alles so, wie sie es sich wünschen. Ob eine Beziehung funktioniert oder nicht, liegt vorwiegend an diesen beiden Erdenbürgern. Der wirksame Ansatz wäre also nicht der Partner-Apport, sondern er beginnt schon lange Zeit vorher. Nämlich, indem man sich konstruktiv auf eine Beziehung einlässt. Das kann einen fordern und sehr nahegehen. Greifen wir in solchen Situationen manchmal nicht einfach lieber zum Übersinnlichen, statt an uns arbeiten zu müssen?

Erlebnisse mit Esoterik

Bei meiner weiteren Recherche in Google suche ich nach Menschen, die Esoterik positiv erleben. In erster Linie finde ich Beichten von Menschen, die erzählen, wie sie von Esoterik «befreit» worden sind. Schliesslich lande ich in einem Esoterikforum. Ein Beitrag handelt von einem zerbrochenen Rosenquarzarmband. «Ich wollte ihn tragen, weil mir auf der einen Seite der Schörl Schutz gibt vor schlechten Energien einiger Menschen in meiner Umgebung und der Rosenquarz mir trotzdem aber die Möglichkeit geben sollte, offen und herzlich auf andere Menschen zugehen zu können.» schreibt eine Forum-Teilnehmerin. Sie wird von anderen getröstet. «Ich denke, dass du zurzeit den Rosenquarz wohl nicht benötigst, weil das was er dir gibt, du bereits besitzt oder die anderen Steine mit auffangen. Vielleicht sollten auch zunächst die anderen Steine ihre Wirkung zeigen, dann könntest du es nach ein paar Wochen noch mal mit dem Rosenquarz probieren.»

Ich muss mich dem Leben stellen

Ich habe gelernt, das Leben als Chance zu sehen. Als Chance für Veränderungen und Lebenserfahrungen. Ich bin ein Teil einer dynamischen Gemeinschaft. Mit meinen Gaben versuche ich, diese Gemeinschaft möglichst zu unterstützen. Eine höhere Macht um Hilfe zu bitten, ist natürlich reizvoll. Ich bitte Gott um Mut und Kraft, um mich auf Herausforderungen einlassen zu können. Unbekannte Wege zu wagen, auf schwierige Menschen zuzugehen. Das Gespräch zu suchen und Lösungen zu finden, das ist etwas, das Gott möchte, davon bin ich überzeugt. Leben und Beziehung zwischen Gott, Mensch und Natur ermöglichen. Das bedeutet, ich muss mich aktiv dem Leben und der Gemeinschaft stellen.

Sich dem Leben und der Gemeinschaft bewusst stellen
Sich dem Leben und der Gemeinschaft bewusst stellen – Foto © Kurhan – Fotolia.de

Vorbehalte gegenüber der Esoterik

Infosekta.ch hat Vorbehalte, Lebensberichte von ehemaligen Esoterikern und Meldungen aus der Tagespresse zeigen ein ähnlich kritisches Bild. Insbesondere dann, wenn mit Esoterik natürliche Grenzen überschritten werden sollen, wenn das «Jetzt» und das normale Menschsein nicht mehr genügen. Wenn wir uns auf Dinge einlassen, die unserem Körper schaden können. Wenn gesunde Selbstkritik nicht mehr möglich ist, und auf der Suche nach dem «Mehr» das «Ich» und dessen Grenzen zu sehr in den Hintergrund rücken. Das gilt für alle Religionen und Philosophien.

Das ganz normale Leben bietet so viel, wenn wir uns bewusst darauf einlassen. Sehen wir dessen Schönheiten? Kann das ganz normale Leben noch genügen?

Und ja, es kostet uns immer wieder Überwindung, die sich aber früher oder später lohnen wird!

Mehr zum Thema «Esoterik im Alltag» von Lifechannel.ch

Selbstkritische zu Esoterik

Mein persönliches und selbstkritisches Fazit: Esoterik, so scheint es mir, soll uns, wie vieles andere, in Herausforderungen helfen. Uns tragen. Uns entlasten. Das gerne möglichst schnell. Es wirkt auf mich wie ein Wunschmittel zur schnellen Lösung. Ich lasse mich auf Unbekanntes ein, das im Extremfall einen starken Einfluss auf meinen Willen und auf meine Persönlichkeit haben kann. Aus meiner Sicht ist vor solchen Auswirkungen Zurückhaltung angesagt. Davor habe ich Respekt. Das passt nicht in mein Welt- und Menschenbild. Dass der Mensch nach Höherem sucht, ist verständlich. Nur soll dieses Höhere das Leben fördern!!! Dazu gehört für mich die Bereitschaft, sich auf Herausforderungen bewusst einzulassen und nicht nach Auswegen zu suchen.

Denkansätze zu Esoterik und zur Grundsätzlichen Lebenseinstellung
Denkansätze zu Esoterik und zur Grundsätzlichen Lebenseinstellung

Denkansätze

  • Die gute Seiten von Herausforderungen: Sie helfen unsere Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Profitieren tun wir dann, wenn wir bereit sind, uns auf darauf einzulassen. Es kostet uns zwar einiges, aber wir profitieren klar mehr. Aus gegangenen Wegen entstehen Erfahrungen und / oder neue Kompetenzen.
  • Welche Ziele verfolgen wir? Sind diese realistisch? Müssen sie angepasst werden, müssen wir irgendwo etwas freigeben?
  • Externe Hilfe ja. Warum nicht? Wenn die Umsetzung dann durch uns selbst erfolgt und die Begleitung durch reale Menschen (Berater, Coaches, Freunde u.a geschieht). Unser Körper hat Grenzen, unser Körper braucht Pflege. Diese sollten respektiert und eingehalten werden.

Überarbeitet am 14.4.2016